Wichtig ist:
- Überblick über den Lernstoff: Vielleicht können Sie etwas Zeit reservieren, um gemeinsam mit betroffenen Schülerinnen und Schülern die Themen und Ihre Erwartungen durchzugehen.
- Rechtzeitig (d.h. etwa eine Woche vor der Klassenarbeit) mit Lernen beginnen! Ein gutes „Lerngewissen“ ist der natürliche Feind der Prüfungsangst. Schwer wird es aber, wenn sich die Klausuren ballen. Haben Sie ein Auge auf den Klassenarbeitskalender, damit es nicht zu viel wird.
- Zeitplan erstellen: Am besten den Stoff in mehrere Häppchen einteilen, die pro Tag gelernt werden sollen, Pausen und Zeit für Wiederholungen einplanen, am Tag vor der Prüfung das Gelernte nur noch wiederholen.
- Lernumgebung: Es sollte halbwegs ordentlich, hell und ruhig sein – das sind die Grundvoraussetzungen!
- Notizen machen: Die wenigsten Schülerinnen und Schüler wissen, wie sie sinnvolle Zusammenfassungen anfertigen können. Dabei sind gute Zusammenfassungen im Prinzip nichts anderes als Spickzettel mit den wichtigsten Informationen zum Lernstoff – nur, dass sie eben zum Lernen und nicht zum Spicken genutzt werden.
- Belohnen: Geschaffte Lernetappen, Einsatz und Willen belohnen, statt Notenerfolge!
- Lernpartner: Wer auf variierende Fragen mit einem freien Vortrag des Prüfungsstoffs antworten kann, gewinnt Sicherheit, wird selbstbewusster und kann das Wissen auch in der Klausur abrufen. Lernpartner machen auf Fehler aufmerksam und ergänzen ihr Wissen gegenseitig – so werden keine Fehler mitgelernt oder wichtige Aspekte vergessen. Statt den eigenen Eltern, mit denen sich die Schüler beim gemeinsamen Lernen oft in die Haare kriegen, sind Freunde, Mitschüler oder Nachhilfelehrer als Lernpartner geeigneter.
- Ausreichend schlafen!
- Energie tanken: Ein gutes Frühstück und z.B. Bananen oder Nüsse als Snack beugen Leistungstiefs vor.
- Bei sich bleiben: Nicht von den Mitschülern verrückt machen lassen! Prüfungsängstliche Schülerinnen und Schüler sollten in diesen Situationen nicht nebeneinander sitzen.
- Während der Prüfung: Überblick verschaffen (viele Schüler profitieren davon, wenn Sie die Fragen kurz durchgehen und auf eventuelle Schwierigkeiten und Besonderheiten hinweisen), erinnern Sie die Schüler immer wieder daran, sich die Fragen gut durchzulesen (!!), leichte Aufgaben zuerst, alles aufschreiben, was wichtig erscheint.
Auf der Seite der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung finden Sie noch mehr Lerntipps gegen Prüfungsangst.
Von diesem Wissen kann die ganze Klasse profitieren! Vielleicht besteht die Möglichkeit, alle Schüler an einer „Lernfortbildung“ teilnehmen zu lassen.
4. Weniger Druck
Eine schlechte Note ist kein Weltuntergang – das ist für Kinder mit Prüfungsangst aber nur schwer zu glauben. Verzichten Sie, soweit möglich, auf die Auswirkungen einer Arbeit hinzuweisen. Die Themen Noten und Prüfungen sollten Sie auf ein Minimum zurückschrauben. Auch das Abfragen an der Tafel vor allen Mitschülern lässt den Stresspegel steigen.
Um den Druck zuhause zu drosseln, können Sie den Eltern raten, möglichst auf Stimmungsextreme zu verzichten. Denn häufig herrscht bei guten Noten Partylaune und bei schlechteren Ergebnissen gibt es Trauerminen, Enttäuschung, Ärger oder Extra-Lerneinheiten.
Auch Eltern müssen lernen, gelassener auf Prüfungsergebnisse zu schauen und keine Leistungen zu erwarten, die ihr Kind realistisch gesehen nicht erbringen kann. Klassenarbeiten sind ein Mittel, um den Wissensstand der Schüler zu überprüfen und deshalb nicht unwichtig. Sie entscheiden aber nicht über das Lebensglück eines Kindes! Das Wissen, dass die Eltern es lieben, egal wie diese Wissensüberprüfung ausfällt, schon eher!
5. Gewöhnung
Haben Sie ein paar alte Klausuren im Schrank, die Sie zum Simulieren von Klassenarbeiten an Schülerinnen und Schüler mit Prüfungsangst herausgeben können? Ohne die Angst vor bösen Konsequenzen und Druck sehen die Schülerinnen und Schüler, dass die neuen Lernstrategien Erfolge zeigen und dass sie es schaffen können. Gewöhnt an die Art der Aufgabenstellung, dem Abarbeiten der Fragen in einer bestimmten Zeit und mit Erfolgserlebnissen im Rücken, gewinnen die Kinder Sicherheit und die eigentliche Prüfung verliert viel von ihrer Bedrohlichkeit.
6. Positive „Gedankenmanipulation“
Schuld an der Misere betroffener Schülerinnen und Schüler sind oft negative Gedanken, die eine gesunde Anspannung in Panik umschlagen lassen und die Leistungsfähigkeit blockieren. Wer ständig „Das schaffe ich nie!“, „Das kann ich nicht!“ oder „Ich werde wieder versagen!“ denkt, wird keine gute Note bekommen.
Also besser: „Es ist nicht einfach, aber ich schaffe das!“, „Ich habe gelernt. Ich kann das!“ und „Selbst wenn es keine zwei wird, ist es halb so schlimm“. Die Motivationssätze können wie ein Mantra immer wieder gesagt und gedacht werden. Wer mag, schreibt sie sich auf ein Plakat und klebt es sich über das Bett ;)
7. Entspannung
Entspannungstechniken wie autogenes Training, Yoga oder progressive Muskelentspannung können auch Kindern und Jugendlichen helfen, den Stress im Zaum zu halten und die Konzentrationsfähigkeit zu steigern. Kurse bieten beispielsweise Krankenkassen oder Volkshochschulen an. Anderen hilft Sport dabei, den Stresslevel in Lernphasen herunterzuschrauben.
Gerade am Tag vor der Prüfung ist Bewegung eine gute Idee, um müde ins Bett zu fallen und gar nicht auf die Idee zu kommen, zu lange zu grübeln. Wen der Gedanke an Sport jedoch schon unter Stress setzt, sollte vielleicht besser ein gutes Buch lesen oder entspannende Musik hören, um den negativen Gedanken den Kampf anzusagen.
Literatur