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Infektionskrankheiten
In der Corona-Krise flammte eine alte Diskussion wieder auf. Ein Abstand und somit eine Reduzierung der Ansteckungsgefahr zwischen pädagogischen Fachkräften und Kindern ist in Kindertageseinrichtungen nicht möglich. Zwischen allen Beteiligten herrscht ein enger Kontakt, der die pädagogische Arbeit erst möglich macht. Sei es das Wickeln der Kinder, das Trösten, das gemeinsame Spielen oder Basteln: Bei all diesen Tätigkeiten ist der Abstand zwischen Kindern und Erwachsenen nicht weit genug, um die Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern. Vor allem in der Erkältungszeit werden Kinder teilweise auch in den Kindergarten gebracht, wenn sie krank sind. Kein Wunder also, dass Erzieherinnen und Erzieher besonders häufig an Infektionen der Atemwege erkranken.
Achten Sie auf die Einhaltung von Husten- und Nies-Etikette. Die Desinfektion und das Waschen der Hände muss oberste Priorität haben - auch bei den Kindern. Regelmäßiges und intensives Lüften hilft ebenfalls dabei, die Infektionsgefahr zu minimieren.
Lärm
Der Alltag in Kindergarten und Kita kann sehr laut sein. Während die Kinder spielen und toben, entwickelt sich eine Geräuschkulisse, die auf Dauer eine gesundheitliche Belastung darstellt. Lärm beeinflusst die Konzentrationsfähigkeit, das Schlafverhalten und bedingt auch hormonelle Veränderungen sowie Beeinträchtigungen im Sozialverhalten. Physische und psychische Beschwerden sind also die daraus entstehenden Folgen, die wiederum einen negativen Effekt auf Ausfallzeiten und Personalplanung haben. Unterstützt wird die Entwicklung der Lautstärke außerdem durch moderne Baustoffe, die aus Gründen der Hygiene, zur Einsparung von Energie oder aus ästhetischen Gründen in den Kindertagesstätten verbaut werden. Harte Oberflächen und offene Raumkonzepte verstärken allerdings die Verbreitung von Lärm und die draus entstehenden gesundheitlichen Folgen.
Sobald es das Wetter zulässt, sollte der Außenbereich der Kita genutzt werden. Toben und Spielen auf dem Spielplatz gibt den Kindern die Möglichkeit, ihrer Energie sinnvoll einen Weg zu geben. Sollte das Spielen draußen nicht möglich sein, kann auch in den Gruppenräumen gezielt zur Reduzierung des Lärms beigetragen werden. Der Alltag sollte eine abwechslungsreiche Struktur haben, die für Kinder und Erzieher Phasen des lauten Spiels und der Entspannung beinhaltet. Auch das Nachrüsten von Schallabsorbern kann eine sinnvolle Ergänzung darstellen.
Psychische Beschwerden / Erschöpfungssysndrom
Auch wenn viele Erzieherinnen und Erzieher zufrieden mit ihrer Berufswahl sind und ihre Tätigkeit als zutiefst sinnstiftend empfinden, gibt es doch Faktoren, die für psychische Beschwerden sorgen können. Auch in Kindergärten und Kitas sind Mobbing, schlechte Bezahlung, allgemeine Unzufriedenheit, mangelnde Aufstiegsmöglichkeiten und strukturelle Probleme Faktoren, die sich auf die Gesundheit der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer niederschlagen. Der Personalschlüssel ist sicher einer der größten Belastungsfaktoren, die die tägliche Arbeit erschweren. Ausfälle durch Krankheit oder Fortbildungen können den bereits eng bemessenen Personalschlüssel schnell an seine Grenzen bringen. Die Zeit für Aufgaben im Bereich der Organisation und Dokumentation wird für Leitung und pädagogische Fachkräfte in den Gruppen zu einem großen Stressfaktor. Hinzu kommen schwierige Elterngespräche, die seit der zunehmenden Verschulung des Kindergartens und gestiegener Ansprüche an die Kinder oft neue und zuweilen erschreckende Dimensionen annehmen können. Angehäufte Überstunden und das Gefühl ausgebrannt zu sein, können hier die Folge sein.
Um psychischen Belastungen vorzubeugen, ist es wichtig, eigenen Bedürfnissen Ausdruck zu verleihen. Eine offene Kommunikation zwischen Erzieherinnen und Erziehern, Leitung und Träger ist hier das A und O. Ein angepasster und ausgewogener Personalschlüssel ist hier einer der wichtigsten Faktoren, die zur Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beitragen.
Das regelmäßige Prüfen von Tagesabläufen, Dienstplänen und Sonderaufgaben ist hierbei wichtig, um einen Überblick über mögliche Engpässe zu erhalten. Dazu gehört natürlich auch die kritische Auseinandersetzung mit Problemen im Team. Zu beachten ist hier, dass allgemeine Harmonie nicht in allen Fällen ein Zeichen für ein gutes Miteinander im Team ist. Ebenfalls wichtig ist das Fühlen und Priorisieren der eigenen Bedürfnisse. Eine optimierte Organisation in der Wochenplanung und Zeit für Self-Care können, auch wenn daraus nur kleine Zeitfenster für sich selbst entstehen, eine große Wirkung auf das allgemeine Wohlbefinden haben.
Der wahre Erzieher ist auf seine Art ein Zauberer und ein Bezaubernder.
Eduard Spranger
Quellen: