Lehrerin und Schüler legen Hände aufeinander
DaZ
Klassenorganisation
Veröffentlichung: 06.11.2025

Rituale im DaZ-Unterricht: 14 praxiserprobte Ideen

Hier konzentrieren wir uns auf die Unterrichtspraxis und beleuchten eine kleine Auswahl an Ritualen näher, die sich für Ihren DaZ-Unterricht eignen können. Sie sind völlig flexibel einsetzbar – wichtig ist, dass Sie kein „Überangebot“ an Ritualen umsetzen, sondern sich für ein paar wenige entscheiden, die Ihnen zusagen und die Sie konstant im Schulalltag einsetzen.
Barbara Reisacher
Barbara Reisacher
Gastautorin

© contrastwerkstatt / Fotolia.com 

Zeitgemäßer DaZ-Unterricht lebt grundlebend von Ritualen. Diese sind für Ihre Sprachenlerner und  -lernerinnen von besonderer Bedeutung, da … 

  • … Rituale ein Gefühl von Sicherheit geben (sowohl auf Seite der Lehrkräfte als auch auf Seite der Schülerinnen und Schüler).     
  • … sie feste Strukturen bieten.
  • … die Klassengemeinschaft gestärkt werden kann.       
  • … durch sie der Lernort Schule als „verlässlicher Ort“ erlebt werden kann.      
  • … einzelne Individuen gestärkt werden können. 

Sie als Lehrkraft setzen Rituale gezielt ein und lenken den Einsatz dieser in Ihrem Unterricht selbst. Wichtig dabei ist, dass sich nicht jedes Ritual für jede Klasse bzw. Lerngruppe eignet. Sie kennen Ihre Schülerinnen und Schüler am besten. Probieren Sie sich im weiten Feld der Rituale aus und finden Sie für sich heraus, welches Ritual bzw. welche Rituale für Sie und Ihre Schülerinnen und Schüler gewinnbringend sind. 

Im Beitrag  „Rituale im Unterricht“ finden Sie zahlreiche grundlegende Informationen und interessante Fakten rund um das Thema.

Erzählkreise

Erzählkreise können mit etwas fortgeschritteneren Lernerinnen und Lernern zu jeder beliebigen Phase des Unterrichts eingeplant werden – sei es nun am Montag in der ersten Stunde („Was hast du am Wochenende gemacht?“) oder am Freitag in der letzten Stunde („Erzähl uns, was machst du am Wochenende?“). Des Weiteren besteht die Möglichkeit, sich jeden Schultag in der ersten Stunde Zeit für einen Erzählkreis zu nehmen.

Visualisieren Sie dazu die entsprechenden Redemittel und Satzanfänge im Klassenzimmer. Mit stattfindenden Erzählkreisen wird den Kindern einerseits das Gefühl vermittelt, dass sich jemand für sie interessiert, andererseits wird jedem Schüler und jeder Schülerin aktive Redezeit verschafft, in der alle anderen zuhören (und auch die Lehrkraft einmal Sendepause hat :)). 

Sprache der Woche / des Monats

Dieses Ritual dient dazu, die sprachliche Vielfalt ins Klassenzimmer zu holen und die Muttersprachen unserer Schülerinnen und Schüler ganz bewusst ins Zentrum des Unterrichtsgeschehens zu rücken und sie dadurch wertzuschätzen.

Sollten in Ihrer Schülerschaft enorm viele verschiedene Muttersprachen vertreten sein, würde sich vielleicht eher die Sprache der Woche anbieten, während sich eine eher kleinere Sprachenvielfalt für die Sprache des Monats eignet.

Schön ist es, wenn Sie dieses Ritual in Ihr Classroom-Management aufnehmen und eine kleine Ecke oder ein kleines Stückchen Pinnwand für dieses Ritual zur Visualisierung „reservieren“. Halten Sie Wortkarten bereit, auf denen die „Basics“ der deutschen Sprache geschrieben stehen (z. B. Guten Tag, Hallo, Entschuldigung, bitte, danke, tschüss, bis morgen, Wie geht es dir? …). Zusätzlich bereiten Sie dieselbe Anzahl an Wortkarten für die Sprache der Woche / des Monats vor. Darauf schreiben Ihre Schülerinnen und Schüler mit dieser Muttersprache dieselben „Basics“, welche dann im Plenum besprochen und im Klassenzimmer visualisiert werden.

