„Beim Freispiel haben die ErzieherInnen frei!“
Das Bild der pädagogischen Fachkraft, die mit den Kindern auf dem Boden sitzt und den ganzen Tag spielt, ist eine schmeichelhafte Version des Vorurteils, dass die Kinder im Kindergarten nichts lernen. Eine deutlich negativere Auslegung ist das Bild der kaffeetrinkenden Erzieherinnen und Erzieher, die tratschend zusammenstehen, während die Kinder durch die Gegend toben. Die oft unterschätzte Freispielzeit bietet den Kindern vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten. Neben der sozialen Interkation, dem Ausbau der Kooperationsfähigkeit sowie dem Erlernen von Strategien der Konfliktlösung, werden vor allem Selbstständigkeit und Entscheidungsfähigkeit der Kinder gefördert. Die selbstbestimmte Entscheidung für oder gegen ein Spiel, Rollenspiel oder eine Aktivität mit anderen Kindern der Gruppe macht Kinder zukunftsfähig und zeigt auf spielerische Weise die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Gruppe beziehungsweise auf Andere.
Die Aufgabe von Erzieherinnen und Erziehern in solchen Freispielphasen liegt nun also darin, die Interaktion der Kinder und das allgemeine Geschehen zu beobachten. In Konfliktsituationen kann durch die pädagogische Fachkraft eine unterstützende Rolle eingenommen werden. Erzieherinnen und Erzieher geben durch Materialien oder Ideen kleine Impulse, um die Fähigkeiten der Kinder bestmöglich zu fördern und zu entwickeln.
Die Gegenargumente:
- Durch Anwesenheit unterstützen und Sicherheit vermitteln
- Beobachten und dokumentieren als wichtiger Bestandteil pädagogischer Arbeit
- Verantwortung für die ganze Gruppe auch während der Freispielzeit