Die Stundenbausteine müssen unabhängig von inhaltlichen Vorkenntnissen der Schülerinnen und Schüler funktionieren. Allgemeinwissen, logisches Denken, kreative oder spielerische Elemente bieten sich als Themen an.
Ideen für Vertretungsstunden
Wenn Sie sehr kurzfristig stellvertretend für eine andere Lehrkraft eine Vertretungsstunde abhalten sollen, helfen Ihnen vielleicht folgende Ideen für den Unterricht weiter:
Stoffwiederholung mal anders:
Bei diesem Spiel benötigen Sie selbst keine tiefergehenden Kenntnisse in dem Fach, das Sie gerade vertreten.
Stellen Sie zwei Zweierteams zusammen und bitten sie kurz vor der Tür zu warten. Die anderen Schülerinnen und Schüler nennen Ihnen fünf Begriffe, die in den vergangenen Unterrichtsstunden eine Rolle gespielt haben. Die Begriffe notieren Sie auf einem Blatt Papier.
Das erste Team darf die Klasse wieder betreten und eines der Kinder erhält das Blatt mit den Begriffen. Es hat nun eine Minute Zeit (oder mehr, wenn die Begriffe schwer zu erklären sind), um seinem Partner/seiner Partnerin die gesuchten Worte zu umschreiben, ohne sie direkt zu benutzen. Dann ist das zweite Team an der Reihe. Wer mehr Begriffe errät, gewinnt die Runde und alle Schülerinnen und Schüler profitieren von der Wiederholung des Unterrichtsstoffs.
Sonderregel: Bemerkt jemand grobe Fehler in der Beschreibung darf er „Stopp“ rufen und die Zeit wird angehalten, bis der Fehler richtiggestellt wurde. Wer den Fehler bemerkt hat, darf in der nächsten Runde antreten.
Kreatives Schreiben:
Frei draufloszuschreiben, fällt vielen Schülerinnen und Schülern schwer. Wir haben zwei Vorschläge, die Ihre Klasse überraschen, erheitern, zum Nachdenken und selbst kreativ werden motivieren können:
Winzgeschichten:
Die Bezeichnung „Kurzgeschichte“ wäre hier eine Übertreibung, denn ihr Erfinder Florian Meimberg veröffentlichte seine „Tiny Tales“ zunächst auf Twitter, wo ihm lediglich 140 Zeichen zur Verfügung standen. Verdichtet auf wenige Sätze wendet sich jede Geschichte in eine unerwartete Richtung.
Nachdem sich die Schülerinnen und Schüler mit den Geschichten und ihrer ungewöhnlichen Struktur auseinandergesetzt haben können sie einzeln oder in kleinen Gruppen versuchen, selbst zu Winzgeschichtenautoren zu werden.
Kreatives Schreiben zum Zweiten:
Diese Übung fördert die Kreativität, nimmt die Angst vor dem leeren Blatt und klappt ohne Vorbereitung!
Die Schülerinnen und Schüler benötigen nur Schreibpapier und einen Stift. Von einem Blatt sollen sie einen schmalen Streifen abtrennen und dort, ohne sich mit den Nachbarn abzustimmen, den Begriff notieren, der ihnen als erstes in den Sinn kommt – ausgenommen sind nur Namen.
Sammeln Sie die gefalteten Zettel ein. Jetzt geben Sie den Anfang einer Geschichte vor. Für die Schülerinnen und Schüler wird das Weiterschreiben leichter, wenn Sie die Ausgangssituation mit Angabe von Zeit, Ort und Person vorgeben und im Satz mit einem „plötzlich“ oder „doch dann“ enden.
Nun sind die Schülerinnen und Schüler dran: Sie ziehen den ersten Begriff, den sie in ihre Weiterführung der Geschichte einbauen müssen. Alle zwei bis drei Minuten ziehen Sie einen weiteren Zettel und lassen die Schülerinnen und Schüler eine vorher vereinbarte Zeit (etwa 20 bis 25 Minuten) schreiben.
Dann sammeln Sie die Geschichten ein und lesen zufällig gezogene Beispiele vor. Die Geschichten geben die Kinder und Jugendlichen inkognito ab – so haben sie weniger Scheu frei zu schreiben und Sie entgehen den Forderungen, Geschichten bestimmter Personen vorzulesen. Viele in der Klasse überraschen Sie und sich selbst mit kreativen Ideen und damit, wie viel sie in kurzer Zeit zu Papier bringen können!