Bereitet sich ein Kindergartenkind anders auf den Übergang vor als ein Grundschulkind?
Bei den Kitakindern sind die Ängste meiner Meinung nach bei vielen Kindern nicht so stark ausgeprägt wie bei den Grundschulkindern, da die Freude auf die Schule und das Schreiben-, Lesen- und Rechnenlernen einen großen Teil dazu beiträgt, dass die Kinder sich auf die Schule freuen. Bald dürfen sie sich ihre Geschichten selbst vorlesen und sind endlich auch ein Schulkind.
Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass viele Kitas den Abschied sehr liebevoll für die Vorschülerinnen und Vorschüler gestalten. Dennoch gibt es natürlich auch hier Kinder, die unsicher sind, was auf sie zukommt. Vielleicht haben sie ältere Geschwister, die Schwierigkeiten in der Schule haben, oder die Eltern haben keine gute Erinnerung an ihre eigene Schulzeit und die Kinder haben dies in Gesprächen mitbekommen.
In meinen Kursen ist es immer gut, wenn die Kinder hören, dass ich auch Grundschullehrerin bin. Das trägt dazu bei, dass die Verunsicherung weniger wird. Generell ist es in dieser Zeit wichtig, dem Kind so viel Sicherheit und Vertrauen wie möglich zu geben, z. B. durch wiederkehrende Rituale und feste Fixpunkte im Alltag.
Wie können Pädagoginnen und Pädagogen Kinder vor dem Schulübergang besonders gut unterstützen?
Es sollte einem erst einmal bewusst sein, sowohl als Elternteil als auch als Erzieherinnen und Erzieher oder Lehrerinnen und Lehrer, dass das Verhalten der Kinder auch mit dem bevorstehenden neuen Lebensereignis zusammenhängen kann. Oft ist man sich dessen gar nicht so bewusst.
Die Kinder brauchen in dieser Phase ihres Lebens besonders viel Halt und Zuspruch, besonders, wenn zusätzlich etwas nicht so geklappt hat, wie sie es sich gewünscht haben. Das kann von Nicht-mit-der-Freundin-oder-dem-Freund-auf-eine-Schule bis zu die-Wunschschule-hat-einen-nicht-angenommen, gehen.
Tipps für einen gelungenen Schulübergang
- Pflegen Sie Abschiedsrituale (z. B. Abschiedsgeschenk oder -fest).
- Vermeiden Sie Leistungsdruck – die Freude auf die Schule steht im Vordergrund.
- Kennenlernaktivitäten fördern das Finden neuer Freundinnen und Freunde.
- Ermutigen Sie die Kinder, über ihre Gefühle, Sorgen, Erwartungen und Wünsche zu sprechen – auch nach dem Schulstart.
- Patensysteme, bei denen ein älteres Schulkind einem jüngeren Kind zur Seite steht, können Ängste und nehmen soziale Kontakte fördern.
- Rituale geben Struktur und erleichtern den Kindern das Ankommen.
Wie können Eltern ihre Kinder in dieser Zeit unterstützen?
Für die Eltern ist es wichtig, dass sie ihrem Kind in dieser Zeit intensiv und beratend zur Seite stehen, es in dieser Situation hilfreich unterstützen und den Prozess der Ablösung des Vergangenen (vorherige Schule/Kita, vorherige Lehrerinnen/Lehrer bzw. Erzieherinnen/Erzieher, Freunde) gemeinsam mit dem Kind liebevoll gestalten.
Gemeinsame Gespräche und sanftes Heranführen an die neuen Situationen (eventuell schon einmal zur neuen Schule fahren und sie besuchen, z. B. den Tag der offenen Tür besuchen oder Kontakt zu neuen Mitschülerinnen und Mitschülern suchen und aufnehmen), können da sehr hilfreich sein. Aber auch das Verabschieden ist in dieser Zeit bedeutsam und sollte liebevoll gestaltet werden.
Zum Abschluss noch eine persönliche Frage: Was begeistert Sie an Ihrer Arbeit als Kinderyogalehrerin?
Es bringt mir große Freude, Kinder in ihrer Entwicklung mithilfe von Bewegung, Entspannung und Persönlichkeitsbildung zu unterstützen, und ich freue mich immer über die Zeit, die ich mit ihnen verbringen darf. Es ist mir ein großes Anliegen, die Kinder auf die Welt vorzubereiten und ihnen ein wertvolles Handwerkszeug mitzugeben. Von den Eltern meiner Yogaschülerinnen und -schüler bekomme ich immer viel positives Feedback und Wertschätzung für meine Arbeit, was mich natürlich zusätzlich sehr freut.
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