Wie kann Zuhören gefördert werden?
Zuhören kann trainiert werden. Wie Lesen und Schreiben sind deshalb auch Sprechen und Zuhören in den Lehr- und Bildungsplänen verankert.
1. Zuhör-Signal einführen:
Besonders für jüngere Schüler ist es hilfreich, wenn sie sich auf die Zuhörphasen vorbereiten und eine Zuhörbereitschaft aufbauen können.
Um das zu erreichen, können Sie kleine Zuhör-Rituale in Ihrer Klasse etablieren:
Ein akustisches Signal kann den Schülern verdeutlichen, dass nun eine Zuhörphase beginnt. Sie können dazu z. B. eine Glocke oder eine Klangschale nutzen. Erklären Sie Ihren Schülern, dass sie immer, wenn dieses Signal erklingt, besonders leise sein und die Ohren spitzen sollen, weil nun eine Zuhörzeit beginnt.
Während dieser Zeit sollen die Kinder nichts Anderes machen als zuhören (keine Materialien suchen, schreiben …). Geben Sie den Kindern kurz Zeit, sich auf die neue Unterrichtsphase einzustellen und fangen Sie erst an zu reden, wenn Sie die Aufmerksamkeit der Schüler haben. Am Ende der Zuhörzeit verwenden Sie wieder das Signal.
2. Über das „Zuhören“ reden:
Um die Schüler für das Thema „Zuhören“ zu sensibilisieren, können Sie mit Ihren Schülern darüber sprechen. Lassen Sie die Schüler überlegen, was ihnen beim Zuhören hilft und was eher stört. Danach tragen Sie die Ergebnisse zusammen und überlegen, ob einige der Punkte vielleicht auch in der Klasse umgesetzt werden können.
3. Zuhörspiele:
Auch Zuhörspiele und -übungen helfen den Kindern, sich bewusst zu werden, was ihnen beim Zuhören hilft. Zudem können sie ihre Zuhörfähigkeiten dabei trainieren.
Hier stellen wir Ihnen eine kleine Auswahl von Zuhörspielen für Grundschulkinder vor, die Sie im Unterricht leicht integrieren können:
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Geräuschespaziergang:
Die Schüler finden sich zu Paaren zusammen. Der Geräuschespaziergang kann im Schulhaus oder, noch besser, im Freien stattfinden. Ein Schüler verdeckt sich die Augen mit einer Augenbinde. Der andere führt ihn.
Während des Geräuschespaziergangs soll möglichst wenig gesprochen werden. Der Schüler mit den verbundenen Augen konzentriert sich darauf, welche Geräusche er hört und notiert sie danach. Nach ein paar Minuten tauschen die Schüler ihre Rollen.
Zurück im Klassenzimmer dürfen sich die Schüler über ihre Hörerlebnisse austauschen und stellen vermutlich fest, dass sie viel mehr und besser hören, wenn sie sich nur auf das Hören konzentrieren.
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Stille Post:
Ein Klassiker unter den Zuhörspielen ist „Stille Post“. Die Schüler finden sich im Stuhlkreis zusammen. Ein Schüler überlegt sich ein Wort oder einen Satz, den er seinem Nebensitzer ins Ohr flüstert. Dieser flüstert es wieder weiter, bis das Gesagte einmal im Kreis herumgeflüstert wurde.
Der Nebensitzer des ersten Schülers darf nun laut sagen, was er verstanden hat und der Startspieler sagt, was er eigentlich gesagt hat.
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Ich packe meinen Koffer:
Das „Kofferpacken“ ist ein weiterer Klassiker :)
Auch hierbei sitzen die Schüler am besten im Kreis: Ein Schüler beginnt mit dem Satz „Ich packe meinen Koffer und nehme … mit“. Nun geht es reihum und der nächste Schüler nennt den zuvor genannten und einen weiteren Gegenstand.
Die Kinder müssen aufmerksam zuhören, um alle Gegenstände zu hören und sie sich zu merken. Je voller der Koffer wird, umso schwerer wird es. Das Spiel endet, wenn ein Kind einen Fehler macht oder nicht mehr weiterweiß. Nun darf dieses Kind einen neuen Koffer packen.
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Geräusche raten:
Zum Geräuscheraten benötigen Sie eine Aufnahme verschiedener Geräusche. Diese können Sie selbst anfertigen oder Sie greifen auf CDs mit Geräuschen zurück.
Die Schüler versuchen nun herauszuhören, um welches Geräusch es sich handelt und notieren sich ihre Vermutung. Am Ende dürfen einige ihre Aufschriebe vorlesen und danach wird das Geräuscherätsel aufgelöst.