Hinweis: Im obenstehenden Erklärvideo werden die Perlen von links nach rechts geschoben. In der schulischen Praxis ist jedoch die entgegengesetzte Vorgehensweise üblich: Befinden sich alle Perlen am rechten Rand, entspricht dies dem Wert Null. Zum Rechnen werden die Perlen daher von rechts nach links geschoben.
Was ist ein Rechenrahmen?
Rechenrahmen, wie sie heute meist in der Grundschule benutzt werden, sind Rahmen mit zwei oder zehn Stäben, auf denen jeweils zehn Perlen bzw. Rechensteine aufgereiht sind.
Der 20er-Rechenrahmen kommt in der 1. Klasse zum Erkunden des Zahlenraums bis 20 zum Einsatz, der 100er-Rechenrahmen ab Klasse 2 für das Rechnen im Zahlenraum bis 100.
Damit die Schülerinnen und Schüler die Mengen besser auf einen Blick erfassen können, sind die 5er-Blöcke durch jeweils fünf Steine in einer Farbe gekennzeichnet. Jeder Stein hat bei diesen Rechenrahmen den Wert 1.
Die Schülerinnen und Schüler können mit dem Rechenrahmen mathematische Aufgaben visuell erfassen und sie durch das Verschieben von Rechensteinen lösen.
Daneben gibt es den Montessori-Rechenrahmen, der grundlegend anders funktioniert. Hier gibt es sieben Stäbe, ebenfalls mit je zehn Perlen. Die Perlen auf dem obersten Stab haben den Stellenwert 1, die auf dem 2. Stab den Wert 10, dann je 100, 1 000, 10 000, 100 000 und 1 000 000. Damit sind Rechenoperationen (Addition, Subtraktion, Multiplikation) bis hin zu siebenstelligen Zahlen möglich. Die kleine Variante des Montessori-Rechenrahmens hat vier Stäbe mit Perlen im Wert von 1, 10, 100 und 1 000.
Welche Zielsetzung hat das Rechnen mit dem Rechenrahmen?
Damit die Schülerinnen und Schüler in Klasse 1 den Zahlenraum bis 20 und in Klasse 2 den Zahlenraum bis 100 erfassen und Aufgaben auch sicher im Kopf lösen können, müssen sie die abstrakten mathematischen Prinzipien verstehen. Und hier kommt der Rechenrahmen ins Spiel: Durch die visuelle Darstellung von Rechenoperationen werden die Zahlen und Aufgaben tatsächlich greifbar und dadurch begreifbar.
Bei der Arbeit mit dem Rechenrahmen lernen die Schülerinnen und Schüler, ihre Gedanken beim Rechnen sprachlich auszudrücken und durch das Verschieben der Perlen zu zeigen. Ziel ist es, dass die Kinder durch das Rechnen mit dem Rechenrahmen die tatsächlichen Bilder in ihre Vorstellung übertragen und zum sicheren Rechnen nutzen können.