Warum viele Schülerinnen und Schüler die Schultoiletten meiden
- Sanierungsstau: Wie an Schulen im Allgemeinen herrscht auch in vielen Schultoiletten Sanierungsstau und die sanitären Anlagen sind stark renovierungsbedürftig, teilweise sogar defekt.
- Vandalismus: Dazu kommen mutwillige Beschädigungen durch Vandalismus: Es werden Toiletten und Waschbecken mit Toilettenpapier verstopft und zum Überlaufen gebracht, Schlösser zerstört, Wände beschmiert, Papierhandtücher aus den Vorrichtungen gerissen und verstreut oder es kommt zu noch kostenintensiveren Beschädigungen der Anlagen.
- Sparzwang: Andere Verschmutzungen und Gestank entstehen durch eine unsachgemäße Benutzung der Toiletten oder auch durch Sparzwänge im Bereich der Reinigung. Auch Verbrauchsmaterial wie Toilettenpapier, Papierhandtücher und Seife fehlen häufig.
Wenn das WC erstmal in einem schlechten Zustand ist, geben sich immer weniger Schülerinnen und Schüler Mühe, es sauber zu halten und die Hemmschwelle für weitere Beschädigungen sinkt („Broken-Windows-Prinzip“).
Davon berichten auch die Hausmeister in dem oben genannten Interview:
Prinz: „Es hat aber auch einen Effekt, ob die Kids in ein altes Gebäude kommen, das aussieht wie ein Hauptbahnhof – oder ob das Gebäude schön ist. Unsere Schule hier ist gut in Schuss. Da fühlen die sich wohl.“Lother: „Auf jeden Fall. Wenn die Toiletten saniert sind, dann machen die auch weniger kaputt. Bei uns sind die teilweise noch aus den Fünfzigern. Da hätte ich als Kind auch Ekel.“
Welche Maßnahmen helfen gegen Vandalismus an Schultoiletten?
Eine Voraussetzung für akzeptable Schultoiletten ist die regelmäßige Reinigung.
Da es in Schulen zu Stoßzeiten während der Pausen kommt, sollten die Toiletten bestenfalls nach den längeren Pausen und nach Schulschluss gereinigt werden. Einmal am Tag ist für eine Schule zu wenig und führt fast zwangsweise zu Toiletten, die Schülerinnen und Schüler nicht gerne aufsuchen.
Pädagogische Ansätze
Kleinere, kontinuierlich durchgeführte Maßnahmen können bereits dabei helfen, die Lage im stillen Örtchen zu verbessern:
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Schülerinnen und Schüler miteinbeziehen
Egal, ob bei der Planung von Sanierungsmaßnahmen, der Gestaltung, kleineren Verbesserungen oder dauerhaften Projekten – es lohnt sich, die Schülerinnen und Schüler, die die Toilette ja auch benutzen müssen, miteinzubeziehen. Sind sie beteiligt, fühlen sie sich verantwortlich für den Zustand der Toiletten: Wer selbst Zeit und Arbeit investiert hat, gibt eher darauf Acht, dass das Ergebnis der Arbeit auch gut in Schuss bleibt.
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Klo-Kummerkasten
Über einen Klo-Kummerkasten können Schülerinnen und Schüler mitteilen, wenn etwas defekt oder verschmutzt ist oder auch welche Ideen sie haben, um die Situation zu verbessern. Einige Probleme lassen sich leicht beheben, wenn man weiß, wo es hakt. So können manchmal schon größere Mülleimer helfen, die Zahl der Papiertücher auf dem Boden zu verringern.
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Schülerfirma
In Potsdam gründeten Schülerinnen und Schüler eine Schülerfirma, die für die Reinigung der Toiletten sorgt. Die Schülerinnen und Schüler bekommen dafür ein Gehalt, was die Arbeit sehr beliebt macht.
