An wen wenden sich betroffene Schüler?
Nach einer Studie der Technischen Universität Berlin (TUB, Bystander von Cyber-Mobbing, 2011) stellen Freunde für Opfer von Cybermobbing die erste Anlaufstelle dar.
Durch eine offene Unterstützung ihrer Freunde in der Schule, aber auch durch online abgegebene Kommentare können sie dem Betroffenen zur Seite stehen und Trost spenden. Doch auch Mitschüler stehen den Attacken auf Freunde oft hilflos gegenüber und haben Angst, selbst ins Visier der Täter zu geraten. Um diese Situation zu beenden, ist in der Regel weitere Hilfe von außen nötig.
Da es Mobbingopfern nicht immer leicht fällt, sich an Lehrkräfte oder Eltern zu wenden, weil sie befürchten, die Situation nur zu verschlimmern und als Petze dazustehen, sind präventive Aktionen gegen Mobbing so wichtig.
Wenn Sie bemerken, dass ein Schüler immer mehr ins soziale Aus gedrängt wird oder Sie direkt informiert werden, dass eine Mobbingsituation vorliegt, ist es wichtig, schnell aktiv zu werden. Je länger Mobbing anhält, umso schwieriger ist die Reintegration in die Klassengemeinschaft zu realisieren. Auch Langzeitfolgen wie Angststörungen und Depressionen werden mit Andauern des Mobbings wahrscheinlicher.
Es ist hilfreich, sich auch mit anderen Lehrerinnen und Lehrern des Schülers auszutauschen, um die Lage besser einschätzen zu können.
Eine Liste mit möglichen Maßnahmen finden Sie auf der Seite von Klicksafe.
Auch Lehrerinnen und Lehrer sind betroffen
Cybermobbing beschränkt sich allerdings nicht nur auf Schülerinnen und Schüler: Auch Lehrkräfte können Opfer der Attacken werden. Dies geschieht besonders häufig durch im Unterricht heimlich gefilmte Aufnahmen der Lehrenden, die online gestellt werden, um die Betroffenen bloßzustellen. Auch Fotos, die teilweise bearbeitet und dann in Schülergruppen herumgeschickt werden, sind keine Seltenheit.
Ist der Täter bekannt, empfiehlt sich ein klärendes Gespräch zwischen den Beteiligten in Anwesenheit mindestens einer weiteren Person, das zunächst die Löschung der online gestellten Aufnahmen und Kommentare als Ziel hat.
Solche öffentlich gemachten Aufnahmen verletzen die Persönlichkeitsrechte; Beleidigungen, Drohungen und Diffamierungen weitere Gesetze. Lehrerinnen und Lehrer können mittels einer Strafanzeige dagegen vorgehen.
Präventive Maßnahmen gegen Cybermobbing
Immer mehr Schulen beteiligen sich an Präventionsprogrammen, die Lehrerinnen und Lehrer sowie auch die Schüler dazu befähigen, Mobbing zu erkennen und angemessen zu handeln. Wenn es keine schweigende Mehrheit gibt, die Mobbing und Cybermobbing toleriert, haben die Täter keinen Rückhalt und die Fälle können schneller beendet werden.
Hier finden Sie einige Anlaufstellen für solche Projekte sowie weitere Informationen, wie Sie gegen Mobbing vorgehen können.
Wer bietet Informationen und Hilfe?
Deutschland:
- Hilfreiche Informationen speziell zum Thema Cybermobbing bietet das Bündnis gegen Cybermobbing.
- Tipps und Arbeitsmaterialien, um das Thema Cybermobbing im Unterricht zu besprechen, finden Sie bei der DGUV .
- Auch die Polizei hält hilfreiche Informationen bereit und bietet Materialien und Workshops für Lehrkräfte und Schüler an.
- Betroffene und Eltern können sich auch an die Nummer gegen Kummer wenden, wo ihnen anonym und kostenlos Hilfe angeboten wird: 116111
Österreich:
Schweiz
Weitere Hinweise auf präventive Maßnahmen und Handlungsoptionen in akuten Mobbingfällen finden Sie im Blog-Beitrag „Mobbing in der Schule: Wenn alle gegen einen stehen“.
Medienkompetenz stärken:
Besonders wichtig ist die Einbindung von Schulungen der Medienkompetenz in den Unterricht.
Ziel ist die Sensibilisierung und Aufklärung über die Risiken, die eine Nutzung des Internets und besonders der Sozialen Netzwerke und Messenger-Diensten mit sich bringen. Genauso sollten aber auch die Möglichkeiten, die sie bieten, thematisiert werden.