Im Laufe des Schultags werden Sie als Lehrkraft diese Worte immer wieder im Unterricht aufnehmen. Auch die Begrüßung und Verabschiedung findet dann in dieser Sprache statt.  

Tagestransparenz

Erfahrungsgemäß wollen die Schülerinnen und Schüler immer genau wissen, was am aktuellen Schultag auf sie zukommt – das reicht von Auskünften zum Ablauf des Unterrichts (der manchmal vom regulären Stundenplan abweicht), zum Vertretungslehrer, der nach der Pause für die erkrankte Kollegin „einspringt“, über Probentermine hin zu dem Menüplan für die anstehende Woche (bei Schulen, die ein Ganztagsangebot mit Mittagessen haben) und Organisatorischem.

Für unsere Schülerinnen und Schüler würde sich das in visualisierter Form im Klassenzimmer anbieten. Richten Sie eine Magnettafel oder eine Pinnwand für genau dieses Ritual ein und bereiten Sie entsprechende Fächerschilder (für den anstehenden Unterricht), Wortkarten (z. B. „Probentermine“) oder leere, spontan beschreibbare Karten vor, die an der Tafel/Pinnwand angeheftet werden.

Jeden Tag zur ersten Unterrichtsstunde (oder in der Vorviertelstunde) wird der anstehende Tag aufs Neue visualisiert und im Plenum besprochen – in der Regel wollen das die Schülerinnen und Schüler in Form eines Klassendienstes gern selbst übernehmen. 

Im Beitrag "Stundentransparenz in der Grundschule" finden Sie passende Schilder zum Ausdrucken.

Der bzw. die Datumsbeauftragte (flexibler Kalender)

Dieses Ritual eignet sich ganz hervorragend für Sprachlernklassen bzw. Deutschklassen aber auch gut für Regelklassen. Ein ausgewählter Schüler / eine ausgewählte Schülerin nennt zum Stundenbeginn das Datum auf deutsch.

Wichtig dabei ist, dass der entsprechende Wortschatz bereits eingeführt wurde, das heißt also: die Wochentage, die Monate, die Zahlen im Tausenderbereich für die Jahreszahl (z. B. 2025), die Ordinalzahlen (der zweite, der dritte …) und die Jahreszeiten. Auch die entsprechenden Redemittel wie „Heute ist Dienstag, der …“ sollten vorab eingeführt werden.     

Tipps

Tipp 1: Übernehmen Sie die ersten paar Male dieses Ritual und geben es erst dann an Ihre Schülerinnen und Schüler ab, wenn Sie sich sicher sind, dass sie dieser Aufgabe sprachlich gewachsen sind.   

Tipp 2: Der Ideenreise-Blog bietet sowohl Kalenderkärtchen als auch besondere Ereignisse für den flexiblen Kalender bzw. die Tagestransparenz zum Download an. Die folgenden Links führen Sie direkt zum Material: 

Hinweis: Die Betreiberin des Blogs hat sich noch zahlreiche weitere Ideen für Ereigniskarten überlegt, die zur übersichtlichen Darstellung des anstehenden Schultags dienlich sein könnten. 

Der tagesaktuelle Wetterdienst

Hierbei handelt es sich um ein Ritual, welches beispielsweise gut mit dem flexiblen Kalender und auch der Tagestransparenz kombinierbar ist.

Wie bei allen Ritualen, sollte auch hier vorab der benötigte Wortschatz vorentlastet werden, bevor Ihre Schülerinnen und Schüler diese sprachliche Aufgabe übernehmen. Dabei handelt es sich um Wörter beziehungsweise Wortfamilien (Nomen, Verben und auch Adjektive), welche das Wetter beschreiben: bewölkt, regnerisch, sonnig, der Schnee, regnen, windig, der Nebel, heiß, kalt, das Gewitter …  

Tipp

Sollten Sie in Ihrem Klassenzimmer ein Thermometer haben, kann gern die tagesaktuelle Temperatur händisch mit in den Wetterdienst aufgenommen werden. Diese kann im Laufe des Schulalltags „angepasst“ werden. Ein dafür zuständiger Dienst könnte diese Aufgabe übernehmen (Achtung: dazu sollten bereits die Dezimalzahlen und womöglich auch negative Zahlen eingeübt werden). 

