3. Verplemperte Minuten sammeln
Eine andere Möglichkeit ist es, die verlorene Zeit zu „sammeln“ und dann in einer extra Stunde nachzuholen.
So funktioniert’s:
Um die Minuten zu sammeln benötigen Sie eine Stoppuhr, die Sie für die Schülerinnen und Schüler sichtbar immer dann starten, wenn es zu unruhig wird. Sobald es wieder ruhig ist halten Sie die Uhr an. Dann notieren Sie die Minuten und addieren die verlorene Zeit bis 45 Minuten erreicht sind. Tritt dieser Fall ein, setzen Sie eine extra Stunde an, in der die verlorene Unterrichtszeit nachgeholt wird.
Wichtig dabei ist, dass Sie Ihre Schülerinnen und Schüler und am besten auch deren Eltern über diese Konsequenz verbummelter Zeit vorab informieren. Auf jeden Fall müssen Sie sie über den Termin der Nachholstunde in Kenntnis setzen.
Vor- und Nachteile:
- Diese Konsequenz Ihres Verhaltens ist für die Schülerinnen und Schüler ziemlich unangenehm, dabei aber angemessen.
- Die Schülerinnen und Schüler erhalten die Möglichkeit, mit dem Unterrichtsstoff weiter voranzukommen (ob Ihre Schülerinnen und Schüler das als Vorteil sehen, lassen wir mal dahingestellt …).
- Die Sonderstunde ist sozusagen eine Serviceleistung von Ihnen, für die Sie Zeit investieren müssen.
- Es sind Diskussionen mit Eltern möglich, die dieses Vorgehen ablehnen. Machen Sie in diesem Fall deutlich, dass es sich nicht um ein Nachsitzen als Kollektivstrafe handelt, sondern Unterrichtsstoff behandelt wird, der aufgrund des unruhigen Verhaltend der Klasse nicht durchgenommen werden konnte. Wie gesagt, im Grunde ist es ein Service von dem die Schülerinnen und Schüler profitieren, keine Strafe :)
4. Zeitkonto einrichten
Ein Zeitkonto bietet Schülerinnen und Schülern die Chance, sich durch positives Verhalten selbst zu belohnen :)
So funktioniert’s:
Zu Beginn der Woche geben Sie Ihren Schülerinnen und Schülern einen „Zeitvorschuss“, den Sie auf ihrem Zeitkonto anlegen können. Sie können Ihnen z.B. 10 x 3 Minuten Zeit „schenken“. Jedes Mal, wenn die Schülerinnen und Schüler Unterrichtszeit durch Trödeln oder Stören verplempern, geben Sie Bescheid, dass sie durch ihr Verhalten 3 Minuten der geschenkten Zeit verloren haben.
Am Ende der Unterrichtswoche erfolgt der Blick auf das Konto: Ist Zeit übrig geblieben, werden die Minuten zusammengezählt. Je nach verfügbarer Zeit kann der Zeitkontostand für kleine Vorleseeinheiten, ein Spiel oder was die Schülerinnen und Schüler sonst gerne machen, ausgegeben werden. Ist keine Zeit übrig, gibt es natürlich auch keine Belohnung.
Vor- und Nachteile:
- Die Aussicht auf eine Belohnung motiviert die Schülerinnen und Schüler zum Mitmachen.
- Die Schülerinnen und Schüler sind sich bewusst, dass jeder mitmachen muss, um die geschenkte Zeit bis zum Ende der Woche zu retten.
- Es erfolgen keine Konsequenzen, wenn das Zeitkonto überzogen wird.
5. Beschützt den Zeitschatz
Achtung die Zeitdiebe treiben ihr Unwesen :)
Auch bei dieser Variante wird mit einem Belohnungssystem gearbeitet.
So funktioniert’s:
Zu Beginn jeder Stunde erhält die Klasse einen Schatz von fünf Muggelsteinen, Perlen oder einer anderen geeigneten „Währung“. Immer abwechselnd darf ein Schüler/eine Schülerin der „Wächter des Schatzes“ sein.
Immer wenn es unruhig in der Klasse wird, haben die Zeitdiebe leichtes Spiel: Sie stehlen ein Stück des Schatzes. Schaffen es die Schülerinnen und Schüler am Stundenende noch vier oder alle fünf Muggelsteine bzw. Perlen zu haben, erhalten sie einen Stempel auf eine dafür vorbereitete Klassenzeitstempelkarte. Bei ein bis drei Stücken passiert nichts. Ist der Schatz komplett leergeräubert, wird ein Stempel wieder durchgestrichen.
Am Ende der Woche oder auch nach zwei Wochen (je nachdem wie häufig Sie in der Klasse unterrichten) werden die Stempel gezählt. Jeder Stempel entspricht drei Minuten Zeit, die für schöne Klassenaktivitäten genutzt wird.
Vor- und Nachteile:
- Bei dieser Variante sind im Unterschied zum vorangegangenen Vorschlag auch Folgen für negatives Verhalten möglich.
Wie eingangs schon erwähnt, ist es auch stark von den Schülerinnen und Schülern abhängig, was funktioniert. Auch das Alter spielt eine Rolle: Mit Belohnungssystemen wird besonders gern im Primarbereich und in den unteren Klassenstufen der Sekundarstufe I gearbeitet.