Ist der Lehrerberuf das Richtige für mich?
Überlegen Sie gerade, ein Lehramtsstudium zu beginnen, sind sich aber noch nicht sicher, ob es das Richtige für Sie ist? Diese Angebote und Tests können Ihnen weiterhelfen:
- Hilfe bei der Entscheidung bietet die Informationsplattform „Career Counselling for Teachers“. Dort können Sie in sogenannten Selbsterkundungs-Verfahren durchführen. Dabei handelt es sich um professionelle Tests, die Ihnen bei der Entscheidung wichtige Hilfestellungen geben können.
- Auch das Beratungstool SeLF des Münchener Zentrums für Lehrerbildung der Ludwig-Maximilians-Universität München bietet die Möglichkeit einer Eignungsreflexion mit Filmimpulsen.
- Udo Rauin, Britta Kohler und Geog E. Becker haben in dem Beitrag „Drum prüfe, wer sich ewig bindet“ (erschienen in: Pädagogik, 1994, Heft 11, S. 34-39) einen Berufseinstiegstest für das Lehramtsstudium erstellt. Der Test ist auf der Seite der Fachrichtung Bildungswissenschaften der Universität des Saarlandes abrufbar.
Wenn Zweifel zum ständigen Begleiter werden: durchhalten oder hinschmeißen?
23% der bereits im Beruf stehenden Lehrerinnen und Lehrer haben nach Angaben der Studie „Lehre(r) in Zeiten der Bildungspanik“ (2012) der Vodafone-Stiftung bereits einmal ernsthaft über die Aufgabe des Lehrerberufs nachgedacht. Nicht befragt wurden allerdings diejenigen, deren Bedenken schon vor dem Eintritt in den Schuldienst so groß waren, dass sie sich nach beruflichen Alternativen zum Lehrerberuf umgesehen haben.
Gehören Sie zu der Gruppe von angehenden Lehrerinnen und Lehrern oder Referendarinnen und Referendaren, die zweifelt, ob sie mit dem Lehramtsstudium auf die falsche Karte gesetzt hat, hilft nur eines:
Nicht durchdrehen und sich der Frage stellen, ob der hohe Leistungsdruck und die unzähligen neuen Situationen mit denen Sie konfrontiert werden, das eigentliche Problem sind, oder ob die Anforderungen des Lehrerberufs für Sie grundsätzlich kein erfülltes Berufsleben ermöglichen.
Wenn die Zweifel situationsbedingt und vorübergehender Natur sind:
Ist ersteres der Fall, heißt es dranbleiben, Hilfe und Rat von Kolleginnen und Kollegen suchen und, wenn Sie sich noch im Referendariat befinden, die speziellen Schwierigkeiten mit Ihren Mentorinnen und Mentoren oder der Seminarleitung besprechen. Mit jedem Schuljahr wird die Zahl der Unterrichtsmaterialien, auf die Sie zurückgreifen können, wachsen und Sie gewinnen Erfahrungen, die Ihnen z.B. bei Unterrichtsstörungen, der Organisation des Schulalltags oder im Umgang mit Schülereltern helfen.
Wenn Sie sich über einen eventuellen Abbruch des Referendariats oder den Berufswechsel noch nicht sicher sind oder Auskunft über Alternativen suchen, können Sie z.B. bei den Bildungsgewerkschaften, dem Personalrat oder den schulpsychologischen Beratungsstellen um eine Beratung bitten.
Überlegen Sie auch, ob Ihre Schwierigkeiten evtl. mit der Schule, an der Sie unterrichten, zusammenhängen könnten (nicht lösbare Probleme im Kollegium oder mit der Schulleitung, zu viel fachfremder Unterricht. In diesem Fall besteht die Möglichkeit eines Wechsels – auch während des Referendariats können Sie einen Antrag auf eine Änderung von Schule und evtl. dem Seminar stellen.
Supervision und Beratung