Mädchen spielt mit einem Bluebot aus dem Betzold Online-Shop.
Digitale Bildung
Aktualisiert: 23.05.2023

Analoge ODER digitale vs. analoge UND digitale Lernspiele

Wie lernen Kinder am besten? Eine konkrete Antwort ist hier schwer, denn jedes Kind ist anders. Lernmethoden, Lernstrategien, Lernmotivationen oder Lernfähigkeiten unterscheiden sich. Ist ein erfolgreicher Lernprozess eher mit analogen oder digitalen Lernspielen möglich? Und muss man sich überhaupt entscheiden?
Lynn Brincks
Lynn Brincks
Trainerin Digitale Bildung

Wie lernen Kinder am besten? Das ist eine Frage, auf die jede pädagogische Fachkraft gerne eine konkrete Antwort haben möchte. Die Frage ist aber gar nicht einfach zu beantworten, da jedes Kind anders ist, und sich die Lernmethoden, Lernstrategien, Lernmotivationen oder Lernfähigkeiten auch unterscheiden.

Ist ein erfolgreicher Lernprozess eher mit analogen oder digitalen Lernspielen möglich? Aber müssen Sie sich wirklich zwischen Brettspiel und Computer entscheiden?

Lerntypen

Laut Frederic Vester gibt es verschiedene Lerntypen, die am besten über bestimmte „Kanäle“ Information aufnehmen.

Diese vier „Kanäle“ sind:

  • auditiv
  • visuell
  • haptisch
  • verbal-abstrakt

Es können auch sogenannten Mischformen auftreten, wie z. B. der audiovisuelle Typ

Obwohl diese Theorie umstritten ist, findet man trotzdem sehr viele Anwendungsbeispiele in der Lernpädagogik, besonders in den Bereichen frühkindliche Bildung und Grundschule.  Kinder haben die Möglichkeit, ihre Umgebung zu erkunden, indem sie Sachen anfassen, hören, selbst ausprobieren und darüber sprechen oder nachmachen. Sie lernen, indem sie selbst etwas machen oder tun, sogenanntes „Learning by doing“. 

In diesem Alter nimmt „spielen“ als wertvolle, pädagogische Tätigkeit noch einen anderen Stellenwert ein. Durch Spielen können Kinder mit allen Sinnen beim Ausprobieren Dinge herausfinden und beim Experimentieren Erfahrungen sammeln. 

Die Rolle des Bildschirms

In Zeiten zunehmender Digitalisierung befürchten viele pädagogische Fachkräfte und Eltern, dass die Kinder zu viel Zeit vor einem Bildschirm verbringen. Hierbei ist oft gemeint, dass die Kinder sogenannte „passive Nutzerinnen und Nutzer“ sind, weil sie vorgefertigte Inhalte wie Videos „konsumieren“. Aber muss das so sein? Könnte man den Kindern nicht kreative, “aktive“ Lernmöglichkeiten anbieten, die auch pädagogisch wertvoll sind?

Die KMK schreibt in dem Bericht Lehren und Lernen vom Dezember 2021 Folgendes zu dem Thema:

Digitale und analoge Lehr-Lern-Settings sind mit Blick auf die Qualitätskriterien guten Unterrichts gelingend miteinander zu verbinden. Für das Feedback sollten zunehmend auch computergestützte, interaktive und sanktionsfreie Rückmeldungen genutzt werden, die durch Adaptivität das individualisierte Üben gezielt unterstützen.“

Herauszulesen ist, dass eine „Verschmelzung“ des analogen und digitalen Lernens inzwischen anstrebenswert ist. Es geht nicht darum, ob analog ODER digital, sondern vielmehr um die Kombination von analogen UND digitalen Komponenten, um die bestmöglichen Lernergebnisse zu erzielen. 

Analoge Lernspiele Digitale Lernspiele
Benötigen keinen Strom + sind nicht fehleranfällig Benötigen keinen Aufbewahrungsplatz
Motorische Fähigkeiten können besser gefördert werden Können oft auch von Einzelspielerinnen und -spieler gespielt werden
Fördern Kommunikation und soziale Interaktion Bringen neue Möglichkeiten: z. B. Interaktivität, virtuelle Realität

Inzwischen existieren auch Mischformen von analogen und digitalen Lernspielen, die Vorteile aus beiden Welten vereinen!

