Mobbing – ein altes Phänomen mit neuem Namen
Von Mobbing spricht man, wenn Angriffe (verbal, nonverbal, physisch, sexuell oder online) mit schädigender Absicht auf einzelne Schülerinnen oder Schüler über einen längeren Zeitraum andauern und ein Kräfteungleichgewicht zwischen den Parteien besteht.
Der Begriff wurde Ende der 1970er Jahre erstmals durch den Psychologen Heinz Leymann für Schikanen in der Arbeitswelt angewendet. Im Laufe der 1990er Jahre kam es zu einer verstärkten öffentlichen Rezeption und zur Übertragung auf entsprechende Vorgänge in der Schule.
Mobbing ist ein neues Wort für ein altes Phänomen. Doch die neue Bezeichnung brachte positive Auswirkungen mit sich: Durch die öffentliche Wahrnehmung kam es zur Entwicklung eines Problembewusstseins und damit einhergehend entstanden mehr Hilfsangebote für Betroffene.
Opfer von Mobbing können, wie es auch der Forenbeitrag beschreibt, sowohl physisch wie auch psychisch schikaniert werden. Der Schaden dieser Art des Psychoterrors durch Lügen, Gerüchte, Drohungen, Beschimpfungen und Ausgrenzung mag dabei mindestens ebenso groß sein, wie der, der durch körperliche Gewalt angerichtet wird.
Die Handlungen von Mobbern haben kein anderes Ziel, als die Mitschülerinnen und Mitschüler sozial zu isolieren und dadurch „fertigzumachen“. Betroffenen fällt es meist schwer, sich aus der Opferrolle zu befreien, denn sie stehen allein gegen eine große Mehrheit von Tätern und „den anderen“, die schweigend zusehen.
Und Mobbingfälle an Schulen sind nicht selten: Die 2017 veröffentlichte PISA-Sonderauswertung zum Wohlbefinden von Jugendlichen zeigte, dass etwa jeder sechste 15-Jährige (15,7%) regelmäßig körperliche und psychische Attacken durch Mitschülerinnen und Mitschüler erdulden muss.
Das zeigt, wie wichtig es ist, dass Mobbing seit einigen Jahren verstärkt öffentlich diskutiert wird und Initiativen gegen Mobbing gestartet wurden. An zahlreichen Schulen hat das Thema als Teil der Einheit zur Gewaltprävention inzwischen auch Eingang in den Schulunterricht gefunden.