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Lehrerzimmer-Knigge
Jedes Lererzimmer hat seine eigenen Regeln. Unsere Tipps zeigen, wie Sie die häufigsten Fettnäpfchen umgehen © Fotolia.com / contrastwerkstatt

Lehrerzimmer-Knigge

Wie Sie vermeiden, schon am ersten Tag in Fettnäpfchen zu treten

Ob als Referendarinnen und Referendare, Junglehrerinnen und -lehrer oder arrivierte Pädagoginnen und Pädagogen – am ersten Tag an einer neuen Schule muss sich jeder aufs Neue mit den spezifischen Gepflogenheiten und Abläufen vertraut machen. Das betrifft nicht zuletzt auch das Lehrerzimmer. Hier sind oft über Jahre (oder sogar Jahrzehnte) Strukturen gewachsen, die für den noch nicht eingeweihten Neuling eine Vielzahl an Fettnäpfchen bereitstellen, in die er aus Unwissenheit nur allzu leicht treten kann.

1. Vorstellung

Üblicherweise übernimmt Ihre Mentorin bzw. Ihr Mentor oder die Schulleitung Ihre Vorstellung. Passiert das jedoch nicht, sollten Sie aktiv werden und sich bei den Anwesenden vorstellen, um einen guten ersten Eindruck zu machen.

Eine ideale Gelegenheit, sich bei allen bekannt zu machen ist eine Konferenz – bitten Sie einfach Ihre Ansprechperson oder die Schulleitung um die Möglichkeit, kurz ein paar Worte über sich zu sagen. Neben Ihrem Namen ist auch Ihre Fächerkombination für alle interessant. Die Bitte, sich bei Fragen und für Anregungen an die neuen Kolleginnen und Kollegen wenden zu dürfen, wirkt sympathisch und zeigt Ihr Interesse, schnell Teil des Kollegiums zu werden. Umso mehr Sie gleich zu Beginn erfragen (Organisatorisch, Umgang mit Schülern, das Miteinander im Kollegium), umso besser können Sie Fettnäpfchen umgehen.

2. Du oder Sie?

In manchen Kollegien wird generell geduzt, in anderen ist es bunt gemischt. Bei der Vorstellung können Sie das Problem umgehen, indem Sie sich mit vollem Namen vorstellen und den Ball dem Gegenüber zuspielen. Sonst keine Scheu und einfach fragen 🙂

3. Sitzordnung

Im Lehrerzimmer herrschen in der Regel flache Hierarchien. Jeder kann jeden um Rat bitten und auch ältere Kolleginnen und Kollegen sind dann und wann über einen Tipp frisch aus dem Lehrerseminar froh.
Bei einer Sache verstehen die meisten Lehrerinnen und Lehrer jedoch keinen Spaß und machen ältere Rechte geltend: Dem Sitzplatz …
Wollen Sie eine unangenehme Situation vermeiden, sollten Sie sich unbedingt erkundigen, welcher Platz noch unbesetzt ist.

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In vielen Lehrerzimmern gibt es feste Sitzplätze © Fotolia.com / AVAVA

4. Computerarbeitsplätze

Computerarbeitsplätze sind an den meisten Schulen begrenzt vorhanden. Erkundigen Sie sich am besten, ob Sie einen freien PC jederzeit nutzen können, oder ob es eine Einteilung der Nutzungszeit gibt. Auf den Schulcomputern sollten Sie keine privaten Angelegenheiten erledigen.

5. Rund um die Kaffeemaschine

Der Standort von Kaffeemaschine (und Wasserkocher) ist ein wichtiger Austauschplatz für Neuigkeiten und auch Freundschaften werden hier gepflegt. Besitzansprüche können aber auch beim Kaffeeholen die gute Stimmung etwas dämpfen: Da Zeit in der Schule ein kostbares Gut ist, sparen einige gern an der Zeit, die sie für das Spülen der Kaffeetasse aufbringen müssten. Viele Kollegien gehen deshalb dazu über, eigene Tassen mitzubringen, für deren Sauberkeit man die alleinige Verantwortung, aber eben auch die alleinige Verfügungsgewalt  besitzt. Stehen also keine neutralen Tassen im Schrank,  sollten Sie sich besser nach den hiesigen Gepflogenheiten erkundigen.
Das gilt auch für die Frage, ob Milch, Zucker, Tee und Kaffee aus einer gemeinsamen Kaffeekasse bezahlt werden, oder ob jeder immer wieder etwas mitbringt.
Pluspunkte sammeln Sie, wenn Sie ungefragt neuen Kaffee kochen, sobald Sie die letzte Tasse aus der Kanne genommen haben 🙂

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In fast jedem Lehrerzimmer gilt: Wer die letzte Tasse nimmt, macht neuen Kaffee 🙂 © Fotolia.com / leeser

6. Platz

In vielen Lehrerzimmern herrscht chronischer Platzmangel.
Üblicherweise haben Sie ein eigenes Fach zum Ablegen von Büchern und Klassenarbeiten zur Verfügung. Doch das ist leider allzu schnell voll. Die Ausbreitung über das eigene Hoheitsgebiet hinaus, ist für die manchmal unübersichtliche Situation in Lehrerzimmern verantwortlich.

Um mit möglichst wenig Platz auszukommen, sollten Sie sich ein gutes, für Sie passendes Ordnungssystem aneignen. Ein paar Tipps finden Sie in unserem Blog-Beitrag „Ordnung am Schreibtisch“.

Noch so ein Ort, an dem häufig Enge herrscht, ist der Kühlschrank. Um diesen mit dem eigenen Essen nicht zu lange zu blockieren oder unbeabsichtigt Schimmelkulturen anzulegen, vor dem Wochenende routinemäßig einen prüfenden Blick hineinwerfen.

7. Schülerfreie Zone

Allgemeine Gültigkeit hat in Lehrerzimmern eigentlich nur die Regel: Das Lehrerzimmer ist für Lehrerinnen und Lehrer da – Schüler dürfen zwar Klopfen, um an der Tür ihr Anliegen loszuwerden, haben aber üblicherweise keinen Zutritt.

Hier darf sich die Vorbildfunktion eine kurze Pause gönnen, es fällt auch mal ein Kraftausdruck, wenn sich das Papier im Kopierer staut, private Gespräche werden geführt, man tauscht sich über Schüler und Unterrichtsthemen aus, trinkt Kaffee oder bereitet Unterricht vor. Und natürlich werden hier auch sensible Schülerdaten aufbewahrt, Klausuren, die bald geschrieben werden, Schlüssel und Taschen. Wenn kein wirklich triftiger Grund besteht, sollten Sie in dieses Pädagogen-Refugium keine Schüler mitbringen.

8. Allgemeines Auftreten

Der allmorgendliche Gruß, Pünktlichkeit, vorzeigbare Kleidung und Freundlichkeit sind ja selbstverständlich. Einen Stein im Brett haben Sie bei Ihren Kolleginnen und Kollegen aber, wenn Sie sie mit mitgebrachten Keksen, Schoki oder etwas Selbstgebackenem aus dem Zuckerloch befreien, das ein stressiger Schultag ausgehoben hat 🙂

Über Bettina Kroker

Seit 2014 arbeite ich bei Betzold in Ellwangen als Online-Redakteurin. Im Betzold-Blog möchte ich Lehrerinnen und Lehrern den ein oder anderen Tipp weitergeben, der den Schulalltag erleichtert und Zeit spart. Da ich stets auf der Suche nach neuen, interessanten Blog-Themen bin, freue ich mich immer über Ihre Vorschläge: blog@betzold.de.

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