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Elternbriefe schreiben

Elternbriefe in mehreren Sprachen oder in einfacher Sprache verfassen

Möglichkeiten für die Kommunikation mit Eltern, die über keine oder nur geringe Deutschkenntnisse verfügen

Eine gelungene Kommunikation und eine gute Zusammenarbeit von Lehrinnen und Lehrern mit den Eltern der Schülerinnen und Schüler ist ein nicht zu unterschätzendes Puzzleteil für ein harmonisches und erfolgreiches Lehren und Lernen.

Problematisch wird es, wenn dafür eine gemeinsame Sprache zur Verständigung fehlt.

Dieser Herausforderung sehen sich viele Lehrkräfte konfrontiert, in deren Klassen Kinder mit Fluchthintergrund lernen.

Sprachbarrieren können die Kommunikation mit Schülereltern verhindern

Die üblichen Wege der Kommunikation mit Schülereltern stellen folgende Möglichkeiten dar:

  • Elternabend
  • Elternbrief
  • Elternsprechtag
  • individuell vereinbartes Elterngespräch

Verfügen Eltern über keine oder nur geringe Deutschkenntnisse, bleiben sie Elternabenden verständlicherweise häufig fern. Da ohnehin nie alle Eltern anwesend sind, müssen wichtige Informationen zudem auch in Form eines Elternbriefs zusammengestellt werden.

Doch wenn kein Familienmitglied über ausreichende Deutschkenntnisse verfügt, besteht die Gefahr, dass die Mitteilungen und Hinweise diese Familien nie erreichen – und nicht nur jeder, der einmal Läuse in der Klasse hatte, möchte, dass alle die Hinweise verstehen ;-)

Besonders wichtig ist es, dass die Eltern den Inhalt im Fall von Einverständniserklärungen verstehen, wie sie beispielsweise für Exkursionen oder die Erlaubnis der Abbildung von Schülerfotos nötig werden.

Auch Informationen zum Ablauf des Schulbesuchs, der Hausordnung, erforderlichen Materialien oder Einladungen müssen kommuniziert werden.

Genauso können nicht gemachte Hausaufgaben oder das Fernbleiben vom Unterricht zu Themen werden, die den Eltern mitgeteilt werden müssen.

Für persönliche Elterngespräche bleibt die Möglichkeit, einen Übersetzer zu organisieren.
In einigen Schulen haben sich bereits kleine Netzwerke von Lehrkräften, Eltern und Schülern gebildet, die die gesuchten Sprachen sprechen und bei der Übersetzung helfen.

Wie kann ich Schülereltern mit mangelnden Deutschkenntnissen informieren?

Diese Frage stellt sich derzeit vielen Lehrerinnen und Lehrern, wenn sie Elternbriefe formulieren. Auch für die Übersetzung von Elternbriefen sind diese Netzwerke hilfreich.

Gib es diese Möglichkeit nicht, bleiben v.a. folgende Optionen:

  • Nutzung vorgefertigter Elternbriefe in verschiedenen Sprachen
  • Verfassung der Elternbriefe in einfacher Sprache

Nutzung vorgefertigter Elternbriefe in verschiedenen Sprachen

Vorformulierte und in verschiedene Sprachen übersetzte Elternbriefe zu Themen, die im Schulalltag immer wieder relevant sind, können dabei helfen, schnell und unkompliziert mit nichtdeutschsprachigen Eltern in Kontakt zu treten.

Solche Elternbriefe in verschiedenen Sprachen werden inzwischen auch von Schulbuchverlagen angeboten.

CD-Die-wichtigsten-Elternbriefe-in-neun-SprachenIm Betzold Online-Shop können Sie eine CD-ROM des Cornelsen-Verlags mit 24 Elternbriefen zu relevanten Themen aus dem Deutschen, übersetzt in neun Sprachen, erwerben:

„Die wichtigsten Elternbriefe in neun Sprachen für die Grundschule“ bestellen

Darüber hinaus sind vorformulierte Elternbriefe zu bestimmten Themen auch frei im Internet verfügbar.

