Die Geschichte der Schultüte / Zuckertüte
Vor rund 200 Jahren wurde die Schultüte in Deutschland zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Als Zeichen für einen Neubeginn, also den Übergang in die Schule, wird mit der Zuckertüte der Beginn der Schullaufbahn versüßt. Gefüllt waren die Schultüten zu Beginn ausschließlich mit Süßigkeiten. Kleine Geschenke und Schulsachen fanden erst im Lauf der Zeit ihren Weg in die Zuckertüte. Aus Jena und Dresden finden sich die ersten schriftlichen Überlieferungen aus den Jahren 1817-1820. Der Autor Moritz Heger verfasst 1852 das „Zuckertütenbuch für alle Kinder, die zum ersten Mal in die Schule gehen“. Viele Jahre später wird die Zuckertüte nochmals zum Thema eines Buches. Albert Sixtus, der Autor des berühmten Kinderbuches „Die Häschenschule“, veröffentlicht 1928 das Buch „Der Zuckertütenbaum“, das die Herkunft der Zuckertüten zum Thema hat. Das Verbreitungsgebiet der Schultüten vergrößert sich im Laufe der Jahre immer mehr und der Einschulungsbrauch erobert im frühen 20. Jahrhundert vom Osten Deutschlands aus auch den Westen und ist heute teilweises auch in Österreich und der Schweiz zu finden.
Ihren Abschluss findet die Kindergartenzeit dann oft mit dem Zuckertütenfest, das mit kleinen, an einem Baum aufgehängten Zuckertüten und Liedern gefeiert wird. Mit diesem Fest werden die Vorschulkinder auf die bevorstehende Einschulung eingestimmt.