Problematisch wird es aber, wenn Stress, Druck und auch Frustration zum Dauerzustand werden und individuelle Stressfaktoren (z. B. mangelnde Erfahrung, hoher Anspruch an sich, angegriffener Gesundheitszustand, persönliche Probleme) hinzukommen. Ständige Überlastung führt zu Überforderung und kann in anhaltende Erschöpfung und Antriebslosigkeit münden und zu einem Burn-out führen.
Bin ich Burn-out-gefährdet?
Nadia Sosnowsky-Waschek, Professorin an der Hochschule Heidelberg, forscht zu Burn-out und hat festgestellt, dass schon etwa 30% der Referendarinnen und Referendare Anzeichen für ein Burn-out bzw. eine Gefährdung zeigen. Als Indikatoren nennt sie gegenüber dem Deutschlandfunk vier Fragen zu wichtigen Stressbewältigungskompetenzen:
- Wie gut kann ich mich in meiner Freizeit entspannen?
- Gelingt es mir, meinen Arbeitsalltag gut zu organisieren?
- Kann ich gut mit schwierigen Schülern, Kollegen und anspruchsvollen Eltern umgehen?
- Schaffe ich es, mich gedanklich von der Arbeit zu distanzieren?
Wie erkenne ich Burn-out?
Als wichtige Symptome eines Burn-outs gelten:
- Müdigkeit, Energielosigkeit, körperliche, geistige und emotionale Erschöpfung
- Eine mentale Distanz und negative bis zynische Gefühle gegenüber dem Beruf und was damit zu tun hat
- Eine eingeschränkte Konzentrations- und Leistungsfähigkeit
- Viele Betroffene ziehen sich immer mehr aus dem Freundeskreis zurück, sind gegenüber der Familie und dem Partner distanziert und vernachlässigen Hobbys. Die Freude an Unternehmungen geht verloren und eine innere Leere kann sich ausbreiten.
Die Anzeichen, die physischer und psychischer Natur sein und sich auch auf das Sozialverhalten auswirken können, treten aber selten plötzlich auf, sondern steigern sich langsam. Deswegen können sie leicht übersehen oder nicht miteinander in Verbindung gebracht werden. Wer häufig gereizt und müde ist, denkt vielleicht nicht sofort an ein beginnendes Burn-out.
Im Netz finden Sie Selbsttests, die über eine Tendenz zum Burn-out informieren. Einen Arztbesuch ersetzen diese natürlich nicht.
Was tun bei Burn-out?
Wenn Sie vermuten, dass Sie an einem Burn-out leiden oder sich als davon gefährdet einschätzen, ist ein erster wichtiger Schritt getan: Sie haben sich Ihre Überlastung eingestanden.
Als erster Ansprechpartner kann Ihnen Ihr Hausarzt weiterhelfen. Bei körperlichen Symptomen müssen zunächst physische Ursachen ausgeschlossen werden. Ist das geschehen, kann er Ihnen Spezialisten empfehlen. Bei diesen handelt es sich in der Regel um Psychologen, Psychotherapeuten oder Psychiater. In Gesprächen und oft mithilfe von Fragebögen wird die Diagnose und eine passende Therapie ermittelt. Die Behandlung kann, je nach Schwere der Beschwerden, ambulant oder in einer Klinik erfolgen.
Hier werden Ihnen Strategien zum Umgang mit Belastungen und Konflikten sowie zur Stressbewältigung an die Hand gegeben. Sie arbeiten an Ihrem Selbstbewusstsein und lernen, sich selbst besser einzuschätzen und sich zu behaupten.