Gab es Punkte in eurer Präsentation, die sie überrascht oder besonders interessiert haben?
Tanja: Die Schüler waren sehr überrascht, wie sehr Hunde in Deutschland in die Familien integriert sind und welche Rollen sie hier einnehmen können.
Die Vorstellung von Schulhunden, Assistenz- und Therapiehunden oder Hundesport waren ihnen fremd und hat für erstaunte und amüsierte Gesichter gesorgt.
V. a. beim Thema Schulhund ging ein Raunen durch die Klasse. Die Schüler (und auch die Lehrerin) konnten sich nicht erklären, wofür man in der Schule einen Hund brauchen könnte. Nachdem wir den Schülern Bilder von inzwischen vermittelten Straßenhunden gezeigt haben, die heute als Schulhunde, Begleit- und Besuchshunde arbeiten, meinte die Lehrerin: „Da seht ihr mal, was für berühmte Hunde wir hier haben!“
Das war sehr schön, denn es ist ja unsere Hoffnung, den Status der Hunde dort anzuheben. Oft hören wir, diese Hunde hätten keinen Wert, denn es sind ja keine Rassehunde. Deswegen wollen wir zeigen, was mit diesen Hunden alles möglich ist.
Elke: Auch der Punkt, dass der Hund zwar vom Wolf abstammt, aber kein Wildtier ist, fanden die Schüler erstaunlich. Hunde suchen die Nähe des Menschen und begleiten die Kinder deshalb z. B. auch auf dem Schulweg. Dass die Straßenhunde Haustiere ohne Zuhause sind und ihnen auch deshalb hinterherlaufen, hat bei den Schülern zu einem richtigen Aha-Erlebnis geführt.
Tanja: Auch für viele Erwachsene sind Hunde Wildtiere, die deshalb im Winter nicht frieren und sich selbst versorgen können. Den Punkt, dass Menschen Hunde in all ihren Ausprägungen zu den Lebewesen gemacht haben, die sie heute sind, und dass sie deshalb auch Verantwortung für sie tragen, können viele nicht annehmen. Die Kinder waren hier viel offener!
Wie wird es nun weitergehen?
Tanja: Die Schüler haben die Aufgabe bekommen, sich aus den vorgestellten Themen ein Thema auszusuchen und dazu in kleinen Gruppen eine Präsentation zu erstellen. Diese Präsentation werden die Schüler in Anwesenheit von Lehrern, Eltern und uns vortragen.
Warum ist es euch wichtig, dass die Eltern dabei sind?
Tanja: Wenn die Kinder daheim nur von dem Projekt erzählen würden, bin ich mir sicher, dass sie nicht so zuhören würden, wie wenn sie zur Präsentation eingeladen werden. So können die Eltern auch einen Bezug zu uns bekommen.
Werdet ihr das Projekt auch an anderen Schulen durchführen?
Elke: Die Schule in Todorovo war der Start des Projekts. Nach und nach möchten wir es auch an anderen Schulen weiterführen.
Tanja: Unser Wunsch ist es, das Projekt an Schulen in Kladuša und den vielen kleineren Gemeinden, die zu Kladuša gehören, durchzuführen und das Konzept weiter auszuarbeiten. Mit der Schule in Todorovo als Vorzeigeschule und Velika Kladuša als Aushängeschild, hoffen wir, das Konzept dann auch an andere Orte und Regionen weitergeben zu können. Das kann vielleicht noch zwei Jahre dauern, ist aber unser Ziel.
Konntet ihr denn schon Erfolge eurer Arbeit feststellen?
Elke: Deutlich spürbar ist die größere Akzeptanz und Offenheit gegenüber Dogs Hope. Es kommen immer mehr Menschen auf uns zu, wenn sie Hilfe brauchen.
Der Rückgang der Welpen auf der Straße ist auch klar sichtbar. Es sind für uns natürlich immer noch zu viele, aber der Erfolg der Kastrationen ist offensichtlich. Auch die Zahl der älteren Hunde auf der Straße hat abgenommen.
Tanja: Es kommen auch immer mehr Leute mit ihren Hunden zu unseren Kastrationsaktionen. Nach dem ersten Aufruf über das Radio konnten fünf oder sechs Hunde kastriert werden. Mittlerweile sind es immer zwischen 20 und 30 Hunde. Die Akzeptanz seitens der städtischen Behörden ist gewachsen und wir werden als wichtiger Berater im Umgang mit den Hunden betrachtet. So können wir das Thema Straßenhunde gemeinsam angehen, was schön und ein wirklich großer Erfolg ist.
Weitere Informationen zur Arbeit von Dogs Hope finden Sie hier:
Dogs Hope-Homepage
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