Wie äußere ich Kritik?
Es sind oft die ersten eigenverantwortlichen Stunden, deshalb ist es normal, dass noch nicht alles rund läuft. Versuchen Sie die Kritik so zu vermitteln, dass Ihr/e Mentee konstruktiv mit ihr umgehen kann und sich nicht abgewertet fühlt.
Richten Sie den Blick nicht nur auf das, was schlecht läuft, sondern zeigen Sie auch Stärken auf. Erfolgserlebnisse können die angehenden Lehrerinnen und Lehrer motivieren und dabei helfen, ihre Potenziale zu erkennen. Wenn nicht das Gefühl aufkommt, dass man alles falsch macht, ist die Bereitschaft, auch Kritik anzunehmen und umzusetzen, höher.
Was tun, wenn Schwierigkeiten auftreten?
Mögliche Probleme können in der Qualität des Unterrichts, dem eigenverantwortlichen Handeln, dem Zeitmanagement, der sozialen Kompetenz oder Integration in das Kollegium liegen.
Bei Problemen ist ein guter Austausch zwischen allen Beteiligten wichtig. In erster Linie sollte das Gespräch mit dem/der Mentee gesucht werden. Kann das Problem nicht gelöst werden oder es treten keine Verbesserungen ein, sollten Sie den Kontakt mit anderen Kolleginnen und Kollegen, die den/die Mentee unterrichten, der Schulleitung, den Seminarfachleiter/innen und, falls vorhanden, dem Tutor/der Tutorin am Seminar suchen.
Ziel aller Beteiligten ist es, die Mentees am Ende des Referendariats zu einem eigenverantwortlichen Unterricht zu befähigen.
Wie sollte ein Mentor/eine Mentorin nicht sein?
In Foren für Lehrerinnen und Lehrer geistern einige abschreckende Berichte über das Verhältnis von Referendarinnen und Referendaren zu ihren Mentorinnen und Mentoren herum. Diese sind natürlich subjektiv, aber zusammenfassend kann man sagen, dass diese Mentor/innentypen nicht gut ankommen:
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Der „Ich tue nur das Allernötigste“-Typ:
Taucht bei den Unterrichtsbesuchen auf, macht ein, zwei Kommentare zu den Verlaufsplänen, ist sonst aber nicht ansprechbar und kümmert sich nicht um seine Schützlinge.
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Der „So wie ich es mache, ist es richtig“-Typ:
Mentor/innen, die ihren Mentees den eigenen Stil aufdrängen wollen, verhindern die Entwicklung der Lehrerpersönlichkeit ihrer Schützlinge.
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Der „Von Anfängern lass ich mir doch nichts sagen“-Typ:
Entweder ist dieser Typ sehr von sich und seinen Methoden überzeugt oder er verschließt sich aus Unsicherheit vor neuen Ansätzen. So oder so verhindert diese Haltung ein konstruktives Miteinander.
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Der „Kannst du mir das mal kopieren“-Typ:
Lehrerinnen und Lehrer in der Ausbildung sind keine Hilfskräfte, sondern gleichwertige Kolleginnen und Kollegen.
Welche Vorteile bringt die Aufgabe mit sich?
Natürlich ist der Zeitaufwand, den ein Mentoring mit sich bringt, nicht zu unterschätzen. Vor allem zu Beginn, und abhängig von der Selbstständigkeit des/der Mentee/s, kann schnell mehr Zeit anfallen. Doch es gibt auch Vorteile:
- Aus dem Studium oder der vorherigen Tätigkeit bringen die Auszubildenden neue Ideen und Herangehensweisen mit, von denen Sie profitieren können.
- Wenn Sie die Klasse zusammen mit Ihrem/Ihrer Mentee unterrichten, bleibt Zeit für individuelle Betreuung von Schülerinnen und Schülern und mehr eigene Vorbereitungszeit, wenn er/sie die Klasse komplett eigenverantwortlich übernimmt.