Die mündliche Prüfung – eine neue Situation
Mündliche Prüfungen sind für viele Schülerinnen und Schüler das Schreckgespenst des Schulabschlusses.
Warum eigentlich? Auf schriftliche Klausuren muss genauso viel gelernt werden, sie dauern in der Regel länger und man muss auch noch darauf achten, die Antworten halbwegs leserlich zu schreiben und mit möglichst wenigen Rechtschreibfehlern zu versehen.
Für viele Schülerinnen und Schüler gibt es zwischen den beiden Prüfungsformen allerdings einen großen Unterschied: Während sie die schriftliche Form schon seit den ersten Klassen begleitet, begegnet ihnen die mündliche Prüfung beim Abschluss oft zum ersten Mal.
Zum üblichen „Bammel“ vor einer wichtigen Prüfung gesellt sich deshalb gerne noch die Angst vor der neuen, ungewohnten und schwer einzuschätzenden Situation. Und während etwas Anspannung und Nervosität vor einer Klausur normal und nicht weiter tragisch sind, blockiert Angst die Schülerinnen und Schüler.
Weil die mündliche Prüfung eben mehr als eine mündliche, statt schriftlich formulierte, Abfrage des Lernstoffes ist, hilft es den Kindern und Jugendlichen immens, wenn Sie die Situation mit ihnen üben. So kann sie zum Teil des Schulalltags werden. Dazu bietet sich beispielsweise das Abfragen des Inhalts der vergangenen Unterrichtsstunde an.
Bevor es mit dem Üben losgeht, haben wir hier noch einige Tipps, die Sie an Ihre Klasse weitergeben können, bevor es ernst wird. Und da zu einer gelungenen Prüfung auch eine gute Prüferin bzw. ein guter Prüfer gehört, folgen im zweiten Teil Tipps, wie Sie Ihre Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zu einem guten Prüfungsergebnis unterstützen können.
So gelingen mündliche Prüfungen
Tipps für Ihre Schüler/innen
Egal, ob mündlich oder schriftlich, der Lernstoff muss natürlich sitzen, damit die Erfolgsaussichten rosig sind. Weitere Voraussetzungen sind Pünktlichkeit (am besten 15 Minuten vorher da sein) und der Situation angemessene Kleidung (natürlich kommt es auf den Inhalt der Prüfung an, aber manche Prüfer/innen honorieren schicke Kleidung).
Um gut auf eine mündliche Prüfung vorbereitet zu sein, sollten Ihre Schülerinnen und Schüler zudem diese Herausforderungen meistern können:
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Freies Sprechen
Unabhängig von der Art der mündlichen Prüfung ist die wichtigste Voraussetzung für ihr Gelingen, dass es die Schüler/innen gewohnt sind, frei zu sprechen und die Antworten zusammenhängend und sinnvoll aufzubauen.
Je häufiger Sie das freie Sprechen im Unterricht (im Rahmen von Unterrichtsgesprächen, Diskussionen, Rollenspielen …) üben, desto besser wird es im Ernstfall „mündliche Prüfung“ klappen.
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Denkpausen
Raten Sie zu kleinen Denkpausen. Damit das mit dem eben erwähnten sinnvollen Aufbau klappt, ist es nämlich vollkommen in Ordnung, die Antwort kurz in Gedanken zu strukturieren. Wer sofort drauflosplappert, verheddert sich leicht in den eigenen Ausführungen und ein Black Out droht.
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Präsentationen
Mit Präsentationen, Referaten und Vorträgen vor der Klasse können Sie Ihre Schüler/innen schon mal auf das Gefühl vorbereiten, alle Augen und Ohren auf sich gerichtet zu fühlen und im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen.
Gerade schüchternen Schüler/innen fehlt es oft nur an Selbstbewusstsein, nicht an Wissen, um in der mündlichen Prüfung zu glänzen. Je häufiger sie sich diesen Situationen stellen und gut bewältigen können, umso mehr Sicherheit gewinnen sie.
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Souverän antworten
Das ist leichter gesagt als getan. Aber Sie können Ihren Schülerinnen und Schülern ein paar Tipps mit auf den Weg geben: Laut, deutlich und nicht zu schnell reden, die Antworten nicht als Fragen äußern und die Prüfer/innen ansehen. Das wirkt nicht nur sympathisch, an den Minen der Prüfer/innen kann oft abgelesen werden, ob man sich auf einem guten Weg oder dem Holzweg befindet.
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Unklarheiten beseitigen
Ermutigen Sie Ihre Schülerinnen und Schüler zum Nachhaken, wenn sie etwas akustisch oder inhaltlich nicht verstanden haben.
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"Spickzettel" schreiben
Um den Stoff zu lernen, ist es sinnvoll, in immer mehr zu komprimieren: Erst eine Zusammenfassung des Themas anfertigen, dann das wichtigste auf Karteikarten packen und die Punkte, die dann immer noch nicht sitzen, auf einen Spickzettel schreiben, der dann natürlich nicht mit in die Prüfung genommen wird. Das ist aber auch nicht nötig, da die Punkte durch das über sie Nachdenken und Aufschreiben bereits gut im Gedächtnis verankert sein sollten :)
Mehr zum Spickzettel als Prüfungsvorbereitung erfahren Sie hier.
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Prüfungen simulieren
Gerade bei mündlichen Prüfungen hilft es, den Ernstfall zu simulieren. Ohne die Angst vor bösen Konsequenzen und Druck sehen die Schülerinnen und Schüler, wo ihre Stärken und Schwächen liegen. Gewöhnt an die Art der Aufgabenstellung und mit Erfolgserlebnissen im Rücken, gewinnen sie Sicherheit und die eigentliche Prüfung verliert viel von ihrer Bedrohlichkeit.