2 Kinder sitzen auf einem blauen Sitzsack von Betzold.
Alltag
Leitung
Veröffentlichung: 17.11.2025

Den Übergang von der Krippe in den Kindergarten kindgerecht gestalten

Der Wechsel von der Krippe in den Kindergarten gehört zu den wichtigsten Entwicklungsschritten in der frühen Kindheit. Damit Kinder diesen Übergang sicher, neugierig und gestärkt erleben können, ist eine sensible pädagogische Begleitung des Prozesses von enormer Wichtigkeit. Dieser Beitrag beleuchtet, wie Einrichtungen den Übergang sensibel vorbereiten, begleiten und reflektieren können.
Janine Landwermann
Janine Landwermann
Online-Redakteurin

Der Übergang als sensibler Entwicklungsschritt

Für Kinder bedeutet der Wechsel vom Krippen- in den Kindergartenalltag den Eintritt in eine neue soziale Umgebung. Während in der Krippe meist eine kleinere Gruppe und eine intensivere Bezugserziehung im Vordergrund stehen, begegnen Kinder im Kindergarten mehr Autonomie und einer erweiterten Gruppendynamik. Diese Veränderung kann sowohl Neugier als auch Unsicherheit auslösen. Ein behutsam gestalteter Übergang ermöglicht es, Vertrauen aufzubauen und die emotionale Sicherheit zu bewahren, die als Grundlage für das weitere Lernen und die soziale Entwicklung dient.

Entwicklungspsychologische Grundlagen

In der Altersphase zwischen zwei und drei Jahren verändern sich Selbstständigkeit, Sprachentwicklung und soziale Kompetenzen der Kinder rasant. Sie beginnen, sich stärker von vertrauten Erwachsenen zu lösen, benötigen gleichzeitig aber stabile Beziehungen, um neue Herausforderungen zu bewältigen. Eine verlässliche Bindungsstruktur ist daher auch im Kindergarten von zentraler Bedeutung. Pädagogische Fachkräfte erkennen diese Entwicklungsdynamik und berücksichtigen sie im Übergangsprozess von der Krippe in den Kindergarten. Hierdurch werden Überforderung und emotionale Belastung der Neuankömmlinge in der Gruppe vermieden.

Voraussetzungen für einen gelungenen Übergang

Ein erfolgreicher Übergang erfordert frühzeitige Abstimmung zwischen den beteiligten Gruppen oder Einrichtungen. Ein strukturierter Informationsaustausch bildet die Grundlage für Kontinuität und individuelle Begleitung:

  • Entwicklungsstand
  • Lieblingsspiele und -Aktivitäten
  • Rückzugsbedürfnis
  • Schlafgewohnheiten
  • besondere Bedürfnisse der Kinder

Auch eine gemeinsame pädagogische Haltung – etwa in Bezug auf Eingewöhnung, Bindung und Partizipation – wirkt sich positiv auf die Phase des Übergangs aus. Eltern sollten transparent in den Prozess eingebunden werden, damit Vertrauen und Sicherheit auf allen Seiten entstehen.

Praktische Gestaltungsansätze

Erfolgreiche Übergänge leben von konkreten Begegnungen und verlässlichen Abläufen:

  • Besuchsphasen im neuen Gruppenraum
  • gemeinsame Aktivitäten mit künftigen Erzieherinnen und Erziehern
  • kleine Kennenlernfeiern
  • Übergangsrituale – etwa das gemeinsame Gestalten eines Abschiedsordners
  • das Überreichen eines Portfolio-Heftes
  • symbolische „Staffelstab“-Übergaben

Auch vertraute Begleitpersonen aus der Krippe können anfangs unterstützend wirken. Wichtig ist, dass Kinder den Prozess aktiv mitgestalten: etwa durch Fotos, Lieder oder kleine Erzählrunden über die neue Gruppe.

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Mögliche Hindernisse im Übergangsprozess

Nicht immer gelingt der Wechsel reibungslos. Zeitdruck, Personalmangel oder unterschiedliche pädagogische Ansätze zwischen Krippe und Kindergarten können die Qualität des Übergangs beeinträchtigen. Auch emotionale Belastungen – etwa Trennungsängste der Kinder oder Unsicherheiten der Eltern – können den Prozess erschweren. Fachkräfte sind hier gefordert, mit Empathie und professioneller Reflexion zu reagieren. Rückschritte in der Anpassung, wie vorübergehendes Weinen oder Rückzug, sind normal und sollten als Teil des Prozesses verstanden werden.

Zusammenarbeit mit Familien

Eltern erleben den Übergang ihres Kindes oft ambivalent: Stolz über den nächsten Entwicklungsschritt steht neben Sorge um das Wohlbefinden. Eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen pädagogischen Teams und Familien ist daher unverzichtbar. Regelmäßige Gespräche, Austausch über Beobachtungen und das gemeinsame Entwickeln von Strategien zur Unterstützung stärken das Vertrauen und schaffen Sicherheit für alle Beteiligten.

Reflexion und Qualitätssicherung

Nach dem Übergang ist Reflexion entscheidend. Teams profitieren von regelmäßigen Nachbesprechungen, um Erfahrungen auszuwerten, Abläufe zu optimieren und Erfolge sichtbar zu machen. Dokumentationen, Beobachtungsbögen und Feedbackgespräche mit Eltern können helfen, den Prozess kontinuierlich zu verbessern. Auch Kooperationen zwischen benachbarten Einrichtungen fördern langfristig eine verbindliche und kindgerechte Übergangskultur.

Der Übergang von der Krippe in den Kindergarten ist weit mehr als ein organisatorischer Wechsel. Er ist ein bedeutender Teil der Bildungsbiografie, der von sensibler Begleitung, professioneller Abstimmung und Vertrauen geprägt sein sollte. Gelingt dieser Prozess, erleben Kinder den Übergang als Chance – als Schritt in eine neue Welt, die sie neugierig, sicher und selbstbewusst entdecken dürfen.

Download: Checkliste für einen gelungenen Übergang

Download: „Mein Abschied von der Krippe“ Portfolio

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Wer schreibt hier?

Janine Landwermann
Online-Redakteurin
Erinnern Sie sich noch an den Namen „Ihrer“ Erzieherin aus dem Kindergarten? Ich erinnere mich noch sehr gut an Frau Müller und die endlose Geduld, mit der sie uns Kinder damals im turbulenten Erzieher-Alltag gebändigt, motiviert, begleitet und unterstützt hat. Seit 2013 recherchiere ich bei Betzold in Ellwangen für Sie und Frau Müller Wissenswertes und Hilfreiches aus den Bereichen Pädagogik, Bildung und Organisation. 
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