So könnte beispielsweise ein flexibler Kalender mit einer sehr reduzierten Form des Wetterdienstes kombiniert werden - Möglichkeiten der Erweiterung (oder Reduzierung) sind natürlich denkbar:

Flexibler Kalender

„Saisonale“ Aktivitäten und Rituale

Nicht nur wir Erwachsenen halten an uns vertrauten Ritualen und Traditionen fest, auch unsere Schülerinnen und Schüler sollen an solchen besonderen Festen und Tagen teilhaben, diese aktiv miterleben und auch gestalten. Gerade im Bereich des Sprachenlernens können „saisonale Rituale“ sehr gut mit kultureller Bildung und Werteerziehung in Verbindung gebracht werden. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Diese sind von Lernstand, Alter und Motivation Ihrer Schülerinnen und Schüler abhängig: 

  • Sommer: Eis essen, Sommerlieder kennenlernen und auch singen, Blumen oder Kräuter anpflanzen, Wasserspiele, ein Picknick organisieren und durchführen, einen Obstsalat machen, Erdbeeren auf dem Feld pflücken und Marmelade daraus machen, das Verhalten im Schwimmbad thematisieren …     
  • Herbst: Ein klasseninternes Erntedankfest feiern, Kastanien und Blätter sammeln, Kastanienmännchen basteln, Herbstlieder kennenlernen, Drachen steigen lassen, Kürbisse schnitzen, Apfelsaft aus gesammelten Äpfeln machen (lassen), Laternen basteln …              
  • Winter: Einen Klassen-Adventskalender basteln, einen Adventskranz für die Vorweihnachtszeit ins Klassenzimmer stellen, Weihnachtskarten basteln, Dekoration für den Schulchristbaum herstellen, Barbarazweige ins Klassenzimmer holen, den heiligen Nikolaus thematisieren, die Weihnachtsgeschichte besprechen (Achtung: nicht alle Schülerinnen und Schüler feiern Weihnachten), Plätzchen backen, Kinderpunsch trinken, eine interkulturelle Adventsfeier organisieren, Wünsche zum Neujahr kennenlernen, die Heiligen drei Könige thematisieren …
  • Frühling: Valentinstag thematisieren, Basteleien zum Muttertag und Vatertag, Osterbräuche besprechen, eine Schulfaschingsparty feiern, einen Schulgarten bzw. ein Beet anlegen, Frühblüher thematisieren und womöglich sogar auch pflanzen, Ostereier gestalten, Osterei-Suche organisieren ….                    

Der-wer-fehlt-heute-Sprecher

Erfahrungsgemäß entwickelt sich dieses Mini-Ritual zum „Selbstläufer“, welcher sich rasch im Klassenverband etabliert und gleichermaßen automatisiert wird.

Jeden Morgen wird von Seiten der Lehrkraft gefragt, welcher Schüler bzw. welche Schülerin am heutigen Tag fehlt. Im Normalfall meldet sich dann immer das selbe Kind und möchte mitteilen, wer erkrankt ist. Auch für dieses kleine Ritual bedarf es einer Einführung und konsequenten Einhaltung der immer selben Redemittel, wie beispielsweise: „Heute fehlt ....“ oder „Heute ist … nicht da.“ und „Heute ist … krank.“          

            

Begrüßung in verschiedenen Sprachen

Dieses Ritual ist auch als „Interkulturelle Begrüßung“ bekannt. Für Lehrkräfte, die sich nicht für die Sprache der Woche / des Monats als konstantes Ritual entscheiden, wäre diese Begrüßung (und auch Verabschiedung) eine alternative Variante.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Die beiden häufigsten sind:

Alle Schülerinnen und Schüler grüßen nacheinander in ihren Muttersprachen (dies lässt sich auch gut mit dem Zuwerfen eines Softballs verbinden) oder die ganze Klasse grüßt in einer Art „Chorsprechen“ in einer ausgewählten oder ausgelosten Sprache einer Mitschülerin oder eines Mitschülers.

Auf diese Weise wird Interesse an der Erstsprache unserer Lernenden gezeigt und diese auf wertschätzende Art in das Unterrichtsgeschehen aktiv mit eingebunden. Zusätzlich ist es schön, wenn Aufgaben an Schülerinnen und Schüler abgegeben werden – so könnte beispielsweise diese Phase des Unterrichts ein festgelegtes Kind moderieren und die Lehrkraft darf einen Moment lang die Moderatorenrolle „abgeben“. 

