Wann ist der richtige Zeitpunkt mit dem Schwimmenlernen zu beginnen?
Diese Frage stellen sich viele Eltern. Häufig hört man die Antwort: „Spätestens bis zum Schuleintritt sollte mein Kind schwimmen können.“ Dieser Anspruch betrifft nicht nur Familien, sondern zunehmend auch den Kindergartenalltag und damit pädagogische Einrichtungen. Doch um diese Frage wirklich beantworten zu können, muss man sich bewusst machen: Das Schwimmenlernen ist weitaus komplexer, als viele vermuten.
Schwimmen lernen bedeutet, sich in einem völlig anderen Element sicher bewegen zu können. Dabei geht es nicht nur um das Erlernen von Techniken, sondern vor allem um Sicherheit, Selbstvertrauen und ein positives Gefühl im Wasser.
Jeder Wasserkontakt ist ein wichtiger Baustein
Jede Begegnung mit dem Element Wasser ist daher ein Schritt auf dem Weg zum sicheren Schwimmen. Umso früher Kinder an das Wasser, mit seinen besonderen Eigenschaften, „gewöhnt werden“, umso leichter fällt das Schwimmenlernen.
Was bedeutet Wassergewöhnung eigentlich?
Wassergewöhnung heißt, die Eigenschaften des Wassers bewusst zu erleben und zu verstehen. Denn Wasser ist „anders“ als Luft:
- Es ist nass.
- Es kann kalt sein.
- Es spritzt.
- Unter Wasser kann ich nur schwer die Augen öffnen.
- Ich kann unter Wasser nicht atmen.
- Meine Balance fühlt sich anders an.
- Ich bin langsamer als an Land.
- Und gleichzeitig trägt mich das Wasser.
In nachfolgender Abbildung wird der Schwimmlernprozess mit einem Hausbau verglichen. Der Start eines Hausbaus beginnt mit der Baugrube „der Wassergewöhnung“. Danach folgt das Fundament mit seinen Mauern. Nur wenn dies stabil steht, wird das Kind zum sicheren Schwimmer.
Erst wenn die Mauern stehen und das Fundament betoniert ist, kann das Dach gedeckt werden.