Auf 4Teachers.de finden Sie beispielsweise einen inzwischen in zahlreiche Sprachen übersetzten Willkommensbrief mit grundlegenden Informationen zu Schule und dem deutschen Schulsystem, der Familien mit Fluchthintergrund dabei unterstützen soll, sich schnell im schulischen Bereich zurechtzufinden.

Diese vorformulierten Elternbriefe können durch individuelle Informationen ergänzt werden. Im Fall von Einladungen zu Elterngesprächen, Schulfesten oder Aufführungen, z.B. durch das Veranstaltungsdatum, -ort und die Bezeichnung des Ereignisses.

Die vorgefertigten Briefe erlauben zwar nur bedingt, individuelle Begebenheiten einzubeziehen, doch sie ermöglichen es, Eltern mit mangelnden Deutschkenntnissen grundlegend barrierefrei zu informieren und einzubeziehen.

Sinnvoll ist es, die Briefe neben der Erstsprache auch in der deutschen Version zu versenden.

Verfassung der Elternbriefe in einfacher Sprache

Während Elternbriefe in der eigenen Landessprache der Eltern v. a. kurz nach dem Eintreffen in Deutschland eine wichtige Möglichkeit darstellen, in Kontakt zu treten und Informationen weiterzugeben, bieten sich Elternbriefe in „Leichter Sprache“ oder einfacher Sprache besonders für Schülereltern an, die schon länger hier leben, jedoch nur über begrenzte Deutschkenntnisse verfügen.

Info: Was bedeutet einfache bzw. Leichte Sprache?

Elternbriefe schreiben

Einfache oder Leichte Sprache soll Menschen mit mangelnden Sprach- oder Lesefähigkeiten ds Lesen von Texten erleichtern.

Einfache Sprache richtet sich an Menschen mit wenig Leseerfahrung oder auch mangelnden Sprachkenntnissen. Es gibt keine streng festgelegten Regeln. Allgemein verzichtet einfache Sprache auf Fremdworte, Fachbegriffe (oder erläutert diese), Metaphern, lange Sätze und komplizierte Satzkonstruktionen.

Leichte Sprache verfügt über ein Regelwerk, das eine leichte Verständlichkeit gewährleistet und durch den Verein „Netzwerk Leichte Sprache“ herausgegeben wird. Die Vereinfachungen reichen noch weiter, als im Falle der einfachen Sprache.

Worauf Sie beim Verfassen von Elternbriefen in einfacher Sprache achten sollten:

  • kurze Sätze (max. 15 Worte)
  • keine verschachtelten, durch zahlreiche Kommata getrennte Sätze
  • nur eine Aussage pro Satz
  • Fachbegriffe erläutern oder auf sie verzichten
  • kein Wissen voraussetzen
  • Orientierung an der gesprochenen Sprache
  • Wichtiges durch Fettungen und Hinweisboxen hervorheben
  • gut lesbare Druckschrift verwenden, große Schriftgröße
  • Text durch Absätze, Überschriften und Aufzählungen strukturieren
  • Sätze im Konjunktiv und Passiv vermeiden

Das Ziel von Elternbriefen in einfacher Sprache ist es, den Zugang zur Zweitsprache zu erleichtern, Scheu vor der Kommunikation in der fremden Sprache zu nehmen und so die Integration zu fördern.

Über Bettina Kroker

Seit 2014 arbeite ich bei Betzold in Ellwangen als Online-Redakteurin. Im Betzold-Blog möchte ich Lehrerinnen und Lehrern den ein oder anderen Tipp weitergeben, der den Schulalltag erleichtert und Zeit spart. Da ich stets auf der Suche nach neuen, interessanten Blog-Themen bin, freue ich mich immer über Ihre Vorschläge: blog@betzold.de.

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