Sind Blended Learning, Hybrid Learning und Flipped Classroom dasselbe?
Nein, sind sie nicht, obwohl die Begriffe oft synonym verwendet werden.
- Blended Learning ist so konzipiert, dass Onlinelernen das Präsenzlernen vor Ort unterstützt. Alle Lernende nehmen an Präsenzaktivitäten und Onlineaktivitäten teil. Die Präsenz und Onlinekomponenten finden nicht gleichzeitig statt.
- Hybrid Learning ist, was gerade in Zeiten von Corona häufig passiert: Manche Schüler sind im Unterricht in der Schule, andere loggen sich von Zuhause aus ein. Beide Gruppen werden gleichzeitig unterrichtet.
- Flipped Classroom ist eine pädagogische Methode, bei der der Präsenzunterricht anders gestaltet wird. Bestimmte Aufgaben wie Lesen, Videos usw. werden außerhalb des Unterrichts gemacht (oft als Hausaufgabe oder Vorbereitung) und andere, interaktivere Lernaktivitäten und Übungen finden im Unterricht statt (z. B. Rollenspiele, Diskussionen usw.).
Gibt es einen Unterschied zwischen Homeschooling in Deutschland und Homeschooling in Amerika?
Ja, gibt es. In Deutschland wird der Begriff Homeschooling hauptsächlich verwendet, um die schulischen Aktivitäten zu beschreiben, die in Corona-Zeiten von Zuhause aus stattfinden. In vielen anderen Ländern, wie z. B. Amerika, wird der Begriff hauptsächlich verwendet, um eine langanhaltende Lernsituation (unabhängig von Corona) zu beschreiben. Hier gehen Kinder nicht in die Schule, sondern werden von ihren Eltern oder von Elterngruppen zu Hause unterrichtet, wobei die unterrichtenden Eltern bestimmte Voraussetzungen erfüllen müssen. Die Gründe für diese Beschulungsart sind unterschiedlich:
- Eltern, die sich kleinere, individualisierte Lerngruppen wünschen
- die Entfernung zur Schule ist sehr groß
- bestimmte Lerninhalte werden abgelehnt, die in öffentlichen Schulen unterrichtet werden (hauptsächlich Religion oder Evolution)
- Kinder mit Handicaps können besser/anders/überhaupt betreuet werden usw.
Homeschooling nach diesem Vorbild ist in Deutschland untersagt.
Ist ein Webinar interaktiv?
Hier wird es, meiner Meinung nach, etwas kniffelig. Für mich sind Webinare eher nicht interaktiv. Oft nehmen sie die Form eines Online-Seminars (deswegen der Name) an. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwarten auch, dass diese Art Schulung passiv konsumiert werden kann, sprich, sie hören zu, machen aber nicht viel selbst. Unterschiedliche Erwartungen können hier Probleme mit sich bringen, z. B. wenn die Lehrkraft sich Interaktivität wünscht und erwartet, Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu aber nicht bereit sind. Hier lohnt es sich, die Erwartungen klar und früh in der Veranstaltung abzuklären, um Enttäuschungen zu vermeiden.
Was bedeutet MOOC?
MOOC steht für „Massive Online Open Course“ (deutsch: riesiger offener Onlinekurs). Diese Schulungsart zielt darauf ab, so viele Leute wie möglich an einer Schulung teilnehmen zu lassen. Oft werden sie international angeboten, meist ohne Anmeldung. Sie sind nicht auf die persönliche Betreuung ausgelegt, sondern auf die Vermittlung von Inhalten an möglichst viele Leute. Sie sind oft preiswert und gut geeignet, wenn man Wissen über ein Thema, aber nicht unbedingt ein Zertifikat benötigt (manchmal ist es möglich, eine Teilnahmebescheinigung zu erhalten).
Was ist mit immersiven Technologien gemeint?
Mit immersiven Technologien (Immersion: Eintauchen) ist VR (Virtual Reality) oder AR (Augmented Reality) gemeint. VR und AR werden eingesetzt, um die Realität komplett oder teilweise darzustellen. Hierzu können unterschiedliche Geräte zum Einsatz kommen wie VR-/AR-Brillen, Smartphones, Tablets, Videospielgeräte usw. Diese Technologien werden eingesetzt, um den Spaßfaktor zu erhöhen (Videospiele) oder für Lernzwecke, v. a. wenn es schwierig ist, es in anderer Form zu visualisieren (z. B. einen Feuerwehreinsatz üben, die Blutbahnen im Körper sehen).
Erfüllen LMS- und CMS-Systeme den gleichen Zweck?
LMS und CMS sind sich ähnlich, aber oft doch nicht dasselbe. LMS bedeutet Learning Management System. Es ist eine Art „Ablageplatz“ für Dokumente und andere Lerninhalte. Zusätzlich beinhaltet es auch die Funktion, das Tracking (Verfolgen) von Lernfortschritten zu ermöglichen. Je nach System, kann das für die Lernenden und Lehrenden oder nur für die Lehrenden sichtbar sein.
CMS bedeutet Content Management System. Ein CMS kann ein Teil von einem LMS sein oder alleine stehen. CMS werden oft verwendet, um Inhalte, Prozesse oder Medien für eine bestimmte Zielgruppe (z. B. eine Schule oder eine Firma) zur Verfügung zu stellen. Es handelt sich oft eher um ein Organisationstool als ein Tool zur Verfolgung von Fortschritten. Wer sehr viele Inhalte hat, braucht ein System, um alles an einem Ort zu bündeln und gleichzeitig die Möglichkeit, diese Inhalte bei Bedarf wieder leicht zu finden. Bei den Inhalten von CMS und LMS handelt es sich oft um unterschiedliche Dateiformate.
Was genau passiert in einem Break-out-Raum?
In LOT (Live-Online-Training) ist es manchmal hilfreich, die Schülerinnen und Schüler in kleinere Gruppen für Paar- oder Kleingruppen-Arbeiten aufzuteilen. Wenn alle in der gleichen Online-Umgebung wären, wäre es unmöglich, Gespräche zu führen, da keiner etwas verstehen würde. (Im Präsenzunterricht kann man Hintergrundgeräusche besser ausblenden, da man nicht über ein Mikrofon spricht.) Im Onlineunterricht werden Breakout-Räume für diesen Zweck genutzt. So können die einzelnen Personen miteinander sprechen bzw. über Chat schreiben, ohne die anderen zu stören. Wenn die Übung oder Aktivität zu Ende ist, werden sie wieder in den Hauptraum geschickt oder sie wechseln selbstständig, je nach System.