3. Klassenregeln:
Manchmal denken die Schüler einfach nicht daran, in der Pause auf die Toilette zu gehen. Bei Grundschülern oder auch noch in der Sekundarstufe I unterstützt die Aufnahme eines „Toilettenparagrafen“ („Ich gehe in den Pausen auf die Toilette“) in die gut sichtbar angebrachte Klassenregel das Gedächtnis.
4. Toilettenampel:
Die Toilettenampel kommt v. a. in der Grundschule zum Einsatz und soll die Frage „Darf ich mal aufs Klo“ überflüssig machen.
Die Ampel kann leicht selbst gemacht werden: Sie brauchen nur eine Karte (evtl. mit einem Symbol für die Toilette) auf einer Seite grün und der Kehrseite rot bedrucken. Damit sie dem täglichen Gebrauch standhält, das Papier am besten laminieren. Nun müssen Sie sie nur noch für alle sichtbar im Klassenzimmer aufhängen.
Zeigt die Ampel die grüne Seite, ist die Toilette frei. Ein Schüler darf das Schild auf die rote Seite drehen und zur Toilette gehen. Die anderen müssen warten, bis er wieder zurück ist und das Schild auf Grün dreht. Steht eine Unterrichtsphase an, in der alle Schüler anwesend sein sollten, drehen Sie die Ampel auf Rot und wieder zurück, wenn sie beendet ist.
Zu Beginn berichten Lehrkräfte, dass Schüler nach der Einführung der Ampel häufiger zur Toilette gehen, es sich nach kurzer Zeit aber einspielt und der Unterricht ungestörter gehalten werden kann.
5. Bei Vandalismusproblemen:
Viele Schulen klagen über mutwillige Beschädigungen in den Schultoiletten. Besonders die Toilettenbesucher während der Unterrichtszeit haben die Möglichkeit, unbeobachtet Schaden anzurichten.
Um das zu vermeiden, haben einige der betroffenen Schulen Namenslisten eingeführt. Die Listen hängen in der Klasse aus und jeder Schüler, der während der Unterrichtszeit die Toilette aufsuchen muss, trägt sich dort mit Uhrzeit und Namen ein.
Bemerken Schüler Beschädigungen oder Zigarettenrauch, können sie das umgehend melden. So kann nicht nur festgestellt werden, wer zuvor die Toilette aufgesucht hat, auch die Anzahl der Toilettenbesuche sinkt.
6. Während Klausuren:
Möchte einer Ihrer Schüler die Toilette während einer Klausur aufsuchen, kann nie ausgeschlossen werden, dass er die unbeobachtete Zeit nutzt, um sein Wissen unerlaubterweise zu erweitern. Klausuren in den höheren Klassen haben aber häufig Überlänge und eine volle Blase ist hinderlich für die Konzentration.
Um die beste Spickmöglichkeit auszuschalten, sollten Sie die Schüler bitten, das Handy beim Hinausgehen unaufgefordert auf den Lehrertisch zu legen. Bei wichtigen Klausuren können Sie z. B. vorab eine Vereinbarung mit einer Kollegin oder einem Kollegen, der in der Zeit keinen Unterricht hat, treffen. Sie klingeln sie oder ihn an und er kommt zum Klassenzimmer, um den Schüler zur Toilette und wieder retour zu begleiten.
7. In der Oberstufe:
Oberstufenschüler wollen nicht mehr wie Kinder behandelt werden, weswegen ihnen eine Regelung entgegenkommt, die ihnen ein selbstbestimmtes, eigenverantwortliches Handeln erlaubt.
Möglich wäre z. B. eine Vereinbarung, bei der die Schüler nicht um Erlaubnis bitten müssen, um die Toilette aufzusuchen, sondern selbst einen Moment abpassen, in dem sie durch ihren leisen (!) Abgang möglichst wenig stören. Wieder zurück, betreten sie das Zimmer ohne zu klopfen und gehen genauso leise wieder an ihren Platz.
Wenn Sie das Gefühl haben, dass diese Regelung ausgenutzt wird, um häufig oder längere Zeit dem Unterricht fernzubleiben, können Sie auf einer Klassenliste jeden Toilettengang mit einem Strich hinter dem Namen der Schüler markieren.
Werden es in kurzer Zeit zu viele, können Sie den Schüler bitten, ein ärztliches Attest vorzulegen, das die zahlreichen Toilettenbesuche erklärt – sonst ist der vorgegebene Grund seiner Abwesenheit unglaubwürdig und Sie sollten die eigenverantwortliche Regelung in diesem Fall überdenken.
Und um abschließend noch einmal auf das eingangs geschilderte Motivationsfiasko durch die „Darf ich aufs Klo“- Frage zurückzukommen: Meldet ein Schüler in einer solchen Situation das Bedürfnis an, nun zur Toilette entschwinden zu müssen, darf es das gern – nur soll er doch bitte erst auf die Frage antworten, zu der er sich gemeldet hat ;-)