Erlerntes und Erfahrung – kaum jemand wird mit der perfekten Lehrerpersönlichkeit geboren
Es gibt sie sicher, die Glücklichen, denen die ideale Lehrerpersönlichkeit scheinbar in den Schoß fällt. Aber das ist nur eine sehr kleine Gruppe. Alle anderen müssen an ihr arbeiten und auch die Erfahrung im Beruf trägt zur Entwicklung bei. Wer am Anfang steht, kann noch nicht perfekt sein.
Um die eigene Lehrerpersönlichkeit weiterzuentwickeln, ist es hilfreich, sich selbst zu reflektieren, die eigenen Wertvorstellungen, Stärken und Schwächen zu kennen. Genauso seine Grenzen. So wird es leichter, das eigene Verhalten verstehen zu können und ggf. an ihm zu arbeiten.
Auch für den durch „Visible Learning“ bekannten Pädagogen John Hattie ist das erfolgreiche Lehrerinnen- und Lehrersein weniger von der Persönlichkeit, als von erlernbaren Faktoren und dem Verhalten beeinflusst. Ulrich Steffens vom Hessischen Landesinstitut für Qualitätsentwicklung fasst es gegenüber dem Deutschlandfunk zusammen: „Es gibt die Formel: Auf den Lehrer kommt es an. Hattie variiert diese Aussage und sagt: What Teachers do matters. Und damit geht er von der Lehrerpersönlichkeit weg und lenkt den Blick auf das Handeln von Lehrerinnen und Lehrern. Natürlich gibt es Lehrpersonen, die geschickter oder ungeschickter sind oder die einen besseren Zugang zu Schülern haben. Aber man sollte immer im Blick behalten, dass Lehrer sein auch trainierbar ist, dass bestimmte Verhaltensweisen auch erlernbar sind. Und das ist ja auch mit eine Aufgabe in der zweiten Phase der Lehrerausbildung.“
Aber nun „Butter bei die Fische“:
Was macht eine gute Lehrerpersönlichkeit aus?
Kriterien für die Bewertung der Lehrerpersönlichkeit sind häufig:
- Körpersprache/Auftreten
- Rollenverständnis und Rollenakzeptanz als Lehrerin/Lehrer
- Sprache/Umgangston
- Umgang mit Schülerinnen und Schülern
In allen Bereichen schadet es nicht, möglichst authentisch zu sein und sich nicht krampfhaft anders zu geben, als man ist.
Klarheit, Fairness, Verlässlichkeit und Konsequenz genauso wie Humor, Wertschätzung, Toleranz und ein integrativer Stil werden nicht nur bei den Prüferinnen und Prüfern während des Vorbereitungsdiensts, sondern auch von den Schülerinnen und Schülern geschätzt. Die Lehrerpersönlichkeit spielt deshalb v. a. auch in der Lehrer/Lehrerinnen-Schüler/Schülerinnen-Beziehung eine wichtige Rolle.
Fazit
Abschließend kann man vielleicht sagen, dass sich eine stabile Lehrerpersönlichkeit aus den eigenen Persönlichkeitsmerkmalen, erlernten Soft Skills und Erfahrung zusammensetzt.
Es gibt daher nicht die eine Lehrerpersönlichkeit. Lehrerinnen und Lehrer sind genauso individuell verschieden in ihrer Persönlichkeit wie Schülerinnen und Schüler. Es gibt natürlich Eigenschaften und Persönlichkeitsmerkmale, die Ihnen in dem Beruf einen Vorteil bringen. Aber nicht jede Eigenschaft ist bei jedem gleich ausgeprägt. Jeder hat Stärken und Schwächen. Wenn einige grundlegende Punkte gegeben sind, müssen Sie sich keine Sorgen in Bezug auf Ihre Lehrerpersönlichkeit machen.
Quellen: