Erzählkreise
Erzählkreise können mit etwas fortgeschritteneren Lernerinnen und Lernern zu jeder beliebigen Phase des Unterrichts eingeplant werden – sei es nun am Montag in der ersten Stunde („Was hast du am Wochenende gemacht?“) oder am Freitag in der letzten Stunde („Erzähl uns, was machst du am Wochenende?“). Des Weiteren besteht die Möglichkeit, sich jeden Schultag in der ersten Stunde Zeit für einen Erzählkreis zu nehmen.
Visualisieren Sie dazu die entsprechenden Redemittel und Satzanfänge im Klassenzimmer. Mit stattfindenden Erzählkreisen wird den Kindern einerseits das Gefühl vermittelt, dass sich jemand für sie interessiert, andererseits wird jedem Schüler und jeder Schülerin aktive Redezeit verschafft, in der alle anderen zuhören (und auch die Lehrkraft einmal Sendepause hat :)).
Sprache der Woche / des Monats
Dieses Ritual dient dazu, die sprachliche Vielfalt ins Klassenzimmer zu holen und die Muttersprachen unserer Schülerinnen und Schüler ganz bewusst ins Zentrum des Unterrichtsgeschehens zu rücken und sie dadurch wertzuschätzen.
Sollten in Ihrer Schülerschaft enorm viele verschiedene Muttersprachen vertreten sein, würde sich vielleicht eher die Sprache der Woche anbieten, während sich eine eher kleinere Sprachenvielfalt für die Sprache des Monats eignet.
Schön ist es, wenn Sie dieses Ritual in Ihr Classroom-Management aufnehmen und eine kleine Ecke oder ein kleines Stückchen Pinnwand für dieses Ritual zur Visualisierung „reservieren“. Halten Sie Wortkarten bereit, auf denen die „Basics“ der deutschen Sprache geschrieben stehen (z. B. Guten Tag, Hallo, Entschuldigung, bitte, danke, tschüss, bis morgen, Wie geht es dir? …). Zusätzlich bereiten Sie dieselbe Anzahl an Wortkarten für die Sprache der Woche / des Monats vor. Darauf schreiben Ihre Schülerinnen und Schüler mit dieser Muttersprache dieselben „Basics“, welche dann im Plenum besprochen und im Klassenzimmer visualisiert werden.
Im Laufe des Schultags werden Sie als Lehrkraft diese Worte immer wieder im Unterricht aufnehmen. Auch die Begrüßung und Verabschiedung findet dann in dieser Sprache statt.
Tagestransparenz
Erfahrungsgemäß wollen die Schülerinnen und Schüler immer genau wissen, was am aktuellen Schultag auf sie zukommt – das reicht von Auskünften zum Ablauf des Unterrichts (der manchmal vom regulären Stundenplan abweicht), zum Vertretungslehrer, der nach der Pause für die erkrankte Kollegin „einspringt“, über Probentermine hin zu dem Menüplan für die anstehende Woche (bei Schulen, die ein Ganztagsangebot mit Mittagessen haben) und Organisatorischem.
Für unsere Schülerinnen und Schüler würde sich das in visualisierter Form im Klassenzimmer anbieten. Richten Sie eine Magnettafel oder eine Pinnwand für genau dieses Ritual ein und bereiten Sie entsprechende Fächerschilder (für den anstehenden Unterricht), Wortkarten (z. B. „Probentermine“) oder leere, spontan beschreibbare Karten vor, die an der Tafel/Pinnwand angeheftet werden.
Jeden Tag zur ersten Unterrichtsstunde (oder in der Vorviertelstunde) wird der anstehende Tag aufs Neue visualisiert und im Plenum besprochen – in der Regel wollen das die Schülerinnen und Schüler in Form eines Klassendienstes gern selbst übernehmen.
Im Beitrag "Stundentransparenz in der Grundschule" finden Sie passende Schilder zum Ausdrucken.
Der bzw. die Datumsbeauftragte (flexibler Kalender)
Dieses Ritual eignet sich ganz hervorragend für Sprachlernklassen bzw. Deutschklassen aber auch gut für Regelklassen. Ein ausgewählter Schüler / eine ausgewählte Schülerin nennt zum Stundenbeginn das Datum auf deutsch.
Wichtig dabei ist, dass der entsprechende Wortschatz bereits eingeführt wurde, das heißt also: die Wochentage, die Monate, die Zahlen im Tausenderbereich für die Jahreszahl (z. B. 2025), die Ordinalzahlen (der zweite, der dritte …) und die Jahreszeiten. Auch die entsprechenden Redemittel wie „Heute ist Dienstag, der …“ sollten vorab eingeführt werden.
Tipps
Tipp 1: Übernehmen Sie die ersten paar Male dieses Ritual und geben es erst dann an Ihre Schülerinnen und Schüler ab, wenn Sie sich sicher sind, dass sie dieser Aufgabe sprachlich gewachsen sind.
Tipp 2: Der Ideenreise-Blog bietet sowohl Kalenderkärtchen als auch besondere Ereignisse für den flexiblen Kalender bzw. die Tagestransparenz zum Download an. Die folgenden Links führen Sie direkt zum Material:
Hinweis: Die Betreiberin des Blogs hat sich noch zahlreiche weitere Ideen für Ereigniskarten überlegt, die zur übersichtlichen Darstellung des anstehenden Schultags dienlich sein könnten.
Der tagesaktuelle Wetterdienst
Hierbei handelt es sich um ein Ritual, welches beispielsweise gut mit dem flexiblen Kalender und auch der Tagestransparenz kombinierbar ist.
Wie bei allen Ritualen, sollte auch hier vorab der benötigte Wortschatz vorentlastet werden, bevor Ihre Schülerinnen und Schüler diese sprachliche Aufgabe übernehmen. Dabei handelt es sich um Wörter beziehungsweise Wortfamilien (Nomen, Verben und auch Adjektive), welche das Wetter beschreiben: bewölkt, regnerisch, sonnig, der Schnee, regnen, windig, der Nebel, heiß, kalt, das Gewitter …
Tipp
Sollten Sie in Ihrem Klassenzimmer ein Thermometer haben, kann gern die tagesaktuelle Temperatur händisch mit in den Wetterdienst aufgenommen werden. Diese kann im Laufe des Schulalltags „angepasst“ werden. Ein dafür zuständiger Dienst könnte diese Aufgabe übernehmen (Achtung: dazu sollten bereits die Dezimalzahlen und womöglich auch negative Zahlen eingeübt werden).
So könnte beispielsweise ein flexibler Kalender mit einer sehr reduzierten Form des Wetterdienstes kombiniert werden - Möglichkeiten der Erweiterung (oder Reduzierung) sind natürlich denkbar: