2. Jeder hält seinen Lernbereich sauber:
Besonders ältere Schülerinnen und Schüler sind oft nicht so leicht für einen Ordnungsdienst zu gewinnen. Alternativ kann jeder den Bereich sauber halten, der seinen Platz umgibt.
So funktioniert’s:
Nach hinten, nach vorn und an die Seiten reicht dieser Bereich bis zur Wand, am Gang sitzende Schülerinnen und Schüler sind bis zur Gangmitte zuständig.
Wichtigste Regel ist: Es ist egal, wer den Müll verursacht hat, jeder säubert seinen Bereich.
Wie diese Lösung im Detail aussehen kann, schildert Jochen Lüders auf seinem Lehrerblog jochenenglisch.de. Er plädiert auch für das Aufräumen zu Stundenbeginn.
Eine gute Idee: So unterrichtet man in einem sauberen Klassenzimmer und das Aufräumen fällt nicht dem immer zu früh kommenden Läuten zum Opfer.
3. „Schnipselsammlung“:
Diese Option ist sinnvoll, wenn gerade besonders viel auf dem Boden herumliegt. Oder wenn Sie kein dauerhaftes „Ordnungskonzept“ einführen können (z. B. im Fall von Vertretungsstunden) oder möchten (z. B. weil der Boden nur sehr selten verschmutzt ist).
So funktioniert’s:
Abhängig davon, wie vermüllt der Raum ist, legen Sie zu Stundenende (oder -beginn) fest, wie viele Papierschnipsel oder andere abfallwürdige Gegenstände die Schülerinnen und Schüler aufsammeln sollen. Bevor die Kinder das Klassenzimmer verlassen (oder sich auf ihren Platz setzen), werfen sie die eingesammelten Müllteile in den Abfalleimer.
So wird das Zimmer zwar nicht lupenrein sauber, aber eine deutliche Verbesserung ist allemal drin ;-)
4. Wettbewerb „Sauberes Klassenzimmer“:
Ein Wettbewerb macht das Ordnung halten für die Schülerinnen und Schüler deutlich attraktiver! Außerdem müssen sie, um zu gewinnen, als Klasse zusammenhalten und lernen Verantwortung für das „eigene“ Zimmer zu tragen.
Für diese Variante ist allerdings ein bisschen Überzeugungsarbeit gefragt: Sie benötigen den Rückhalt des Kollegiums, der Schulleitung und des Fördervereins der Schule. Da aber alle an schönen Klassenräumen interessiert sein dürften, sollte das nicht allzu schwer werden.
So funktioniert’s:
- Vorab werden die Kriterien, auf die die Jury achten soll, festgelegt (z. B. Sauberkeit von Boden, Tafel, Tischen, ordentliche Schränke, Garderobe).
- Überlegen Sie sich, über welchen Zeitraum der Wettbewerb laufen soll. Ein ganzes Schuljahr ist etwas lang, sodass das Ziel aus dem Blick geraten kann.
- Mit einer Tabelle, die den aktuellen Punktestand zeigt, kann man das vermeiden.
- Dann wird die Jury gewählt. Neben den Kolleginnen und Kollegen, Klassen- oder Schülersprechern bietet sich hier natürlich der Hausmeister oder das Reinigungspersonal an :)
- Die Kontrollen finden unangekündigt statt. Ein Punktesystem erleichtert eine objektive Bewertung.
- Und natürlich brauchen Sie auch Preise für die Gewinner. Wen Sie den Förderverein für die Idee gewinnen können, kann z. B. etwas Geld für die Klassenkasse in Aussicht gestellt werden.
5. Lehrerraumprinzip einführen:
Schulen, die auf Lehrerunterrichtszimmer umgestellt haben, haben weit seltener Probleme mit vermüllten Räumen und Vandalismus.
So funktioniert’s:
Um vom Klassen- auf ein Lehrerraumprinzip umzusatteln ist Planungszeit, Überzeugungsarbeit und v.a. eine dafür geeignete Raumsituation nötig. Wenn Sie sich für die Umsetzung eines Lehrerraumprinzips interessieren, schauen Sie doch in unseren Blogbeitrag „Vor- und Nachteile des Lehrerraumprinzips“.