*Angebote gültig bis 21.06.2026. Nur solange der Vorrat reicht.
Info

Betzold Beratung: Analoges und digitales Programmieren lernen

Mit Lernrobotern wie der Bee Bot oder Cubetto können Kinder das analoge Programmieren kennenlernen. Andere Roboter erleichtern die ersten Schritte in die Welt des digitalen Programmierens. In unserer Beratung finden Sie viele Tipps für passende Lernroboter: zur Beratung

Vorteile der Verbindung von analogen UND digitalen Lernspielen

  • spricht unterschiedliche Lernarten/Lerntypen an
  • realitätsnah
  • passt hervorragend in das Konzept des hybriden Lernens 
  • fördert Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen und soziale Kompetenzen 
  • gute Vorbereitung für die Zukunft
  • fördert Kompetenzen des 21. Jahrhunderts/4K’s (Kreativität, kritisches Denken, Kollaboration, Kommunikation) 

Wo die Reise hingehen kann

Wie das alte Sprichwort besagt, führen (alle) viele Wege nach Rom. In diesem Kontext soll das bedeuten, dass es unterschiedliche Wege zum erfolgreichen Lernziel geben kann. Deswegen kann eine Mischung von analog UND digital sinnvoller sein als die Variante nur analog ODER nur digital.

Genau wie man mal zum Papier oder mal nach dem Handy greift, um den Einkaufszettel aufzuschreiben, die Hauptsache ist, dass man beim Einkaufen nichts vergisst. Dabei ist es egal, ob man sich seine Notizen analog, digital oder eine Mischung aus beiden Formen gemacht hat. Lassen Sie uns die „Verschmelzung“ der beiden Formate weitergehen. Und dabei nicht vergessen, zu spielen. 

Tipp

DIGIBIZ: Lernorte für Pädagoginnen und Pädagogen an Schule und Kiga

Online und an unseren digitalen Bildungszentren (DIGIBIZ) in Ellwangen, Berlin und Schaffhausen bieten wir Fortbildungen für Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher zu digitaler Bildung an. Die Inhalte sind praxisnah und orientieren sich an den gültigen Bildungs- bzw. Lehrplänen. 

Hier finden Sie das aktuelle DIGIBIZ-Kursprogramm und viele weitere Informationen.

Sie können auch direkt eine individuelle schulinterne Lehrkräftefortbildung an Ihrem Lernort mit uns vereinbaren. Mindestvoraussetzung sind 6 Teilnehmende.

Schreiben Sie ganz einfach Ihre unverbindliche Anfrage und wir erstellen ein individuelles Angebot: digibiz@betzold.de

Quellen

Spielerisch lernen – Playful learning (kindergartenpaedagogik.de), abgerufen 16.11.2021

Konstruktionsspiel: Die Konzentration von Kindern spielerisch fördern (kita.de), abgerufen 16.11.2021

Lernen mit allen Sinnen | Max_Planck_Gesellschaft (mpg.de), 23.11.2021

Multisensorisches Lernen im Unterricht - Betzold Blog, 23.11.2021

4 Lerntypen nach Vester (Übersicht)  Lerntypentest (mitteldeutsches_institut.de), 09.12.2021

Lerntechniken für Grundschulkinder › grundschultricks.de, 09.12.2021

Häufig gestellte Fragen zu Lernspielen

Was ist ein Lernspiel?

Ein Lernspiel ist ein didaktisches Spiel, das Lernen und Spaß am Spielen verbindet. Lernspiele sollen das Lernen unterhaltsamer und interaktiver gestalten, indem sie Spielmechaniken und -elemente einbinden. Es gibt sie in Form von Brettspielen über Computerspiele bis hin zu interaktiven Lern-Apps.

Was zeichnet ein gutes Lernspiel aus?

Ein gutes Lernspiel sollte eine Balance zwischen Lernen und Spielen bieten, um eine positive Lernerfahrung zu schaffen.

  • Effektivität: Das Spiel sollte helfen, die gewünschten Lernziele zu erreichen.
  • Unterhaltsamkeit: Es sollte die Motivation der Spielerinnen und Spieler hoch halten.
  • Interaktivität: Es sollte die Lernenden aktiv einbeziehen und ihnen die Möglichkeit geben, ihre Fähigkeiten anzuwenden.
  • Feedback: Das Spiel sollte den Spielerinnen und Spielern zeigen, wie sie sich verbessern können.
  • Einfachheit: Das Spiel sollte einfach zu verstehen und zu spielen sein.

Was sind die Vorteile von Lernspielen?

Lernspiele sind wichtig, weil sie das Lernen motivierender, engagierender und effektiver machen können. Sie bieten Feedback, Herausforderungen und eine Vielfalt von Formaten, um das Lernen zu unterstützen und zu verbessern.

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Lynn Brincks
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Seit vielen Jahren bin ich als Trainerin, Dozentin und Lehrkraft für Englisch und Soft Skills für unterschiedliche Bildungsinstitutionen und Firmen aktiv. Besonders interessiere ich mich für Präsenz- und Live-Online-Schulungen sowie die Entwicklung von analogen und digitalen Lernmedien und -methoden. Bei Betzold werde ich Sie mit Videos, Blogbeiträgen und Schulungen zu aktuellen digitalen Themen und Produkten begleiten und unterstützen. Lassen Sie uns zusammen lernen und uns gemeinsam weiterentwickeln!
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