3 Insider-Tipps für eine zeitsparende Unterrichtsvorbereitung
Tipp 1:
Achten Sie von Beginn an auf eine gute Ordnerstruktur! Für die Zeit, die Sie später nicht mit Suchen verbringen werden, hat Ihr Zukunfts-Ich sicher eine bessere Verwendung. Und da die Digitalisierung früher oder später alle Schulen erreichen wird, besser gleich digital. Das hat auch den Vorteil, dass Sie leichter Themen ergänzen oder abändern können.
Tipp 2:
Egal, ob Sie der PowerPoint-, Arbeitsblatt- oder Tafelanschriebtyp sind: Wenn Sie ein neues Thema gut durchdenken und erarbeiten (und alles strukturiert ablegen), müssen Sie beim nächsten Mal nur Ihre Vorlagen und Materialien dazu aktualisieren, evtl. einen aktuellen Stundeneinstieg ergänzen, und sind fertig.
Aber was, wenn dazu die Zeit fehlt? Hier kommen Sie zu den Notfall-Tipps.
Tipp 3:
Verlieren Sie sich nicht in Details! Das passiert leicht beim Gestalten von Arbeitsblättern und anderen Materialien. Auch, wenn das Gestalten mit Canva oder dem Worksheetcrafter oft mehr Spaß macht als andere Planungsschritte, müssen Sie lernen, die Zeit effizient zu nutzen. Zu vielen Themen gibt es bereits Vorlagen in Tauschbörsen oder bei Anbietern für Unterrichtsmaterialien, die sie nur etwas überarbeiten müssen.
Vorbereitung auf eine neue Unterrichtseinheit
Hier stellen wir Ihnen 4 sinnvolle Elemente und Schritte einer Unterrichtsplanung vor.
1. Machen Sie sich mit dem Thema vertraut
Steht eine neue Unterrichtseinheit an, sollten Sie sich zunächst einlesen und sich einen fachlichen Überblick über das Thema verschaffen (Sachanalyse).
Tipp
Nach dem Referendariat haben viele den Anspruch, sich sehr umfassend mit dem neuen Thema zu befassen. Das ist zeitlich aber kaum zu leisten. Mit Ihrem Fachwissen aus dem Studium und der Einarbeitung mit dem Lehrbuch sind Sie erst mal gut gerüstet. Für die Schülerinnen und Schüler ist ohnehin das „Wie“ viel wichtiger als das „Was“!
2. Anpassung auf das Leistungsniveau der Klasse
Für eine erfolgreiche Unterrichtsstunde müssen Sie Ihre Vorbereitung sowie die Materialien und Methoden an das Leistungsniveau Ihrer Schülerinnen und Schüler anpassen und ggf. differenzieren. Je besser Ihre Kenntnis der Lerngruppe sowie ihren Lernvoraussetzungen, Interessen und individuellen Bedürfnissen ist, und je mehr Erfahrung Sie gewinnen, desto leichter wird Ihnen dieser Schritt fallen.
Kennen Sie die Klasse noch nicht, kann Ihnen sicher eine Kollegin oder ein Kollege weiterhelfen, der die Schülerinnen und Schüler bereits unterrichtet hat.
3. Stundenplanung
Mit diesem Wissen können Sie die Unterthemen der Unterrichtseinheit auf die einzelnen Stunden aufteilen.
Für die Stundenplanung können folgende Fragen helfen:
- Wo will ich hin: Was sollen die Schülerinnen und Schüler nach der Stunde wissen/können (Lernziele)?
- Was sind die wichtigsten Punkte/Lerninhalte?
- Welche Anforderungen und Kompetenzen muss ich abdecken?
- Welches Material und welche Medien sind für die Vermittlung sinnvoll?
- Material/Medien als Impuls
- Material/Medien zur Erarbeitung des Themas
- Welche Sozialformen bzw. Unterrichtsmethoden eignen sich?
Im Betzold Blog stellen wir Ihnen hier verschiedene Unterrichtsmethoden vor.
- Welcher Einstieg passt zu der Stunde?
