Unterrichtsmaterialien und Projekte zum Thema Fake News
Die Lernplattform "so geht MEDIEN" bietet Videos, Tutorials und Unterrichtsmaterial zur Medienbildung, die Sie für Ihren Unterricht nutzen können. Sie finden auf der Seite auch komplette Stundenabläufe mit Anregungen für Arbeitsaufträge an Ihre Schülerinnen und Schüler. "so geht MEDIEN" ist ein Angebot von ARD, ZDF und Deutschlandradio unter der Federführung des Bayerischen Rundfunks.
Auf der Website von Coding for Tomorrow finden Sie neben grundlegenden Informationen zur digitalen Meinungsbildung und den Themen Hate Speech, Algorithmen in Social Media und Fake News in den Unterricht auch Unterrichtsprojekte zu den Themen "Warum Fake News verbreitet werden" und "Fake News – Falschmeldungen im Netz erkennen".
Hier können Schüler ihr Fake News-Wissen in Quizform testen:
Das Fake News-Quiz auf handysektor.de und der SWR Fakefinder
Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb_) und ZEBRA stellen einen digitalen Selbsttest zum Testen der Fähigkeiten im Umgang mit Nachrichten im Internet bereit.
Saferinternet.at bietet ein Quiz an, mit dem sich die Schülerinnen und Schüler im
Erkennen von Deep Fakes üben können.
Die Konrad-Adenauer-Stiftung bietet auf dem Adenauercampus mehrere Unterrichtsmodule zum Thema Fake News an.
Und noch ein Unterrichtstipp von uns mit dem Ihre Schülerinnen und Schüler Fake News besser erkennen lernen:
Stellen Sie Ihrer Klasse Infomaterial zum Thema „Fake News“ und wie sie Falschmeldungen erkennen zur Verfügung, wie z.B. unsere 10 Tipps zur Fake News-Enttarnung.
Geben Sie Ihren Schülerinnen und Schülern nun eine echte Meldung und zwei Fake News. Aktuelle Falschmeldungen und deren Widerlegung finden Sie z.B. auf mimikama.at.
Die Schülerinnen und Schüler sollen überprüfen, welche Hinweise dafürsprechen, dass die Meldungen falsch sind und diese Punkte notieren.
Diese Fragen können ihnen helfen:
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- Gibt es Hinweise auf den Urheber?
- Was ist die Hauptaussage der Meldung?
- An wen richtet sich die Nachricht?
- Sind widersprüchliche Aussagen oder Behauptungen ohne Belege enthalten?
- Welches Ziel soll mit der Falschmeldung verfolgt werden?
- Wovon soll man überzeugt werden?
- Sind vielleicht mehr oder weniger verborgene Botschaften darin enthalten?
- Werden Personen, Personengruppen oder Länder diskreditiert?
- Gibt es andere Nachrichten zum Thema der Meldung?
Warum ist es besonders wichtig, Schülerinnen und Schüler fit im Umgang mit Fake News zu machen?
Schülerinnen und Schüler verbringen viel Zeit auf den unterschiedlichen Social Media-Kanälen und kommen dort unweigerlich in Kontakt mit gefälschten Nachrichten. Doch obwohl sie so häufig online sind, fehlt vielen die Medienkompetenz, um Informationen richtig einzuordnen und kritisch zu hinterfragen:
Nach einer Sonderauswertung der PISA-Studie 2022 traut sich nur rund die Hälfte der befragten Jugendlichen zu, Inhalte richtig einzuschätzen, ein Drittel prüft Informationen vor dem Teilen nicht.
In einer US-Studie mit fast 8.000 Kindern und Jugendlichen ab 10 Jahren konnten 80 % der 12- bis 13-Jährigen Werbung nicht von echten Nachrichten unterscheiden. Professor Sam Wineburg, der die Studie leitete, erklärte in einem Interview mit „Die Zeit“, dass viele Schüler die Glaubwürdigkeit einer Nachricht vor allem an Zahlen, Statistiken und Bildern festmachen. Das ist verständlich, führt aber oft zu falschen Einschätzungen.
Fehlt diese Kompetenz, riskieren Jugendliche, Fehlinformationen zu glauben und weiterzuverbreiten. Dies kann ihr Urteilsvermögen beeinträchtigen, sie politisch beeinflussen und ihr Vertrauen in verlässliche Quellen und demokratische Institutionen untergraben.
Deshalb ist es entscheidend, sie frühzeitig für kritisches Denken und den bewussten Umgang mit Medien zu sensibilisieren!
Info
Im Frühjahr 2020 führte das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag der Stiftervereinigung der Presse eine Umfrage mit über 500 Lehrkräften an weiterführenden Schulen zum Thema Nachrichtenkompetenz durch.
Dabei zeigte sich, dass das Thema Nachrichtenkompetenz und die Fähigkeit, Nachrichten in den Medien zu verstehen und einordnen zu können von 55% der Befragten als besonders wichtig und von 40% als „auch noch wichtig“ angesehen wird. Das Erkennen von Fake News wurde dabei von 84% als besonders wichtiger Aspekt angegeben. Nur jede dritte Lehrkraft sieht aber im Rahmen des Lehrplans genügend Raum für eine ausreichende Vermittlung gegeben.
Warum werden Fake News in die Welt gesetzt?
Hinter Fake News stecken meist zwei Hauptmotive: Profit und die Beeinflussung und Manipulation der öffentlichen Meinung.
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Profit:
Reißerische Inhalte erzeugen hohe Klickzahlen – das macht Fake-News-Seiten attraktiv für Werbeanzeigen. Je empörender die Schlagzeile, desto größer der Traffic und damit die Einnahmen. Manche Inhalte dienen auch als Köder für Phishing-Versuche, um an persönliche Daten zu gelangen.
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Manipulation:
Besonders im Hinblick auf Wahlen oder allgemein einer Einflussnahme auf die Meinung der Bevölkerung werden Falschmeldungen veröffentlicht, die v.a. schwankende Wähler beeinflussen und in eine bestimmte Richtung lenken sollen.
Rechtsextreme und rechtspopulistische Akteure nutzen Falschmeldungen, um Vorurteile zu schüren, Angst zu verbreiten und das Vertrauen in die demokratische Grundordnung zu untergraben. Solche Strategien tragen gezielt zur Spaltung der Gesellschaft bei und erschweren einen sachlichen politischen Diskurs.
Im Bezug auf Kriege sind Fake News ein mächtiges Propagandainstrument. Mit Desinformationen und manipulierten Bildern und Videos soll der Rückhalt in der Bevölkerung gestärkt oder die gegnerische Seite demoralisiert werden.
Meist haben Fake News das Ziel, Stimmung gegen etwas oder jemanden zu machen und Menschen zu verunsichern.
Und was haben „Social Bots“ damit zu tun?
Social Bots sind automatisierte Programme, die in sozialen Netzwerken wie echte Nutzer wirken: mit Profilbild, Beiträgen und Followern. Sie reagieren auf bestimmte Begriffe oder Hashtags und verbreiten massenhaft vorgefertigte Inhalte.
Ihr Einsatz kann das Meinungsbild künstlich verzerren – es wirkt, als gäbe es eine klare Mehrheit für oder gegen ein Thema. In Wahrheit handelt es sich oft um künstlich erzeugte Zustimmung oder Empörung.
Social Bots verstärken damit gezielt die Wirkung von Fake News: Sie sorgen für Reichweite, Sichtbarkeit und scheinbaren Rückhalt – selbst wenn dieser in der Realität gar nicht existiert.