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Klochecks
Ausgestattet mit einer Checkliste können wechselnde Schülergruppen täglich den Zustand der Toiletten überprüfen und ihre Ergebnisse z. B. im Sekretariat oder beim Hausmeister vorlegen, von wo aus dann die Behebung von Beanstandungen koordiniert wird. Gesehen bei logo!
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Schulklo-AG
Seifen und Duftsteine selbst herstellen, Wände verschönern, den Zustand der Toiletten kontrollieren, Regeln erarbeiten und kommunizieren – eine „Schulklo-AG“ kann dabei helfen, die Schultoilette zu einem Ort zu machen, an dem sich Schülerinnen und Schüler wohlfühlen.
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Graffitifläche bereitstellen
Beschmierte und vollgekritzelte Wände sind ein häufiges Problem. Einige Schulen haben gute Erfahrungen damit gemacht, bestimmte Wandflächen zum Bemalen und Beschreiben freizugeben. Durch wieder ablösbare Folie können diese Flächen, wenn sie voll sind, auch regelmäßig erneuert werden.
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Aufklärung und Regeln
Eigentlich ist es ja selbstverständlich, aber besonders in der Grundschule kann es hilfreich sein, mit der Klasse zu besprechen, wie die Schülerinnen und Schüler die Toilette benutzen sollen.
Gemeinsam mit der Klasse können Sie im Anschluss Regeln für den Toilettenbesuch aufstellen, die auch Tipps zur Hygiene beinhalten.
Diese können Hinweise wie die Folgenden enthalten:
- Papier nicht auf den Boden werfen.
- Nur so viel Papier benutzen, wie man wirklich braucht.
- Nach dem Benutzen immer spülen.
- Händewaschen mit Seife nicht vergessen und gut abtrocknen.
Organisatorische Maßnahmen und Zugangskonzepte
Nicht an allen Schulen reichen diese kleinen Maßnahmen aus. Um Verschmutzungen und Beschädigungen zu verhindern, haben Schulen verschiedene Konzepte:
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Aufsicht während der Pausen:
Toilettenaufsichten in den Pausen kann Vandalismus verhindern. Schon kurze, regelmäßige Kontrollgänge senken die Hemmschwelle für Vandalismus deutlich.
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Schnelle Reparaturen
Beschädigungen sollten möglichst zeitnah behoben werden. Lose Seifenspender oder defekte Schlösser senken die Hemmschwelle für weiteren Vandalismus.
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Sichtbar machen, dass sich gekümmert wird
Kurze Hinweise wie „Diese Toilette wurde heute gereinigt“ oder „Defekt gemeldet – Reparatur folgt“ zeigen den Schülerinnen und Schülern, dass ihre Umgebung ernst genommen wird.
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Zugang nur mit Schlüssel:
Muss ein Kind während des Unterrichts zur Toilette, muss er sich den Schlüssel im Sekretariat abholen und sich in eine Liste eintragen. So soll verhindert werden, dass Schülerinnen und Schüler die sanitären Anlagen unbeobachtet beschädigen. Während der Pausen sind die Toiletten frei zugänglich.
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Kostenpflichtige Toiletten:
Neben frei zugänglichen Toiletten, die es immer geben muss, verlangen einige Schulen eine Toilettengebühr. Die kostenpflichtigen Toiletten werden häufiger gereinigt, oft ist während der Schulzeit dauerhaft eine Reinigungskraft vor Ort.
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Toilettenpapier auf Anfrage:
Mancherorts müssen Schülerinnen und Schüler Toilettenpapier mitbringen oder es sich vor dem Toilettenbesuch aushändigen lassen. Dadurch sollen verstopfte Toiletten und herumliegendes Papier vermieden werden.
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Zugang mit Chipkarte:
Mit einer Chipkarte, die auch als Schlüsselkarte dient, können die Schülerinnen und Schüler die Toilettentür öffnen. Bei der Benutzung der Karte werden die Daten für 24 Stunden erfasst, sodass Beschädigungen besser nachvollzogen oder im besten Fall ganz verhindert werden können. In diesem Zusammenhang wurden allerdings Bedenken wegen des Datenschutzes angemerkt.