Frau gelangweilt neben Papierstapel
Schülerförderung
Aktualisiert: 02.02.2026

Das Startchancen-Programm – Was bedeutet es eigentlich für meine Schule?

In diesem Beitrag beantworten wir die wichtigsten Fragen zum Startchancen-Programm und geben einen Überblick darüber, was das Programm konkret für Schulen bedeutet.
Bettina Kroker
Bettina Kroker
Online-Redakteurin

Eve – stock.adobe.com

Das Startchancen-Programm ist zum Schuljahr 2024/2025 gestartet. Mit ihm unterstützen Bund und Länder gezielt Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler. Bezogen auf die Laufzeit und die Höhe der Fördermittel ist es das bislang umfangreichste Bildungsprogramm der Bundesrepublik Deutschland.

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Kompetente Unterstützung bei der Beantragung des Startchancen-Programms

Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie Unterstützung bei der Bedarfsermittlung und Beantragung von Startchancen-Fördermitteln benötigen.

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Was ist das Startchancen-Programm?

Immer wieder belegen Studien, dass Kinder aus einkommensschwachen Familien und Familien mit Migrationshintergrund schlechtere Bildungschancen haben.

Das Startchancen-Programm hat mehr Bildungsgerechtigkeit zum Ziel. Es soll helfen, diesen verhängnisvollen Zusammenhang zu durchbrechen, indem Schulen mit einem hohen Anteil benachteiligter Schülerinnen und Schüler gezielt gefördert werden.

Die Stärkung der Basiskompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen sowie der sozio-emotionalen Kompetenzen und die Befähigung zu demokratischer Mitwirkung steht dabei im Fokus. Ein konkretes Ziel ist die Halbierung der Zahl der Schülerinnen und Schüler, die die erwarteten Kompetenzen in Mathematik und Deutsch verfehlen.

Weitere Ziele sind die Weiterentwicklung von Schulnetzwerken und außerschulischen Kooperationen, insbesondere mit Partnern der beruflichen Bildung. Um diese Ziele zu erreichen, sind Fort. und Weiterbildungen von Lehrkräften sowie Maßnahmen zur Unterrichts- und Schulentwicklung Teil des Programms.

Wie ist die Laufzeit angesetzt?

Das Startchancen-Programm startete zum Schuljahr 2024/2025. Die Laufzeit ist zunächst auf 10 Jahre angelegt.

Wie wird das Programm finanziert?

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt jährlich bis zu einer Milliarde Euro bereit. Diese Mittel werden von den Ländern in gleicher Höhe ergänzt. Sollte ein Bundesland weniger Fördergeld bereitstellen, verringert sich auch der Anteil des Bundes entsprechend. Zusammen wollen Bund und Länder damit im Förderzeitraum Gelder in Höhe von 20 Milliarden Euro investieren.

Wie werden die Fördergelder verteilt?

Die Verteilung der Fördergelder nach dem Königsteiner Schlüssel, der auf der Bevölkerungszahl und dem Steuereinkommen der einzelnen Bundesländer beruht, soll beim Startchancen-Programm zumindest teilweise ausgesetzt werden. Stattdessen wird der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund und Kinder aus armutsgefährdeten Familien als Maßstab zugrunde gelegt. 

Die Länder selbst verteilen die Mittel dann auf Schulen mit einem hohen Anteil an sozial benachteiligten Schülerinnen und Schülern. Dabei sollen 60% an Grundschulen und 40% an weiterführende und berufliche Schulen verteilt werden.

Kann sich meine Schule für eine Förderung bewerben?

Nein, das ist nicht möglich.

Inzwischen gibt es in allen Bundesländern Listen, auf denen die förderfähigen Schulen eingesehen werden können. Eine Übersicht über Informationen in den einzelnen Bundesländern sowie die jeweiligen Schullisten bietet die Wübben Bildungsstiftung

*Angebote gültig bis 21.06.2026. Nur solange der Vorrat reicht.
Tipp

Weitere Förderprogramme

Wenn Sie auf der Suche nach finanzieller Unterstützung für Projekte in Schule oder Kita sind, lohnt sich ein Blick auf unsere Übersichtsseite zu Förderprogrammen. Dort finden Sie gebündelt Informationen zu aktuellen Investitions- und Projektförderungen. Die Übersicht hilft Ihnen dabei, passende Fördermöglichkeiten schnell zu finden und gezielt zu beantragen.

Was ist förderfähig?

Um an den Schulen nachhaltig mehr Bildungsgerechtigkeit zu ermöglichen, sollen v.a. diese drei Bereiche (Säulen) gefördert werden: 

  • 1. Säule: Investitionen für Infrastruktur und Ausstattung von Schulen unter Berücksichtigung der Schaffung einer zeitgemäßen, barrierefreien, klimagerechten und lernfördernden Umgebung (z. B. Räume für inklusives Lernen, Maker Spaces) → 40% der Mittel
  • 2. Säule: „Chancenbudget“, das die Autonomie der Schulen stärkt, um bedarfsgerechte Lösungen in der Schul- und Unterrichtsentwicklung umzusetzen (z.B. gezielte Lernförderung zur Stärkung von Basiskompetenzen (Sprache, Mathematik, Sozialkompetenz, Demokratiebildung, Bewegungsförderung), Fortbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Lehrkräfte, die Zusammenarbeit mit passenden, außerschulischen Partnern sowie die systemische Weiterentwicklung) → 30% der Mittel
    In einigen Bundesländern gibt es Listen, aus denen Schulleitungen und Träger passende Punkte auswählen können. In anderen Bundesländern kann frei nach Projekten gesucht werden.
  • 3. Säule: mehr Personal für multiprofessionelle Teams,  pro Schule könnte eine zusätzliche Stelle ermöglicht werden (Sozialpädagoginnen/Sozialpädagogen, Schulsozialarbeiterinnen/Schulsozialarbeiter, pädagogische Fachkräfte anderer Disziplinen wie Lerntherapie, Logopädie, Ergotherapie) → 30% der Mittel
Jede teilnehmende Schule muss in alle drei Säulen investieren. Pro Schule und Jahr liegt die maximale Fördersumme bei 500 000 Euro.

