Bevor Sie sich aber dem Einstieg zuwenden, sollte die weitere Stundenplanung mit Erarbeitungs- und Ergebnissicherungsphase bereits grob ausgearbeitet sein. So ist es erheblich leichter, einen passenden Einstieg zu finden.
Grundlegend unterscheiden sich dabei Ansätze, die eher schüleraktiv (z. B. Brainstorming oder Rollenspiele) oder lehrerzentriert (z. B. der informierende Unterrichtseinstieg) sind.
9 Methoden für Unterrichtseinstiege:
- Informierender Einstieg
- Lehrervortrag
- Erzählen einer Geschichte oder Anekdote
- Assoziative Einstiege
- Problemorientierte Einstiege
- Anschauliche Einstiege
- Spielerische Einstiege
- Referate, Präsentationen, Schülerarbeiten
- Kooperativer Einstieg
Auf dem YouTube-Kanal von Betzold verrät mein Kollege Christoph 10 Ideen für spannende Unterrichtseinstiege:
1. Informierender Einstieg:
Mit diesem eher lehrerzentrierten Einstieg informieren Sie Ihre Schülerinnen und Schüler schnell und präzise über das neue Thema und legen Ihre Planungen, den dahinterstehenden Sinn und die Lernziele offen.
Danach haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ihre Ansichten dazu zu äußern und Sie können die ursprüngliche Planung ggf. entsprechend anpassen.
Ziel ist es, die Klasse durch die vorhandene Transparenz und die Möglichkeit auf Augenhöhe zu diskutieren und sich einzubringen, zu motivieren.
2. Lehrervortrag:
Der Lehrervortrag gilt als etwas angestaubte Methode in ein neues Thema zu starten, da die Schülerinnen und Schüler hier zunächst nur mit Informationen „beschallt“ werden. Er kann durchaus sinnvoll eingesetzt werden, wenn die Schülerinnen und Schüler zu dem Thema kein Vorwissen besitzen.
Durch eine gute Strukturierung des Vortrags und der Einbindung von Quellen, wie z. B. Bildern, Diagrammen oder eine statistischen Auswertungen, fällt es den Schülerinnen und Schülern leichter, konzentriert zu folgen. Wichtig ist, dass Ihr Part nicht zu lange und ausführlich gerät, damit Ihre Klasse nicht abschaltet.
3. Erzählen einer Geschichte oder Anekdote:
Starten Sie mit einer gut erzählten, auf die Schülerinnen und Schüler abgestimmten Geschichte oder Anekdote in die Stunde, haben Sie die Aufmerksamkeit der Kinder bei sich.
Danach versuchen die Schülerinnen und Schüler die Informationen aus dem Erzählten herauszufiltern und mit ihnen weiterzuarbeiten.
4. Assoziative Einstiege:
Bei assoziativen Unterrichtseinstiegen sollen die Schülerinnen und Schüler dazu ermutigt werden, ihr Vorwissen, Meinungen und Erfahrungen zu äußern und mit den neuen Informationen zu verknüpfen.
Ausgangspunkt können beispielsweise Bilder, Impulsfragen, Begriffe oder kurze Texte sein. Assoziative Einstiege sollen schüleraktivierend wirken und sind meist sehr kommunikativ, lockern den Unterricht auf und bieten eine reiche Basis für Gespräche.
Ein Brainstorming, die Methode „Blitzlicht“, die Erstellung einer Mind Map oder eines Clusters sind mögliche Formen für assoziative Einstiege.
5. Problemorientierte Einstiege:
Mit dieser Art des Unterrichtseinstiegs können Sie Ihre Schülerinnen und Schüler aus der Reserve locken. Dahinter steht die Idee der „kognitiven Dissonanz“. Der Philosoph und Pädagoge John Dewey sieht dabei Zweifel, Beunruhigung und Staunen als Ausgangspunkt für das Denken.
Die unterschiedlichen Ansätze von problemorientierten Einstiegen sollen also Zweifel und Widerstand wecken und es den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, Stellung zu beziehen, Meinungen zu äußern, zu diskutieren und im Verlauf der Stunde die eigenen Einstellungen auch zu reflektieren, zu hinterfragen und evtl. neu zu bewerten.
Dies können Sie z. B. durch die Konfrontation mit falschen oder verfälschten Aussagen, einem Problem, einem diachronen Vergleich, provozierenden Bildern, Äußerungen, Witzen, Liedern oder Texten, Regeln ohne Begründungen oder verfremdeten Darstellungen erreichen.
Möglich sind auch Handlungen Ihrerseits, die Sie zunächst nicht erklären, wodurch die Schülerinnen und Schüler herausgefordert sind, zu hinterfragen, was sie sehen.