Der „sprachsensible“ Klassenrat

Der Klassenrat findet in regelmäßigen Abständen statt, fördert das demokratische Miteinander und den sozialen Austausch untereinander.

Mit Schülerinnen und Schülern, die als Sprachanfängerinnen und -anfänger mit verschiedenen Muttersprachen in Ihre Klasse kommen, könnte sich der Austausch zu Beginn eines Schuljahres etwas schwierig gestalten. Deswegen bedarf es einer langfristigen und gesicherten Einführung von gewissen Grundregeln der Kommunikation und sprachlichen Redemitteln.

Sollten Sie es allerdings mit fortgeschrittenen Sprachenlernerinnen und -lernern zu tun haben, wird der Klassenrat einfacher und schneller durchzuführen sein. Ziel des Klassenrates ist es, über Anliegen, Probleme und Vorschläge zur Verbesserung des Schulalltags zu sprechen.                   

Konkrete Tipps für einen „sprachsensiblen“ Klassenrat:

  • Visualisierung von Redemitteln in Form von Postern/Satzanfängen („Ich denke, dass …“, „Ich finde, dass …“, „Ich will sagen, dass …“ …)      
  • ritualisierte Einübung des Stuhlkreises         
  • Gesprächsregeln thematisieren (ausreden lassen, zuhören, sich nicht gegenseitig beleidigen …)       

Alle Informationen rund um das Thema „Klassenrat“ hat meine Kollegin Bettina übersichtlich und kompakt im Beitrag "Der Klassenrat" für Sie zusammengefasst.

Rituale zum Geburtstag

Der eigene Geburtstag ist für die meisten Schülerinnen und Schüler etwas Besonderes. Wenn Geburtstage in der Schule thematisiert werden, stellt das für unsere Kinder und Jugendlichen eine schöne Art der Wertschätzung dar, denn Geburtstagskinder werden besonders geehrt und gefeiert. Im Klassenverband könnten die Geburtstagsrituale beispielsweise so eingeführt werden: 

  • Ein Geburtstagslied singen (gern auch das Lied in der Muttersprache des Kindes einüben und im Klassenverband vorsingen)     
  • Einen Geburtstagsgruß in der Muttersprache des Kindes vortragen (diese lassen sich hervorragend im Internet finden)      
  • Das Geburtstagskind sitzt während des Schultags auf einem besonderen Stuhl (bedarf einer intensiven gestalterischen Vorarbeit)     
  • Es trägt die Geburtstagskrone (eher für jüngere Schülerinnen und Schüler gedacht).
  • Manchmal bringt das Geburtstagskind selbst Kuchen oder Süßigkeiten für die Klasse mit. Nehmen Sie sich Zeit zum Feiern. 
Tipps

Tipp 1: Hängen Sie in Ihrem Klassenzimmer/Gruppenraum einen Kalender auf, der alle Geburtstage Ihrer Schülerinnen und Schüler übersichtlich darstellt. Das kann ein Jahreskalender sein, oder ein selbst gebastelter in Form von Törtchen, Raketen oder Sonnenstrahlen. Ein Blick ins Internet kann an dieser Stelle lohnend sein.       

Tipp 2: Ehren Sie das Geburtstagskind und geben Sie ihm das Gefühl, dass es an seinem Geburtstag in gewisser Weise Dinge mitbestimmen darf, die normalerweise Sie als Lehrkraft alltäglich selbst entscheiden. Das Geburtstagskind darf beispielsweise die Musik zur Bewegungspause aussuchen, darf auf einem besonderen Stuhl sitzen, am Glücksrad drehen, sich ein Spiel zur Auflockerung und/oder die Aufräummusik aussuchen.

Wie viele Freiräume Sie dem Geburtstagskind an diesem Tag lassen, entscheiden Sie selbst – es muss jedoch gesagt sein, dass „wohl dosierte“ Freiräume gewinnbringender sind, als alles frei entscheiden zu lassen. 

Tipp 3: „Frau Lehrerin“ hat eine wahnsinnig eindrucksvolle Liste mit zahlreichen weiteren Ideen zu Geburtstagsritualen veröffentlicht.