Tipp

Das "Bündnis Startchancen-Schulen" ist eine Informationsplattform, auf der die am Programm teilnehmenden Schulen geeignete Angebote, Ideen und Kooperationspartner finden.

Wurden konkrete Zielvorstellungen formuliert?

Ziel des Startchancen-Programms ist mehr Bildungsgerechtigkeit und eine Stärkung der Leistungsfähigkeit des Schulsystems. Um die Fortschritte überprüfbar zu machen, wird das Projekt wissenschaftlich begleitet und evaluiert. 2028 sollen die ersten Ergebnisse veröffentlicht werden.

Welche Aufgaben kommen auf Startchancen-Schulen zu?

Administrative Aspekte wie Nachweispflichten sollten unkomplizierter geregelt werden als beispielsweise beim Digitalpakt. So soll jede Schule ihren individuellen Bedarf ermitteln und entsprechend Mittel beantragen können. Allerdings zeigt sich inzwischen, dass die Regulierung doch stärker ausgeprägt ist und viele Schulen Schwierigkeiten mit der Beantragung der Fördermittel haben. 

Wenn Sie Unterstützung benötigen, können Sie sich gerne an uns wenden: zum Kontaktformular.

Nach der „Vereinbarung zwischen Bund und Ländern zur Umsetzung des Startchancen-Programms für die Jahre 2024 bis 2034“ müssen sich die Startchancen-Schulen zu folgenden Punkten bekennen, zu denen sie Kompetenzen erwerben sollen:

  • individuelle Diagnostik
  • adaptive Förderung
  • frühzeitige und systematische berufliche Orientierung
  • Bestandsaufnahme, Zielfindung, Durchführung und Implementation von Maßnahmen zur datengestützten, problembewussten und lösungsorientierten Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie deren Evaluation

Worauf bezieht sich die Kritik am Startchancen-Programm?

Die Ausarbeitung des Programms wird durch das „Expert:innenforum Startchancenprogramm (Exsta)“ der Robert Bosch Stiftung und des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung begleitet. Die Bildungsexpertinnen und -experten bemängeln, dass die Mittelverteilung nur für die 1. Säule nach sozialen Indikationen geplant ist. Die Mittel für das Chancenbudget und die multiprofessionellen Teams sollen den Ländern nach Umsatzsteuerpunkten zugewiesen werden.

Außerdem sehen sie die Kommunen, die bei der Umsetzung des Programms eine maßgebliche Rolle spielen werden, unterrepräsentiert

Ein großes Problem ist, dass für die Umsetzung der Ziele des Startchancen-Programms Personal nötig ist, das aufgrund des Lehrermangels derzeit nicht zur Verfügung steht. Dass die Beantragung der Fördergelder längst nicht so unkompliziert ist, wie es angedacht war, verschärft dieses Problem zusätzlich.

Die GEW merkt auch an, dass der Bedarf weit höher ist und die Mittel sowie die Zahl der geförderten Schulen nicht ausreiche: 25% der Schülerinnen und Schüler sind arm oder armutsgefährdet, das Programm erreiche aber nur 10%, so GEW-Vorsitzende Maike Finnern.

Zu viel Geld würde zudem für Verwaltungsstrukturen verbraucht, ist im Beitrag "Schulleitungen zum Startchancen-Programm: Geld, das den Schulen helfen soll, bläht die Verwaltung auf – und fehlt in den Klassenzimmern" (15.12.2025) von News4Teachers zu lesen.

Fazit

Trotz der Kritik an einigen Punkten sind sich die Bildungsexpertinnen und -experten einig, dass das Programm wichtig und nötig ist.

Wenn das Programm so umgesetzt wird wie angekündigt – v.a. auch mit der wissenschaftlichen Begleitung, einem Evaluationsbudget und der Abkehr vom Gießkannenprinzip (wenn auch noch nicht komplett) – hat es bisherigen Reformprogrammen schon einiges voraus. 

Ebenso wird der Fokus auf die Förderung von Basiskompetenzen und Grundschulen positiv bewertet. 

Bemerkenswert ist dabei auch das konkrete Ziel, am Ende der Förderung (nach 10 Jahren) den Anteil der Kinder, die die Mindestanforderungen in den Basiskompetenzen in den Fächern Mathematik und Deutsch nicht erreichen, zu halbieren.

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Startchancen-Programm mit Betzold

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Quellen: 

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Seit 2014 arbeite ich bei Betzold in Ellwangen als Online-Redakteurin. Im Betzold-Blog möchte ich Lehrerinnen und Lehrern den ein oder anderen Tipp weitergeben, der den Schulalltag erleichtert und Zeit spart. Da ich stets auf der Suche nach neuen, interessanten Blog-Themen bin, freue ich mich immer über Ihre Anregungen: