2. Hundehalterhaftpflichtvericherung:
Als Hundehalter sollten Sie eine Hundehalterhaftpflichtversicherung abgeschlossen haben. Erkundigen Sie sich dort unbedingt, ob Ihr Hund auch als Schulhund vollständig abgesichert ist. Sinnvoll ist es, zudem die gesetzliche Unfallversicherung zu informieren
3. Erlaubnis einholen:
Die Schulleitung ist die entscheidende Instanz, bei der Frage, ob Luna, Kira oder Rocky zum Schulhund werden darf. Sie sollte unbedingt vollkommen hinter dem Projekt stehen! Auf diesen Termin müssen Sie sich also perfekt vorbereiten, um alle Vorbehalte aus dem Weg zu räumen, und um mit Ihrer Kompetenz in Sachen Tiergestützter Pädagogik zu überzeugen.
Auch der Schulträger und das Schulamt sollten in Kenntnis gesetzt werden.
Ein ausformuliertes Konzept in dem Sie Informationen zur Hundegestützten Arbeit im Allgemeinen und im Speziellen zu Ihrer Arbeit mit dem Schulhund sowie der Verbindung zum Lehrplan darlegen, ist dabei sehr hilfreich. Auf dem Blog Grundschulschnüffler.de finden Sie weitere Infos zum Schulhund-Konzept.
4. Kollegium ins Boot holen:
Ohne die Akzeptanz der Kolleginnen und Kollegen werden Sie jedoch auch nicht froh. Versuchen Sie, jeden mit an Bord zu nehmen. Es kann nicht schaden, zu erwähnen, dass Studien dem Hundestreicheln eine blutdruck- und herzfrequenzsenkende Wirkung zusprechen.
5. Schülereltern informieren:
Schließlich müssen Sie noch die Schülereltern informieren, um auszuschließen, dass es in den „Hundeklassen“ Kinder mit Allergien gegen Hunde oder starken Hundephobien gibt. Manche Ängste und Vorbehalte können durch die Einhaltung klarer Regeln und der Wirkung eines Hundes auf die Schüler ausgeräumt werden.
Kein Kind ist dazu gezwungen mit dem Hund in Kontakt zu treten. Jede Annäherung ist freiwillig.
6. Bedenken ernst nehmen:
Bedenken Haken Sie im Kollegium und unter den Eltern nach, ob es weitere Bedenken gibt. Niemand soll sich übergangen fühlen, sonst könnte im Vorfeld eine schlechte Stimmung gegenüber dem Projekt entstehen.
Eine berechtigte Frage wäre z.B., ob die Kinder durch den Hund nicht vom Unterricht abgelenkt werden: Besonders in den ersten Stunden wird der Klassenzuwachs sicher die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Verschiedene Erfahrungsberichte zeigen aber, dass sich die Schüler schnell an den Hund gewöhnen und er zu einem normalen Teil des Unterrichts wird.
Auszug aus dem Erfahrungsbericht einer Lehrerin, die ihre Collie-Hündin seit eineinhalb Jahren als Schulhund einsetzt: Zum Thema Ablenkung
„kann ich aus der Erfahrung nun Folgendes berichten:
Klar gibt es Unterbrechungen. Aber weder ich noch die Kinder empfinden dies als störend. Es sind überwiegend kurze Augenblicke, dann widmen sich die Kinder wieder ihrer Arbeit. Zum Teil sind die Unterbrechungen sehr lustig, und wir lachen einfach mal herzlich miteinander über den Hund, der mit seinem Teddy im Maul in der Klasse steht und spielen will oder sich geräuschvoll seufzend im Korb niederlässt.“
(http://www.hunde.com/blog/2013/03/tiergestutzte-padagogik-das-schulhund-projekt/)
Diese und ähnliche Unterbrechungen durch den Hund sind nie auszuschließen, wirken sich aber überwiegend positiv auf die Klassenstimmung aus – ganz im Gegenteil zu den üblichen Unterrichtsstörungen, die zudem durch das obligatorische Ermahnen und Sanktionieren mehr Zeit in Anspruch nehmen.
7. Hygieneplan erstellen:
Noch so ein Bedenkenpunkt könnte die Gewährleistung der nötigen Hygiene sein.
Am besten haben Sie deshalb vorab einen Hygieneplan erstellt, mit der Schulleitung abgestimmt und beim zuständigen Gesundheitsamt eingereicht.
Neben der Sauberhaltung des Klassenzimmers und dem gründlichen Händewaschen vor den Mahlzeiten ist es besonders wichtig , dass der Hund selbst regelmäßig geimpft und entwurmt und auf Parasiten wie Flöhe, Zecken oder Milben untersucht wird.
8. Für eine gute Ausbildung des künftigen Schulhundes sorgen:
Für diesen Punkt ist ein wenig Selbstkritik nötig: Verfügt Ihr Hund über den nötigen Grundgehorsam, um als Schulhund eingesetzt werden zu können? Auch eine sehr gute Bindung zwischen Hund und Halter ist unabdingbar.
Um sich Sicherheit zu verschaffen und auch um Eltern und Schulleitung von Ihrer Kompetenz zu überzeugen, kann die Absolvierung eines Wesenstests und einer Begleit- oder Therapiehundeausbildung sinnvoll sein. Schulhund-Arbeitskreise bieten darüber hinaus häufig spezielle Fortbildungsmaßnahmen für hundegestützte Pädagogik an. Spezielle Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sind aber nicht nur wichtig, um den positiven Effekt auf den Lenrerfolg und die Lernatmosphäre zu verbessern: Eine gute Ausbildung hilft Ihnen auch Ihren Hund besser zu lesen und Stresssignale schnell zu bemerken!
9. Ist der eigene Hund als Schulhund geeignet?
Aber gute Erziehung allein reicht nicht: Jeder Hund hat seinen eigenen Charakter. Dieser bestimmt, ob sich Ihr Hund überhaupt als Schulhund eignet. Im Grunde kommen Hunde jeder Rasse (und natürlich auch Mischlinge!) als Schulhund in Frage; Hunde vom Züchter genauso wie Hunde aus dem Tierschutz.
Sie müssen allerdings ein paar Voraussetzungen erfüllen: Ein guter Schulhund sollte gut sozialisiert, menschenbezogen, gelassen und geduldig sein, Kinder toll finden, aber nicht so toll, dass er in ihrer Gegenwart kaum zu bändigen ist.
Auch wenn die Schüler rücksichtsvoll sind, kann es im Klassenzimmer schon mal lauter zugehen. Ein Vierbeiner, der auf Lärm nicht so sensibel reagiert, kommt in der Schule gut klar. Wenn er dann noch mit spontanen Zuneigungbekunden umgehen kann, ist viel gewonnen :)
Ängstliche Hunde mit einer geringen Frustrationstoleranz sind in einer Schule nicht gut untergebracht.