Entscheidung, Bewilligung und Befristung
Die Bearbeitungsdauer kann stark variieren. Mehrere Wochen bis mehrere Monate sind nicht ungewöhnlich.
Wenn mögliche Rückfragen geklärt und alle Dokumente eingereicht sind, erfolgt die Entscheidung:
Zum Abschluss des Verfahrens entscheidet der Kostenträger, ob eine Schulbegleitung bewilligt wird. Dabei werden Umfang und Dauer festgelegt, zum Beispiel:
- Anzahl der Wochenstunden
- Einsatzbereiche (Unterricht, Pausen, Ausflüge)
- Befristung (eine Bewilligung ist in der Regel zeitlich begrenzt. Danach folgt eine erneute Prüfung oder Verlängerungsbeantragung)
Auch Ablehnungen sind möglich. Beispielsweise, wenn Teilhabebedarfe nicht ausreichend nachweisbar sind oder schulische Fördermöglichkeiten als ausreichend bewertet werden. Eltern haben das Recht, gegen eine Ablehnung Widerspruch einzulegen. Dabei gelten häufig feste Fristen.
Info
Der deutlich gestiegene Bedarf an Schulbegleiterinnen und -begleitern stellt auch die Ämter vor die schwierige Aufgabe, sowohl ausreichende finanzielle Mittel aufzutun als auch geeignete Fachkräfte zu finden, was auch aufgrund niedriger Stundensätze nicht einfach ist.
Selbst wenn ein Antrag positiv beschieden wird, kommt es deswegen teilweise zu langen Wartezeiten, bis die Schulbegleitung tatsächlich starten kann.
Nach der Bewilligung: Was ist wichtig?
Ist die Schulbegleitung einmal bewilligt, beginnt die eigentliche Zusammenarbeit im Schulalltag. Sie als Lehrkräfte spielen dabei eine wichtige Rolle, damit die Unterstützung reibungslos und zielführend umgesetzt werden kann. Folgende Punkte können hier wichtig sein:
- Klare Einsatzzeiten und Aufgabenbereiche.
- Offene Kommunikation und Absprachen zwischen Lehrkräften und Schulbegleitung, um Missverständnisse und Konflikte zu vermeiden.
- Gemeinsame Planung von Arbeitsphasen, Gruppenarbeiten und Übergängen.
- Regelmäßige Abstimmung über pädagogische Entwicklungen oder Veränderungen im Förderbedarf.
- Die Schulbegleitung ist unterstützend tätig, sie übernimmt keine pädagogischen Aufgaben.
Sind Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter die Lösung für einen gelungenen inklusiven Unterricht?
Als Lehrerin bzw. Lehrer von 20 bis 30 Schülerinnen und Schülern ist es schlicht nicht möglich, einzelnen speziell förderbedürftigen Kindern die Aufmerksamkeit zu widmen, die sie bräuchten. Zum einen würde der Unterricht leiden, zum anderen würden auch die übrigen Schülerinnen und Schüler irgendwann unruhig werden und zu stören beginnen.
Wer ständig zerrissen ist, zwischen den Anliegen des förderbedürftigen Kindes und der übrigen Klasse, steht auch bei größtem Engagement vor einer praktisch unlösbaren Aufgabe.
Lehrerfortbildungen zum Umgang mit auffälligen Schülerinnen und Schülern können hilfreiche Tipps geben, das Hauptproblem ist aber häufig, dass eine Person allein, egal wie gut geschult, nicht ausreicht. Dazu kommt häufig Druck seitens der Eltern, die sich für ihr Kind natürlich eine gute Lernatmosphäre wünschen.
Eine Schulbegleitung stellt eine Übergangslösung dar, die es diesen Kindern ermöglicht, am Unterricht in Regelschulen teilzunehmen und sich durch die Hilfe des Schulbegleiters/der Schulbegleiterin dem System anzupassen. Grundsätzlich sollte das Ziel aber sein, dass sich das Schulsystem den Kindern anpasst.
Für einen erfolgreichen inklusiven Unterricht wären zwei Lehrkräfte bzw. multiprofessionelle Teams nötig. Eine sonderpädagogische Ausbildung bei einer der Lehrpersonen wäre darüber hinaus hilfreich.
Bis dahin stellt die Schulbegleitung eine gute Möglichkeit dar, dass auch Kinder mit geistigen, körperlichen oder seelisch-emotionalen Behinderungen am Unterricht in Regelschulen teilnehmen können. Wie Dr. Wolfgang Dworschak in seinem Artikel auf der Seite familienhandbuch.de schreibt, sollte darauf geachtet werden, dass die dauerhafte Begleitung durch einen Erwachsenen die Interaktion mit den Mitschülerinnen und Mitschülern, und damit die soziale Integration, nicht beeinträchtigt. Durch Pool-Lösungen, bei denen ein Schulbegleiter/eine Schulbegleiterin mehrere Kinder betreut, können diese Situationen vermieden werden.
Obwohl meist einige Hürden überwunden werden müssen, kann am Ende dieses Weges eine bereichernde Zusammenarbeit mit den Schulbegleiterinnen und Schulbegleitern stehen. Die Unterstützung der Schulbegleitung entlastet Sie, hilft den Schülerinnen oder Schülern bei der Eingliederung in die Klasse und sorgt für ein gesundes Klassenklima.
Quellen: