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Klassenarbeiten durchführen

Welche Regelungen gibt es rund ums Thema „Klassenarbeiten schreiben“?

Da die Noten der Klassenarbeiten, die die Schüler in den verschiedenen Fächern schreiben, maßgeblich zur Zeugnisnote beitragen, sind Klassenarbeiten, deren Bewertung und was dabei eigentlich erlaubt ist, ein viel diskutiertes Thema.

Hier möchten wir einige häufig gestellten Fragen klären.

Wichtig ist dabei zu beachten, dass sich die Regelungen in den verschiedenen Bundeländern und für verschiedene Schularten unterscheiden können. Auch sind nicht immer für jedes Bundesland und jede Schulart verbindliche Vorgaben festgelegt worden. Im Beitrag nennen wir einige Beispiele, die sich gut als Richtwert eignen.

Wer ganz sicher gehen möchte, wendet sich an das Kultusministerium des jeweiligen Bundeslands.

Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar. Wir prüfen die Inhalte unserer Beiträge immer mit größter Sorgfalt, dennoch können wir keine Gewähr für deren Aktualität, Vollständigkeit und inhaltliche Richtigkeit übernehmen.

Was ist bei der Rückgabe von Klassenarbeiten zu beachten?

Anlass dieses Beitrags war die Frage einer Mutter zweier Oberstufenschüler, die sich vor kurzem an uns wandte: Sie wollte in Erfahrung bringen, ob es erlaubt sei, dass die Aufgabenblätter bei der Rückgabe der Klassenarbeiten an der Schule ihrer Kinder üblicherweise nicht wieder mit ausgeteilt werden. Die Begründung für diese Praxis sei, dass ein Weiterreichen der Aufgabenblätter an andere Klassen verhindert werden solle.

Was ist bei der Rückgabe von Arbeiten zu beachten?

In diesem Fall kann man sicher diskutieren, ob die Fragestellungen für das Nacharbeiten der Fehler nicht hilfreich wären, oder ob die Besprechung der Arbeit den Schülern hierzu ausreichend Möglichkeiten gibt (oder ob es nicht möglich ist, in verschiedenen Klassen unterschiedliche Fragen zu stellen, sodass das Weitergeben der Aufgabenblätter zwar eine Übungshilfe für die Schüler der anderen Klassen, aber kein unlauterer Vorteil wäre).

Auf jeden Fall müssen die Schüler im Rahmen einer Besprechung der korrigierten und zurückgegebenen Arbeit die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen, sodass alle Unklarheiten beseitigt werden können.

Darüber, ob nun auch das Blatt mit den Aufgaben unter die Rückgabepflicht fällt, haben wir keine Angaben gefunden. Dies scheint im Ermessen der Lehrkräfte zu liegen.

Aus den oben genannten Gründen oder weil das Einsammeln zu viel Unterrichtszeit kostet, geben manche Lehrkräfte auch die gesamte Klassenarbeit nach der Besprechung nicht mit nach Hause. In diesem Fall sollte den Erziehungsberechtigten zumindest auf Anfrage ermöglicht werden, in die Klassenarbeiten Einblick zu nehmen.

Für Nordrhein-Westfalen ist dieser Fall in der Verordnung über den Bildungsgang und die Abiturprüfung in der gymnasialen Oberstufe eindeutig geregelt: „Die Klausuren werden nach Benotung und Besprechung mit den Schülerinnen und Schülern diesen mit nach Hause gegeben, damit die Eltern Kenntnis nehmen können; sie sind auf Verlangen spätestens nach einer Woche an die Schule zurückzugeben.“ (APO-GOst §14, Absatz 5)

Im Beitrag zur Rückgabe von Klassenarbeiten finden Sie noch viele Tipps sowie eine Checkliste zum Abhaken mit allen wichtigen Punkten.

Wie hoch ist die Anzahl der Klassenarbeiten pro Fach?

Wie viele Klassenarbeiten pro Fach innerhalb eines Schuljahres geschrieben werden sollen, hängt von den Verordnungen des Bundeslands, der Schulart und der Klassenstufe ab.

Als Beispiel finden Sie hier die Weiterleitung zu der in Nordrhein-Westfalen gültigen Regelung:
Anzahl der Klassenarbeiten in Nordrhein-Westfalen (Bildungsportal des Landes Nordrhein-Westfalen)

Wie viele Klassenarbeiten dürfen pro Woche bzw. pro Tag geschrieben werden?

Pro Tag soll nur eine Klassenarbeit geschrieben werden.

Innerhalb einer Kalenderwoche können auf die Schüler je nach Bundesland und Schulart zwei bis drei Arbeiten zukommen.

