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Veröffentlichung: 27.11.2025

So nutzen Sie die KI Perplexity für Ihre Unterrichtsvorbereitung

KI verspricht enorme Zeitersparnis, doch wie zuverlässig sind die Ergebnisse wirklich? In diesem Beitrag zeigt ein Experte für Suchmaschinenmarketing, wie Sie das Tool Perplexity sinnvoll für Ihre Unterrichtsvorbereitung einsetzen. Sie erhalten Infos über Stärken und Risiken und erfahren wie ein praxiserprobter Workflow hilft, effizient und zugleich kritisch mit KI zu arbeiten.
Florian Podewils
Florian Podewils
Gastautor

Als Berater für Suchmaschinenmarketing beschäftige ich mich täglich damit, wie Menschen – und zunehmend auch Maschinen – Informationen finden und bewerten. In meiner Arbeit erlebe ich die wachsende Neugier, aber auch die Unsicherheit im Umgang mit KI-Tools. Besonders Lehrkräfte stehen unter enormem Zeitdruck und suchen nach Wegen, um ihre Unterrichtsvorbereitung zu beschleunigen.

In den vergangenen Monaten habe ich verschiedene KI-Sprachmodelle, sogenannte Large Language Models (LLMs), in der Praxis getestet. Ich wollte wissen: Was leisten sie wirklich für die Vorbereitung einer neuen Unterrichtseinheit, und wo liegen die Risiken für den Bildungsbereich?

Was ist Perplexity und wie unterscheidet es sich von anderen Tools?

Perplexity ist eine KI-gestützte Suchmaschine, die auf Large Language Models basiert. Anders als bei ChatGPT oder Claude erhalten Sie hier nicht nur eine Antwort, sondern diese wird direkt mit Quellenangaben verknüpft. Das macht Perplexity besonders interessant für die Unterrichtsvorbereitung: Sie stellen eine Frage und bekommen eine zusammenfassende Antwort, samt Links zu den verwendeten Quellen.

Der Unterschied zu Google liegt darin, dass Perplexity die Informationen aus verschiedenen Quellen bereits für Sie zusammenfasst und aufbereitet. Statt durch zehn verschiedene Websites zu klicken, erhalten Sie eine kompakte Antwort mit den wichtigsten Informationen. Der Unterschied zu ChatGPT besteht darin, dass Perplexity aktiv im Internet recherchiert und die gefundenen Quellen angibt, während ChatGPT primär auf sein Trainingswissen zurückgreift.

Das klingt zunächst nach dem idealen Werkzeug für die Unterrichtsvorbereitung. In meinen Tests hat sich gezeigt: Wenn Sie Perplexity mit präzisen Anweisungen füttern, insbesondere welche Quellen es nutzen soll, liefert das Tool tatsächlich beeindruckend gute Ergebnisse.

Das Effizienzversprechen von KI-Recherche

Der Hauptgrund für das Interesse ist der Zeitdruck. Wer mehrere Fächer vorbereiten muss, weiß, wie schnell für die Recherche zu einer neuen Unterrichtsreihe mehrere Stunden vergehen können. Die Versprechen der KI-Industrie sind groß. Eine Analyse von McKinsey & Company aus dem Jahr 2023 schätzt, dass generative KI die Produktivität in vielen Bereichen um 60 - 70 % steigern kann. Doch kann dieses Versprechen im anspruchsvollen Bildungskontext gehalten werden?

Welche Tools ich konkret nutze

Ich arbeite hauptsächlich mit drei verschiedenen Systemen für unterschiedliche Aufgaben: ChatGPT für erste Ideensammlungen, Claude für längere Textanalysen und Perplexity speziell für Recherchen mit Quellenangaben.

Problem 1: Das Trugbild der Quellen – Warum die KI halluziniert

Die Erkenntnis aus meiner Praxis ist: Auch wenn Perplexity Quellen angibt, ist die Information nicht zwangsläufig korrekt. Dieses Phänomen ist als KI-Halluzination bekannt und liegt in der Natur der Sache: Die KI arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten, nicht mit Fakten. Die KI wählt nicht die korrekteste Information, sondern reiht die statistisch wahrscheinlichsten Wörter aneinander. Das erklärt perfekt, warum die Zusammenfassung manchmal nicht exakt das wiedergibt, was in der verlinkten Quelle steht.

Für die Praxis bedeutet das: Jede relevante Information muss in der Originalquelle überprüft werden.

Die gute Nachricht: Wenn Sie von Anfang an im Prompt vorgeben, welche Quellen die KI nutzen soll, erhalten Sie deutlich bessere Ergebnisse und die Überprüfung fällt leichter.

