Auch für die Kinder sind die Pausen oft kurz: Räume werden gewechselt, die Toilette muss aufgesucht werden, der Tafeldienst reinigt die Tafel und natürlich muss auch gerannt, gespielt und sich ausgetauscht werden. Trinken wird da leicht vergessen und der Durst kommt erst während der nächsten Stunde.
Fordern Sie Ihre Schülerinnen und Schüler immer wieder zum Trinken auf und führen das Thema „Trinken“ im Unterricht ein, gewöhnen sich die Kinder und Jugendlichen ein regelmäßiges Trinkverhalten an, von dem sie dauerhaft profitieren – denn auch Erwachsene trinken eher zu wenig.
Die meisten Kinder und viele Eltern befürworten eine Erlaubnis, während des Unterrichts zu trinken.
Aber auch die Gegenargumente sind nicht von der Hand zu weisen. Die Ursachen von Unterrichtsstörungen sind vielfältig und nur wenige können so effektiv verhindert werden, wie die, die durch Trinken verursacht werden. Und mögen die Pausen auch noch so stark durch nötige und weniger nötige Tätigkeiten gefüllt sein – sie wiederholen sich doch in der Regel alle 45 Minuten.
Wer sich welcher Seite anschließt, hängt von Erfahrungswerten und den eigenen Prioritäten ab.
Vielleicht kann man es auf die Aussage herunterbrechen: Solange das Trinken den Unterricht nicht stört, gibt es keinen Grund, es zu verbieten.
Damit es möglichst wenig stört, hier ein paar Tipps:
Weniger Störungen durch Trinkregeln
Möchten Sie das Trinken in Ihrem Unterricht nicht komplett verbieten, die potentiellen Unterrichtsstörungen jedoch minimieren, können Sie z. B. Trinkregeln aufstellen.
- Trinkphasen definieren: Trinkgeräusche sind besonders in Frontalunterrichtsphasen störend, wenn die Schülerinnen und Schüler Ihren Ausführungen gerade lauschen (sollten ;-)). Zischt dann eine Flasche, ist es mit der Aufmerksamkeit vorbei. Selbst wenn die Ablenkung nur kurz ist, ist der Unterrichtsfluss erstmal unterbrochen.
Um diese Situation zu vermeiden, können Sie mit Ihrer Klasse vereinbaren, das z. B. nur in Partner- und Gruppenarbeitsphasen, in denen es ja ohnehin eher etwas lauter ist, während Stillarbeitsphasen und bei Klausuren getrunken werden darf.
Vielleicht sagen Ihnen auch eher spezielle Trinkpausen während des Unterrichts zu, deren Zeitpunkt Sie selbst vorgeben können.
- Getränkeauswahl: Was in der Pause getrunken wird ist Sache der Schülerinnen und Schüler. In Ihrem Unterricht dürfen Sie bestimmen ;-)
Wasser ist hier die beste Wahl: es löscht den Durst effektiv, enthält keine Kalorien, zischt nicht und hinterlässt keine Flecken, sollte mal etwas verschüttet werden. Andere ungesüßte Getränke, wie Mineralwasser, Früchte- oder Kräutertees, sind ebenso geeignet.
- Nuckelverbot: Gerade Plastikflaschen mit dem praktischen Sportverschluss, der das Auslaufen des Flascheninhalts verhindert, laden Kinder zum Rückfall in kleinkindliche Verhaltensmuster ein …
Das Gleiche gilt für zuckerhaltige Getränke, die aus dem Trinken eher ein „Naschen“ machen.
Hier hilft eine Abmachung, dass flaschennuckeln und anderer Unfug, der mit den Getränken bzw. den Flaschen betrieben wird (z. B. Flaschen knacken lassen, damit trommeln, als Fußballersatz nutzen oder werfen, den Inhalt anderen Orten als dem eigenen Mund zuführen), für den Unruhestifter Konsequenzen zur Folge hat.