Es kann doch nicht so schwer sein – oder doch?
Eigentlich sollte es ja nicht so schwer sein:
- Zettel einpacken.
- Zuhause einem Elternteil geben.
- Ausgefüllt wieder mitbringen.
Das Ganze am besten noch innerhalb der vorgegebenen Frist.
Soweit die Theorie – die Realität aus Sicht von Lehrerinnen und Lehrern sieht leider anders aus:
- Zettel mitgeben.
- Einen Teil einsammeln und den Rest erinnern, den Zettel wieder mitzubringen.
- Erneut erinnern.
- Zählen und feststellen: Sie sind noch nicht vollzählig.
- Die nächsten Zettel austeilen.
- Einen Teil einsammeln und den Rest erinnern, den Zettel wieder mitzubringen.
- Erneut erinnern.
- Den Überblick verlieren und nur unter größten Anstrengungen wiedergewinnen.
- Hass auf Zettel entwickeln.
Und falls Grundschullehrerinnen und -lehrer vermuten, die Kolleginnen und Kollegen an den weiterführenden Schulen hätten es besser: Das Problem zieht sich durch sämtliche Altersstufen und Schularten. Mindestens genauso zeitfressend ist das Einsammeln von Geld für Klassenfahrten oder Material.
Warum klappt es denn nicht?
Was steckt dahinter, dass die Rückmeldungen nicht fristgerecht und komplett wieder bei Ihnen eintrudeln?
Wir können nur spekulieren, aber meistens dürften die Schülerinnen und Schüler der Grund für die verspäteten Zettel sein. Vermutlich haben die Rückmeldungen selten Priorität und werden schlichtweg vergessen. Oder noch schlechter: verloren.
Es gibt ja so viel Wichtigeres. Mit den Vorteilen von To-do-Listen und Erinnerungsnachrichten haben sie sich wahrscheinlich auch noch nicht befasst und so ist Ihre Erinnerung nur ein kurzes Aufflackern, das schnell wieder erlischt.
Die andere mögliche Problemstelle liegt bei den Eltern. Auch sie können das Ausfüllen einfach vergessen. Möglicherweise verstehen sie auch den Inhalt nicht. Lösungen für diese Schwierigkeit finden Sie im Beitrag: „Möglichkeiten für die Kommunikation mit Eltern, die über keine oder nur geringe Deutschkenntnisse verfügen“.
Wenn Sie einen Text für einen Elternbrief mit einem Rückmeldeabschnitt oder zum Einsammeln von Geld formulieren, sollten diese Punkte enthalten sein:
- Erklärung des Zwecks
- Klare Handlungsaufforderung
- Betrag in Euro
- Klare Abgabefrist
- Was passiert, falls die Rückmeldung/das Geld nicht bis zum genannten Datum eingegangen ist?
- Angebot von Unterstützung (Falls es Schwierigkeiten gibt, den Betrag fristgerecht zu zahlen, sprechen Sie mich bitte im Vorfeld an.)
Wie Sie den Überblick über den Zettelsalat behalten
Da es sehr unwahrscheinlich ist, dass an der Grundsituation der nur tröpfchenweise eintrudelnden Rückantworten nachhaltig etwas zu ändern ist, müssen Lösungen her, die Ihnen helfen, damit umzugehen.
Alphabetisch vorgehen:
Um gleich zu bemerken, wer noch nichts abgegeben hat, ist es sinnvoll, mithilfe einer Klassenliste alphabetisch vorzugehen. So können Sie die Namen gleich abhaken und haben im Blick, wer noch fehlt.
Delegieren:
Bei etwas älteren Schülerinnen und Schülern können Sie die Klassenliste auch an zwei Kinder abgeben und das Einsammeln sozusagen delegieren. Wenn Sie bereits andere Klassendienste, wie einen Tafeldienst oder Klassenbuchdienst etabliert haben, können Sie den „Einsammeldienst“ bzw. „Materialdienst“ ebenfalls in diese Organisation mit aufnehmen.