Infos dazu gibt es im Beitrag „Unterrichtseinstiege – Tipps für einen guten Start“.
- Wie kann ich das Wissen sichern?
Tipp
Wenn Sie den Stundenablauf nicht in Form einer Präsentation oder Arbeitsblättern gesichert haben, sind Notizen zur Stundenplanung hilfreich. Hier notieren Sie sich grob den geplanten Ablauf der Stunde (z. B. Überlegungen für den Einstieg, Sozialformen, Methoden, Medien).
Falls Sie einmal den Faden verlieren sollten, haben Sie einen Plan, auf den Sie zurückgreifen können.
4. Zeitliche Planung
Unterrichtsstunden verlaufen praktisch nie genau so wie geplant. Hier sind einige Punkte, die Sie für die zeitliche Planung beachten sollten:
- Es geht fast immer Zeit für Organisatorisches und das Thema Hausaufgaben verloren.
- Ist die Klasse mit den von Ihnen eingeplanten Methoden vertraut?
- Wie steht es um das Vorwissen und die Arbeitsbereitschaft der Klasse?
- Gibt es Schülerinnen und Schüler in der Klasse, die den Unterricht häufig durch Störungen unterbrechen?
Tipp
Wenn Sie noch nicht so erfahren sind, ist der Zeitbedarf nicht leicht einzuschätzen. Planen Sie Pufferzeiten ein, um auf solche Zeitfresser reagieren zu können. Genauso bietet es sich an, etwas mehr vorzubereiten, damit Sie weitermachen können, sollten die Schülerinnen und Schüler schneller vorankommen als gedacht.
Notfall-Tipps
Lehrerinnen und Lehrer arbeiten gerade am Limit und oft auch darüber hinaus. Wer jetzt neu einsteigt oder fachfremd unterrichten muss, hat oft keine Zeit, sich jedes Thema mit allen Aspekten komplett selbst zu erarbeiten. Und nun?
- Orientierung am Lehrbuch:
Natürlich ist das Arbeiten mit dem Buch nicht so innovativ, aber oft durchaus effektiv.
- Notfallplan für Vertretungsstunden:
Für den Fall, dass Ihnen Ihre Kolleginnen und Kollegen keine Materialien und Hinweise für die Vertretungsstunde hinterlegen, können Sie sich einen „Notfallkoffer“ mit Ideen anlegen. Im Beitrag „Vertretungsstunden meistern“ finden Sie eine Checkliste mit hilfreichen Infos und Ideen für spontane Vertretungsstunden.
- Materialien aus dem Internet nutzen:
Plattformen wie eduki, Lehrerbüro, Zaubereinmaleins, Lehrmittelperlen oder meinUnterricht bieten Materialien an, die Sie für Ihren Unterricht erwerben können.
Darüber hinaus gibt es Material bei Tauschbörsen und auf den Bildungsservern der Länder.
Auch die Schulbuchverlage bieten inzwischen digitale Materialien passend zum Lehrbuch an, auf die Sie zugreifen können.
- Künstliche Intelligenz (KI):
Mit ChatGPT, Gemini und Co. können Sie bei der Unterrichtsplanung Zeit sparen, indem Sie sich eine Gliederung für Ihr Thema erstellen lassen! Nennen Sie dem Chatbot dazu die Dauer der Stunde, das Alter der Schülerinnen und Schüler, Fach und Thema. Wahrscheinlich ist die Gliederung nicht perfekt, aber als Inspirationsquelle durchaus geeignet. Gliederungspunkte, die Ihnen zusagen, können Sie weiter verfeinern, um das Ergebnis zu verbessern.
Das Tool eignet sich auch gut zur Differenzierung von Aufgaben. Mehr dazu erfahren Sie im Beitrag „Wie Sie ChatGPT im Unterricht und als Helfer im Schulalltag einsetzen können“.
- Schwellenpädagogik:
Eigentlich der Worst Case: Sie schaffen es erst beim Übertreten der Türschwelle zum Klassenzimmer, an die Stundenplanung zu denken.
Quellen