Da der Bedarf an Lehrkräften aber häufig sehr akut ist oder Interessenten nicht mit dem geringen Gehalt für Referendare auskommen, erfolgt die Zusatzausbildung in vielen Bundesländern berufsbegleitend.
Auch hier gibt es wieder zwei mögliche Wege: Handelt es sich bei der berufsbegleitend absolvierten Ausbildung um ein Referendariat, steht auch hier am Ende der Ausbildungsphase das 2. Staatsexamen und danach eine Einstellung zu denselben Konditionen wie Lehrkräfte mit einer grundständigen Lehrerausbildung.
In einigen Bundesländern ist ein Referendariat nicht zwingend nötig. Möglicherweise ergeben sich durch das fehlende Staatexamen jedoch Nachteile gegenüber Ihren Kolleginnen und Kollegen. So ist eine Verbeamtung in diesem Fall in der Regel nicht möglich.
Wichtig: Da sich die Bestimmungen in den Bundesländern stark unterscheiden, sollten Sie sich vorab darüber im Klaren sein, wo Sie als Lehrerin bzw. Lehrer arbeiten möchten.
Ist der Wechsel ins Lehramt das Richtige für mich?
Wenn Sie derzeit mit dem Gedanken spielen, künftig Schüler zu unterrichten, haben Sie sicher Ihre Gründe.
Vielleicht haben Sie erst nach dem Studium und einiger Zeit im Beruf festgestellt, dass Sie sich weniger im Labor wohlfühlen als in Situationen, in denen Sie Ihr Wissen weitervermitteln können.
Der Lehrerberuf bringt natürlich einige Vorteile mit sich, die auch bei vielen eine Rolle in der Entscheidungsfindung spielen: Der Beruf bietet Sicherheit und familienfreundliche Arbeitszeiten. In vielen Bundesländern ist auch für Quereinsteiger mit nachgeholtem 2. Staatsexamen eine Verbeamtung möglich. Gerade für junge Akademiker, die sich von einem befristeten Vertrag zum nächsten hangeln oder gerade keine feste Anstellung haben, ein schlagendes Argument.
Dabei müssen Sie sich aber im Klaren sein, dass der Beruf auch sehr fordernd ist. Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie am Unterrichten sind die Grundvoraussetzungen für einen gelungenen Wechsel.
Dazu kommen Klausurkorrekturen, Konferenzen, Elternarbeit, die Auseinandersetzung mit dem Schulrecht und die Herausforderungen, die Integration und Inklusion mit sich bringen – um nur einige Punkte zu nennen.
Sehr zu empfehlen sind Hospitationsstunden, bei denen Sie dem Unterricht von erfahrenen Lehrerinnen und Lehrern beiwohnen. Denn der Unterricht hat sich in den letzten Jahren sehr verändert und ist u. U. nicht mehr mit Ihren eigenen Erinnerungen an die Schulzeit zu vergleichen. Dazu kommt, dass man als Schüler ohnehin eine ganz andere Perspektive als die Lehrenden eingenommen hat ;-)
Auf der Seite Career Counselling for Teachers haben Sie die Möglichkeit, sich über die Anforderungen im Lehrerberuf zu informieren, in Erfahrungsberichten zu stöbern sowie in „Selbsterkundungsverfahren“ und „Geführten Touren“ zu prüfen, ob das Lehrerdasein das Richtige für Sie ist.
Info: Gründe für den Lehrermangel
Mögliche Gründe für den zunehmenden Lehrermangel gibt es mehrere: Der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann äußert sich zu den Ursachen des Lehrermangels wie folgt: „Bei der Besetzung offener Stellen haben Schulleitungen keine Alternative. Der Vorwurf geht an die Politik, die sich gerne hinter dem Mehrbedarf, der durch die Zuwanderung entstanden ist, versteckt. Fakt ist aber, dass die Politik jahrelang keine Vorsorge getroffen hat, sondern blind auf rückläufige Schülerzahlen gesetzt hat. Die Pensionierungswellen waren vorherzusehen, auch die durch Inklusion entstehenden personellen Anforderungen.“ (News4teachers, 5. April 2017)
Dazu kommt, dass die durch Inklusion, Ganztagesbetreuung und Integration gestiegenen Anforderungen die Entscheidung für den Lehrerberuf nicht einfacher macht.
Größere Probleme, ausreichend Bewerberinnen und Bewerber zu finden, dürften auch Bundesländer haben, in denen Lehrkräfte nicht verbeamtet werden, wie Berlin und Sachsen (hier erhalten nur Schulleiter und deren Stellvertreter den Beamtenstatus).
Thüringen hat sich deswegen nach zehn Jahren ohne der Verbeamtung von Lehrkräften zu einer Rückkehr entschlossen: Ab dem Schuljahr 2017/2018 sollen neueingestellte Lehrerinnen und Lehrer und Lehrkräfte im