Stimmungsbarometer

Dieses Ritual wird oftmals in seiner Wirksamkeit unterschätzt und deswegen überhaupt nicht im Unterricht eingesetzt. Wenn man sich jedoch genauer mit der Grundidee des Stimmungsbarometers beschäftigt, so wird schnell klar, dass die Stimmung Ihrer Schülerinnen und Schüler einen wahrlich großen Einfluss auf den gesamten Verlauf des Schultages hat.

Sie können sich auf Ihren Unterricht noch so gut vorbereiten, dieser wird garantiert nicht „nach Plan“ laufen, wenn die Stimmung in der Klasse/Lerngruppe nicht gut ist. Zudem können Sie als Lehrperson den Unterricht entsprechend „lenken“, wenn Sie sehen, dass die Stimmung ein wenig angehoben werden muss. Dann können Sie beispielsweise mit einem spaßigen Warm-Up starten, mit einer kleinen Einheit für das soziale Lernen oder einem sprachsensiblen Energizer. Der Vorteil an der Methode „Stimmungsbarometer“ liegt darin, dass es wenig Zeit zur Einführung braucht und auch für Sprachenlernerinnen und -lerner einfach und gut verständlich ist, da nicht nur mit Worten, sondern gleichermaßen mit Symbolen gearbeitet wird. 

Um ein Stimmungsbarometer zu gestalten, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Der Einsatz dieser hängt ganz davon ab, wie viel Zeit Sie im Unterricht für das Barometer einplanen wollen und auf welchem sprachlichen Level sich Ihre Schülerinnen und Schüler befinden:

  • Gefühlsabfrage:

    Fädeln Sie circa 5 bis 6 Emotionen in Form von Wort-Bildkarten auf eine Schnur und hängen Sie diese im Klassenzimmer auf. Diese Schnur kann mit steigendem Sprachniveau jederzeit erweitert werden. Jedes Kind bekommt eine Wäscheklammer mit seinem Namen darauf und klemmt vor Unterrichtsbeginn (beispielsweise in der Vorviertelstunde) seine Klammer zum passenden Gefühlsbild. Ob Sie die Gefühle in einem Steh- oder Stuhlkreis noch intensiver thematisieren wollen oder doch lieber in einem Einzelgespräch besprechen, entscheiden Sie selbst. 

    Gefühlskarten zum Auffädeln können Sie beispielsweise hier kostenlos im Ideenreise-Blog herunterladen.
  • Gefühlsampel:

    Wäscheklammern werden an die entsprechende Farbe der Ampel gehängt. Das geht superschnell, ist aber lediglich eine „abgespeckte Form“ eines richtigen Barometers, denn auf die konkreten Gefühle kann bei einer Ampel nicht eingegangen werden. Sie als Lehrkraft sehen zwar, dass das Kind nicht gut gelaunt ist. Man sieht aber nicht, ob es traurig, wütend oder einfach nur müde ist. Für einen groben Überblick über die Stimmung in der Klasse reicht die Ampel. Wenn Sie sehen, dass ein Kind auf „rot“ hängt, können Sie im Laufe des Tages das Gespräch suchen und hinterfragen, was los ist. Erfahrungsgemäß will die Mehrheit der Kinder über ihre Gefühle sprechen. 

    Hier finden Sie eine Bastelanleitung + Download für eine Gefühlsampel.
  • Gefühlssonne:

    Für fortgeschrittenere Sprachenlernerinnen und -lener kann das Barometer in Form einer Sonne gestaltet werden. Die Betreiberin des Ideenreise-Blogs bietet dazu alle Informationen und das zugehörige Material zum Download an.
  • Gefühlssteine/Gefühlskarten:

    Wenn Sie sich etwas mehr Zeit für eine „Gefühlsrunde“ nehmen wollen, könnten Ihnen beispielsweise Gefühlssteine oder -karten unterstützend dienlich sein. Sie sitzen mit Ihren Schülerinnen und Schülern Im Stuhlkreis und in der Mitte liegen die Gefühlssteine oder -karten. Nacheinander nehmen die Kinder den Stein bzw. die Karte mit genau dem Motiv, welches dem Gemütszustand am ehesten nahekommt. Sie können dazu etwas sagen (bitte immer mit visualisierten Satzanfängen oder vorentlasteten Redemitteln), müssen aber nicht. Oftmals „tauen“ die Schülerinnen und Schüler auf, sobald diese Gesprächsrunde ein paar Mal stattgefunden hat.

