3. Belohnungen:
Als Pädagoginnen und Pädagogen wissen Sie: Erfolgserlebnisse und Belohnungen motivieren – auch Sie selbst!
Gönnen Sie sich etwas! Nach Abi-Klausuren darf’s schon etwas mehr sein, sonst lädt auch Schokolade, ein gutes Buch oder ein Spaziergang die Batterien wieder auf.
4. Das Beste zuerst (und zum Schluss):
Es ist ziemlich demotivierend, wenn schon unter der ersten Arbeit eine frustrierende Punktezahl steht.
Sie kennen doch Ihre Pappenheimer: Reservieren Sie für den Anfang und den Schluss Klausuren, bei denen Sie gute Ergebnisse erwarten.
So starten Sie gut gelaunt und beenden die Korrekturrunde positiv (und vielleicht überrascht Sie eine Schülerin oder ein Schüler auch auf der Strecke dazwischen).
5. Tschüss Perfektionismus (aber nicht: Hallo Schludrigkeit!):
Während des Studiums und vielleicht noch im Referendariat musste alles vollkommen sein. Jede Unterrichtsstunde war ein Feuerwerk und die Kommentare unter den Klausuren waren überaus geistreich. Damit ist jetzt Schluss!
Das klingt hart, aber Perfektionismus ist v.a. zu Beginn der Lehramtskarriere kaum zu leisten. Um nicht auf ein Burnout zuzusteuern, müssen Sie die Korrekturen professionell, aber etwas entspannter sehen. Und falls Ihnen einmal ein Fehler entgeht, wird es Ihnen der Schüler bzw. die Schülerin sicher nicht nachtragen …
6. Schnelle Entscheidungen:
Überlegen Sie nicht zu lange, ob Sie zwei oder drei Punkte für eine Aufgabe geben. Langes Sinnieren und Vergleiche kosten zu viel Zeit (s. 5. „Tschüss Perfektionismus“).
Am besten klappt es mit den schnellen Entscheidungen, wenn Sie aufgabenweise korrigieren. So ist gewährleistet, dass Sie einheitlich bewerten. Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl, das Sie in Ihrer Schul- und Studienzeit, im Referendariat und während Ihrer bisherigen Lehrertätigkeit ständig geschult haben.
7. Nicht ablenken lassen:
Das ist leichter gesagt als getan!
Der größte Feind einer zügigen Korrektur ist die Prokrastination (oder langweiliger: das Aufschieben). Erste Erfahrungen mit dieser Technik sammeln wir meist schon mit Beginn der ersten Hausarbeit im Studium: Das Schreiben läuft etwas zäh und plötzlich schießen uns tausend Dinge durch den Kopf, die wir unbedingt erledigen sollten. Also holen wir uns einen Kaffee, dann ist da plötzlich ein Fussel auf dem Boden und wir müssen saugen, außerdem sollten die Bücher nun wirklich endlich mal nach Autoren sortiert werden, nun drückt die Blase und ach, jetzt wär ein Kaffee ‘ne feine Sache …
So wird das nötige Korrigieren immer weiter hinausgezögert und verschoben und das unausweichliche Zählen der verbleibenden Klausuren (auch so eine Prokrastiniationstechnik …) fällt deprimierend aus.
- Statt jedem Impuls sofort nachzugehen oder die Bedürfnisse komplett zu unterdrücken (funktioniert eh nicht, irgendwann starrt man nur noch auf sein Blatt und denkt „Kaffee, Kaffee, Kaffee …“), sollten Sie die Gedanken aufschreiben, so erst mal loswerden und nach einer festgelegten Zeit im Paket erledigen. Vieles ist dann plötzlich gar nicht mehr so wichtig …
- Für viele die Ablenkung Nummer 1: Das Smartphone. Schalten Sie es in Korrekturphasen am besten auf "Nicht stören".
Übrigens: die Autorin dieses Textes ist nicht besser. Während ich nun auf den Punkt kommen sollte, suche ich bei YouTube nach witzigen Prokrastinations-Videos … Na ja, wenigstens war die Suche erfolgreich:
8. Sie brauchen eine tomatenförmige Eieruhr (okay, es funktioniert auch mit einer Countdown-App oder einer eierförmigen Eieruhr):
Sollte das oben beschriebene Verhalten auf Sie zutreffen und Sie beim Korrigieren jedem Eichhörnchen dankbar sind, das an ihrem Fenster vorbeiläuft, ist die „Pomodoro-Technik“ etwas für Sie! Den Namen erhielt die Methode übrigens von den klassischerweise verwendeten Eieruhren in Tomatenform. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Apps (z. B. Focus Keeper, FokusPomo) und browserbasierte Anwendungen (z. B. Tomato Timer, Pomofocus)