Grundsätzlich gilt, dass die Klausuren gleichmäßig über das Schuljahr verteilt werden sollen.

Pro Tag darf nur eine Klassenarbeit geschrieben werden.

Was dürfen Sie prüfen?

Geprüft werden dürfen üblicherweise Lerninhalte, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die vorher im Unterricht erarbeitet, vertieft und durch Übungen gefestigt wurden. Das heißt, Informationen, die z. B. im Lehrbuch stehen, aber nicht behandelt wurden, sollten nicht Teil der Klassenarbeit sein.

Darf eine Klassenarbeit geschrieben werden, bevor die letzte nicht herausgegeben wurde?

Das ist nicht möglich.
Die vorausgegangene Arbeit muss vorher korrigiert und besprochen werden.

Müssen Sie Klassenarbeiten ankündigen?

An weiterführenden Schulen ist die Ankündigung einer Klassenarbeit üblich. „Klassenarbeiten sind in der Regel anzukündigen.“, lautet der Passus hierzu in der für Baden-Württemberg geltenden Verordnung des Kultusministeriums über die Notenbildung (Notenbildungsverordnung: §8, Absatz 1).

Für Grundschulen kann es anders aussehen: So müssen Arbeiten z. B. an bayerischen Grundschulen erst ab Klasse 4 angekündigt werden (Schulordnung für die Grundschulen in Bayern: §10, Absatz 2).

Wann die Ankündigung erfolgen sollte, ist nicht immer genau festgelegt. Einen Anhaltspunkt gibt wieder das eben zitierte Beispiel aus Bayern. Hier heißt es, der schriftliche Leistungsnachweis muss mindestens eine Woche vorher bekannt gegeben werden.

Tests, d. h. kürzere, weniger stark gewichtete, mündliche oder schriftliche Überprüfungen des Leistungsstands der Schüler, dürfen auch ohne Ankündigung durchgeführt werden. Sie beziehen sich in der Regel auf die direkt vorangegangenen Unterrichtsstunden. Schüler, die in dieser Zeit gefehlt haben, können deshalb nicht geprüft werden.

Müssen Sie Schüler versäumte Klassenarbeiten nachschreiben lassen?

Fehlt ein Schüler entschuldigt, liegt es in Ihrem Ermessen, ob Sie ihn die Arbeit wiederholen lassen. Kann der Schüler keine Entschuldigung vorweisen, kann diese wie bei einem Täuschungsversuch mit „ungenügend“ bewertet werden.

Wie viel Zeit ist für die Korrektur vorgesehen?

Für Niedersachen regelte der Erlass „Schriftliche Arbeiten in den allgemeinbildenden Schulen“, dass die Korrekturzeiten „im Primarbereich eine Woche, im Sekundarbereich I zwei Wochen und im Sekundarbereich II drei Wochen nicht überschreiten sollen“. Obwohl der Erlass nur bis zum 31.07.2017 Gültigkeit hatte, können diese Angaben als Richtwerte angesehen werden.

Grundsätzlich gilt, dass eine möglichst zeitnahe Rückgabe sinnvoll ist.

Zeitnah korrigieren – nicht immer leicht umzusetzen …

Wann dürfen Sie Schüler keine Arbeiten schreiben lassen?

Hier lohnt sich ein Blick in die Regelungen Ihres Bundeslandes:

In Nordrhein-Westfalen dürfen Klassenarbeiten z.B. nur vormittags durchgeführt werden (BASS 12-63 Nr. 3).

In manchen anderen Bundesländern dürfen am Tag nach den Ferien, an Sonn- oder Feiertagen keine Klassenarbeiten geschrieben werden.

In Baden-Württemberg gilt beispielsweise für Grund- und Sonderschulen, dass am „ersten Schultag nach einem zusammenhängenden Ferienabschnitt sowie an dem auf einen Sonntag oder gesetzlichen Feiertag folgenden Tag (…) keine schriftlichen Arbeiten geschrieben werden (dürfen), die der Lernkontrolle und dem Leistungsnachweis dienen.“
(Verordnung des Kultusministeriums über die Schülerbeurteilung in Grundschulen und Sonderschulen vom 29. November 1983, §2, Absatz 3).

Über Bettina Kroker

Seit 2014 arbeite ich bei Betzold in Ellwangen als Online-Redakteurin. Im Betzold-Blog möchte ich Lehrerinnen und Lehrern den ein oder anderen Tipp weitergeben, der den Schulalltag erleichtert und Zeit spart. Da ich stets auf der Suche nach neuen, interessanten Blog-Themen bin, freue ich mich immer über Ihre Vorschläge: blog@betzold.de.

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