(Akustische) Signale als Rituale gegen Lärm

Wo viele Menschen aufeinandertreffen, ist Lärm leider ein ständiger Begleiter durch unseren Schulalltag. Durch einen gestiegenen Lärmpegel und häufig auftretende Störgeräusche seitens der Schülerschaft ist die Einführung eines ritualisierten Signals hilfreich, um Störungen zu reduzieren, die Stimme der Lehrkraft zu schonen und Zeit zu sparen.

Bei den Signalen gibt es verschiedene Möglichkeiten, wobei erfahrungsgemäß das akustische Ruhesignal am meisten wirkt (was jedoch nicht generalisierbar und zu verallgemeinern ist).   

Möglichkeiten für Ruhesignale sind beispielsweise:

 

Der Wortspeicher – ein eher „verstecktes“ Ritual

Ein Wortspeicher ist eine im Klassenzimmer visualisierte und fest verankerte Sammlung der aktuellen Wörter zu einem bestimmten Thema.

Wortspeicher lassen sich für alle Unterrichtsfächer anlegen. Die Einbindung und der Gebrauch von Wortspeichern bringen für Ihren Unterrichtsalltag zahlreiche Vorteile: Neben der Orientierung und Struktur, die unsere Schülerinnen und Schüler erfahren, geben Wortspeicher gleichermaßen eine gewisse Sicherheit beim Sprachenlernen (falls einmal die „Worte fehlen“ sollten). Zudem können durch Wortspeicher alle DaZ-Lernerinnen und DaZ-Lerner auf dem individuellen Sprachlevel „abgeholt“ werden, da Differenzierungsmaßnahmen vorgenommen werden können (bebildert, mit Symbolen versehen, die Anzahl der Wörter ...).

Auf die Frage, wo sich hier das Ritual versteckt hat, gibt es eine Antwort: In der Arbeit mit und an dem Wortspeicher. Dieser kann gemeinsam erstellt (auch mehrsprachig) und um neue Wörter passend zum Thema erweitert werden, sodass damit gearbeitet werden kann.

Zum Beispiel diktieren sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig Wörter, die Kontrolle kann durch einen Blick auf den Wortspeicher erfolgen. Denkbar wäre auch eine mündliche Abfrage der Wörter bzw. der Artikel. Gleichermaßen wäre es möglich, dass Sie die Wörter abhängen und nur die Bilder hängen lassen. Die Schülerinnen und Schüler nennen (oder notieren) die Wörter mit dem richtigen Artikel, ordnen die Wörter nach dem Abc, konjugieren die Verben und steigern die Adjektive. Mit ein bisschen Kreativität kann mit dem Wortspeicher lange und intensiv gearbeitet werden. 

Lautstärke-Regler

Wir Lehrkräfte wissen es selbst – die Kontrolle über die Lautstärke im Klassenzimmer zu behalten, ist eine der größeren Herausforderungen unseres Berufs. Auch dieses Unterfangen kann von Anfang an ritualisiert werden, indem Sie mit einem „Lautstärke-Regler“ arbeiten.

Sie bestimmen selbst, wie viel Lautstärke Sie im Unterricht zulassen, indem Sie sie visualisieren. Wenn Sie dieses Mittel von Beginn an konstant und konsequent im Unterricht verwenden, so gestaltet sich der Wechsel von Stillarbeitsphasen und Gesprächsphasen sehr entspannt und ohne Stress. 

Tipp: Auf der Homepage von Betzold gibt es ein „Laut-o-meter“

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Wer schreibt hier?

Ich heiße Barbara Reisacher und bin Lehrerin an einer Mittelschule im schönen Bayern. Mein studiertes Hauptfach an der Universität Augsburg war Deutsch als Zweitsprache. Während meines Referendariats durfte ich erste Erfahrungen in einer Übergangsklasse sammeln und das theoretisch Gelernte in der Praxis anwenden. Im Moment bin ich Klassenleitung einer Deutschklasse und bereite parallel die SchülerInnen der 9. Klasse auf ihre Abschlussprüfung im Fach DaZ vor. In meiner täglichen Arbeit habe ich also sowohl mit Sprachanfängern, als auch mit fortgeschrittenen Sprachenlernern zu tun.