Problem 2: Die fehlende didaktische Brücke

Ein weiteres, für Lehrkräfte entscheidendes Manko: KI-Sprachmodelle können Inhalte nicht zuverlässig didaktisch reduzieren. Eine wissenschaftliche Analyse zeigt, dass ChatGPT nicht in der Lage ist, Inhalte altersgerecht zu vereinfachen und stattdessen zu wissenschaftlich unsauberen Formulierungen neigt.

Problem 3: Datenschutz im Schulkontext

Die Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörden hat klargestellt: KI-Anwendungen, die personenbezogene Daten verarbeiten, müssen DSGVO-konform sein.

Daraus ergibt sich eine einfache, wie klare Regel: Niemals Namen oder sensible Informationen von Kunden, Klienten oder Schülerinnen und Schülern in ein KI-Tool eingeben.

Mein empfohlener Workflow

Aufgrund dieser Einschränkungen habe ich einen hybriden Workflow entwickelt, der sich in der Praxis bewährt:

  • Phase 1 (Überblick):

    Ich starte mit Perplexity, um einen schnellen Überblick zu gewinnen und relevante Schlüsselbegriffe zu identifizieren. Dabei kann man die Qualität der zur Antwort genutzten Quellen direkt über den eigenen Prompt beeinflussen:
    Um das Problem des „Quellenchaos" von Anfang an zu minimieren, gebe ich der KI die Anweisung, bevorzugt bestimmte, vertrauenswürdige Quellentypen zu nutzen. Sie können dies direkt in Ihre Anfrage einbauen. So zwingen Sie das Tool, sich auf das zu konzentrieren, was für Sie als Lehrkraft relevant ist.

    Beispiele für präzisere Prompts:
    • Fasse die Hauptursachen des Scheiterns der Weimarer Republik für eine 9. Klasse zusammen. Nutze dafür ausschließlich Quellen von Bildungsservern der Länder, der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb.de) oder anerkannten historischen Museen.
    • Erkläre das Prinzip der Fotosynthese für die Sekundarstufe I. Beziehe dich dabei vorrangig auf Lehrmaterialien von Lehrer-Online und den deutschen Bildungsservern.

    Dieser kleine Zusatz im Prompt erhöht die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass die gelieferten Quellen bereits eine hohe Relevanz und Qualität für den Unterricht haben. In meinen Tests hat diese Strategie durchweg zu sehr guten Ergebnissen geführt.
  • Phase 2 (Tiefe):

    Anschließend wechsle ich zu den etablierten Quellen, die Sie aus Ihrem Berufsalltag kennen: die Bildungsserver der Länder, Fachportale wie Lehrer-Online oder eine gezielte, kritische Google-Suche.
  • Phase 3 (Verifizierung):

    Jede Kernaussage wird kritisch geprüft. Wie auch die wissenschaftliche Literatur fordert: "Aussagen von ChatGPT müssen stets reflektiert und gegebenenfalls korrigiert werden."

    Die KI spart mir die ersten 30 Minuten des Herumstöberns, aber die etablierten Bildungsportale geben mir die Sicherheit, mich auf verlässliche Informationen zu stützen.

Abschließende Empfehlung für Lehrkräfte

Nutzen Sie KI-Tools für die Recherche, aber bleiben Sie kritisch. Sie sind nützliche Helfer für den Einstieg in ein Thema, aber kein Ersatz für gründliche Quellenarbeit.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Qualität Ihrer Prompts: Geben Sie von Anfang an vor, welche Quellentypen die KI nutzen soll. Das verbessert die Ergebnisse erheblich und macht die spätere Überprüfung effizienter.

Investieren Sie die gesparte Zeit in die Überprüfung der Ergebnisse. Seien Sie besonders vorsichtig bei allem, was mit Daten von Schülerinnen und Schülern zu tun hat.

Bleiben Sie neugierig auf die Weiterentwicklung dieser Tools, aber bewahren Sie Ihre professionelle Wachsamkeit. Ihre pädagogische Expertise und Ihr kritisches Urteilsvermögen sind durch keine KI ersetzbar.

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Wer schreibt hier?

Florian Podewils entwickelt seit über zehn Jahren SEO-Strategien für Unternehmen und Organisationen. Als SEO-Experte und Google Partner berät er Kunden dabei, ihre Sichtbarkeit in klassischen Suchmaschinen und KI-Systemen zu erhöhen. Besonders interessiert ihn die Frage, wie sich die Suche durch KI-Tools wie ChatGPT oder Perplexity verändert und was das für die Informationsbeschaffung bedeutet. Neben seiner Beratungstätigkeit gibt er als Dozent sein Wissen weiter. Mehr Informationen: www.suchimpuls.de