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Wenn ein Geschenk in einer Strafanzeige mündet
Das musste zuletzt auch eine Berliner Gymnasiallehrerin erfahren, deren oft zitierter Fall eine hitzig geführte öffentliche Diskussion – nicht nur unter Lehrkräften – auslöste: 2011 schenkte ihr ihre 10. Klasse zum Schuljahresende eine Skulptur und Blumen im Wert von über 200 Euro. Gedacht war das besondere Geschenk als Dankeschön für die sehr engagierte und beliebte Lehrerin, die die Klasse sechs Jahre lang auf ihrem Weg begleitet hat.
Der Vater eines Schülers, selbst Leiter einer Grundschule, merkte an, dass Lehrkräfte Geschenke in dieser Höhe nicht annehmen dürften. Dennoch wurde das Präsent überreicht und die Lehrerin nahm es an. Einige Monate später reichte der Vater eine Dienstaufsichtsbeschwerde ein.
Obwohl die Lehrerin einlenkte, die Skulptur zurückgab und ein Disziplinarverfahren eingeleitet wurde, erstattete der Vater Anzeige. Um ein Verfahren abzuwenden, bezahlte die Lehrerin eine Geldbuße in Höhe von 4 000 Euro.
In vielen Beiträgen wird der Fall als Posse abgetan und die Verhältnismäßigkeit des Bußgeldes in Frage gestellt. Streitbar ist sicher auch die Position des Anklägers, der den Stein erst ins Rollen brachte.
Sie machte aber deutlich, dass Lehrkräfte sensibel mit dem Thema „Vorteilsnahme im Amt“ umgehen sollten, wenn Geschenke überreicht werden. Denn viele Reaktionen von Lehrerinnen und Lehrern auf den Fall hin zeigten, dass es ähnliche Situationen an zahlreichen Schulen gibt, wenn meist auch nicht mit Geschenken in einer solchen Höhe. Das greift auch ein Artikel auf Spiegel Online auf.
Der Geschichte ist wenig Positives abzugewinnen, Gewinner gibt es keine und die Skulptur wurde inzwischen für ganze 11 Euro versteigert.
Eltern informieren, um schwierige Situationen zu vermeiden
Am besten ist es, wenn Sie gar nicht erst in eine Situation kommen, in der Sie Schüler und Eltern durch die Ablehnung nett gemeinter Geschenke vor den Kopf stoßen müssen, um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.
Sprechen Sie das Thema deshalb auf einem Elternabend oder in einem Elternbrief an. Hier können Sie es mit wenigen Sätzen erläutern und danach ist es vom Tisch. Besonders vor dem Schulabschluss, wenn die Wahrscheinlichkeit am höchsten ist, größere Geschenke zu erhalten, ist eine Thematisierung sinnvoll.
Geschenke, die Sie bedenkenlos annehmen können
Wenn Dankbarkeit und Wertschätzung in Worten ausgedrückt wird, macht das häufig viel glücklicher, als materielle Geschenke. Was kommt schon gegen ein „Sie sind mein/e Lieblingslehrerin/-lehrer“ oder „In Ihrem Unterricht hab ich es zum ersten Mal verstanden.“ an :)
Trotzdem haben manche Eltern und Schüler das Bedürfnis, ein Geschenk zu überreichen.