Wenn Schülerinnen und Schüler beim Erlernen des Lesens, Schreibens oder Rechnens Schwierigkeiten haben, wird oft viel getan, um der Schülerin bzw. dem Schüler zu helfen. Es wird eine individuelle Unterstützung gesucht oder lerntherapeutische Förderung in Anspruch genommen. Es folgen Gespräche mit Lehrkräften, Eltern und immer wieder wird über das gesprochen, was gerade nicht so gut klappt.
Aber was ist, wenn eine Rechenschwäche bzw. Dyskalkulie oder eine Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Schwäche) vorliegt?
Wie kann ich dies meinem Kind oder meinen Schülerinnen und Schülern in der Klasse so erklären, dass wir ganz offen über die Schwächen und Stärken eines Jeden reden können?
Wie können Lehrerinnen und Lehrer Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten oder Rechenschwierigkeiten gut im Unterricht thematisieren ohne das Kind bloßzustellen?
Wer stärkt das Kind emotional und zeigt ihm auf, dass es okay ist, bestimmte Dinge nicht so gut zu können?
Ich möchte hier einige Bücher vorstellen, die die Themen LRS und Rechenschwäche aufgreifen, um Schülerinnen und Schüler zu stärken und ihnen aufzuzeigen, dass sie mit ihren Herausforderungen nicht alleine sind. Ich stelle Bücher vor, die sich gleichermaßen zum Vorlesen, aber auch Selberlesen eignen, die humorvoll und spannend sind, aber auch zum Nachdenken anregen.
Welche Vorteile haben Bücher und Geschichten?
- helfen mit Verunsicherung besser klar zu kommen
- haben eine tröstende Wirkung
- helfen, sich der eigenen Ressourcen und Stärken bewusst zu werden
- zeigen auf, dass Kinder mit ihren Lernschwierigkeiten nicht alleine sind (Identifikationsfigur)
- geben Mut und Zuversicht
- zeigen auf, dass Eltern und Kinder Einfluss nehmen können
Info
Die Altersempfehlungen und Schwerpunkte der Bücher habe ich jeweils im Fazit aufgenommen. Für den Themenbereich Dyskalkulie/Rechenschwäche gibt es leider noch viel weniger Bücher als für Lese-Rechtschreibschwierigkeiten. Aber unabhängig davon, wo die Schwierigkeiten liegen, der Fokus dieser Bücher liegt darauf, Mut und Zuversicht zu geben.
Luis kann (noch) nicht lesen von Heike Becker
"Luis kann (noch) nicht lesen“ von Heike Becker erzählt von Luis, der beim Lesenlernen auf Hindernisse stößt. Die Geschichte zeigt, wie wichtig Mut, Gemeinschaft und Unterstützung durch Familie, Lehrkräfte und Freunde sind.
Das Buch vermittelt, dass LRS kein Hindernis für Erfolg und persönliche Stärken ist. Hoffnung und Zuversicht stehen im Mittelpunkt, und das kleine Wort „noch“ im Titel macht deutlich: Lernen ist ein Prozess, und jeder Schritt zählt. Ein einfühlsames Buch, das Kinder, Eltern und Lehrkräfte gleichermaßen ermutigt.
Am Ende zeigt der Sportlehrer, dass man trotz LRS erfolgreich sein kann – eine starke Vorbildfunktion, die Mut macht und die Perspektiven auf Stärken und persönliche Ziele lenkt.
Fazit
Aufgrund des lesefreundlichen Basiskonzepts eignet sich das Buch hervorragend zum selbstständigen Lesen und motiviert Kinder, in kleinen Schritten weiterzulesen. Gleichzeitig ist es ideal zum Vorlesen zu Hause und auch in der Schule. Es zeigt, wie wichtig es ist, über Stärken und Schwächen zu sprechen, Kinder auf Augenhöhe zu verstehen und ihnen Raum für ihre eigene Entwicklung zu geben. So fördert die Geschichte nicht nur Lesefreude, sondern auch Selbstvertrauen und Gemeinschaft.
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Leseprobe: Luis kann (noch) nicht lesen
Fuffi der Wusel von Tim-Thilo Fellmer