9 Gründe für ein Sabbatjahr
Für ein Sabbatical gibt es zahlreiche gute Gründe.
Viele nutzen die Möglichkeit und setzen gleich mehrere der folgenden Punkte für ein Sabbatjahr auf ihre Liste:
1. Gesundheitliche Gründe:
Die vielfältigen Anforderungen neben dem eigentlichen Unterrichten (Inklusion, Integration, erzieherische Aufgaben …) mit denen Lehrkräfte heute konfrontiert werden, haben das Stresspotential des Berufs erheblich erhöht.
Viele Lehrerinnen und Lehrer, die sich körperlich und geistig erschöpft und ausgebrannt fühlen, nutzen die Möglichkeit zur Auszeit, um Erkrankungen (wie z. B. Burnout, chronisches Erschöpfungssyndrom) vorzubeugen.
Wichtig ist dabei, die Pause richtig zu nutzen, da sonst die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass die Rückkehr in die Schule auch zu einer Rückkehr zu den alten Abläufen und Problemen wird.
Damit sich die Lage nach der Rückkehr in den Beruf nicht weiter verschlimmert, ist es wichtig, Hilfe und Rat bei Spezialisten wie Ärzten und Therapeuten zu suchen. Ohne professionelle Unterstützung ist es schwer, sich wieder aus dieser Situation zu befreien.
Darüber hinaus können auch Fortbildungen zu den Punkten, die besonders belastend sind (Zeitmanagement, Unterrichtsstörungen Umgang mit schwierigen Schülern …), sinnvoll sein sowie eine Veränderung des Lebensstils (wie ein Ausgleich durch Sport, Autogenes Training, Pflege von Freundschaften, Hobbys, gesunde Ernährung).
Verspricht alles keine Verbesserung, bietet das Freistellungsjahr auch die Chance, sich die Frage zu stellen, ob der Lehrerberuf wirklich glücklich machen kann.
Aber nicht immer ist ein Sabbatical für Lehrerinnen und Lehrer die Lösung für gesundheitliche Probleme:
In einem Bericht auf News4Teachers rät Professor Dirk Windemuth (Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung) vom Sabbatjahr ab, wenn der eigentliche Grund dafür eine Flucht vor dem Unterrichten und der Schule sei. Personen, die an einer Depression leiden, könne die Auszeit sogar schaden.
2. Reisen:
Für Reiselustige bietet ein Sabbatical die Chance, auch längere, ferienunabhängige Reisen zu unternehmen. Von neugewonnenen Sprachkenntnissen und den Eindrücken, Erfahrungen und Erlebnisse können Sie und Ihre Schülerinnen und Schüler sicher profitieren, wenn Sie wieder zurück im Unterricht sind.
3. Soziales Engagement:
Wenn Sie den Wunsch haben, sich intensiver und längerfristig für benachteiligte bzw. in Not geratene Menschen, Tiere oder die Umwelt einzusetzen, kann ein Sabbatjahr die dafür nötige freie Zeit bereitstellen.
Infos zu Projekten finden Sie z. B. auf der Seite „Freiwilligenarbeit.de“.
4. Fort- und Weiterbildungen:
Natürlich besteht die Möglichkeit, Fort- und Weiterbildungen parallel zum Beruf zu absolvieren. Wer sich aber intensiv, ohne Zeitdruck und v.a. stressfrei in einen Bereich einarbeiten möchte, kann das neben den Verpflichtungen als Lehrkraft nur schwer leisten.
5. Größere private Veränderungen:
Hausbau, Familienplanung, den Partner ins Ausland begleiten – immer wieder gibt es private Veränderungen, die mehr Zeit beanspruchen, als es der Beruf erlaubt.
6. Vorgezogener oder langsamer Übergang in den Ruhestand:
Viele Lehrerinnen und Lehrer nutzen ein Sabbatjahr auch, um früher in den Ruhestand zu gehen.
Dabei sollten Sie aber beachten, dass sich das Freistellungsjahr auf Ihre Pension als Beamtin bzw. Beamter bzw. Rente auswirken kann, da Sie so ein Jahr weniger arbeiten bzw. in die Rentenkassen einzahlen.
7. Berufswahl überdenken:
Nicht für jeden stellt sich der Lehrerberuf als Traumjob heraus. Das Sabbatjahr ermöglicht es, einen Berufswechsel in Ruhe zu überdenken. Wie fühlen Sie sich mit etwas Abstand zum Schulalltag? Welche beruflichen Optionen haben Sie? Praktika und Weiterbildungen können Aufschluss geben, ob ein Wechsel das Richtige ist. Und falls nicht, steht der Weg zurück in die Schule offen. Im Blog-Beitrag „Alternativen zum Lehrerberuf“ finden Sie weitere Hinweise zu diesem Thema.
8. Akkus aufladen:
Wer schon länger im Lehrerberuf ist, braucht manchmal eine Auszeit, um sich wieder mehr auf sich selbst zu besinnen, sich zu erholen und die Akkus wieder aufzuladen.
9. Mehr Zeit für Hobbys und eigene Projekte:
Hobbys oder private Projekte, wie Musik, Sport, Kunst oder das Verfassen eines Buches, verlangen manchmal nach mehr Zeit und Aufmerksamkeit. Auch für solche besonderen Situationen im eigenen Leben schafft ein Sabbatjahr Raum.