Aufbau eines Projektes in Kindergarten und Kita
Die Projektarbeit in Bildungseinrichtungen gliedert sich in mehrere Schritte oder Abschnitte, die entsprechend der Bedürfnisse der Kinder angepasst werden können.
Die wichtigsten Stichworte für die Projektarbeit in Kindergarten und Kita sowie für den nachfolgend geschilderten Ablauf sind:
- freiwillig – Die Teilnahme an einem Projekt ist für alle Kinder freiwillig und niemals Zwang.
- ganzheitlich – Das Projektthema wird über möglichst alle Bildungs- und Entwicklungsbereiche gespannt.
- inklusiv – Jedes Kind hat die Möglichkeit, sich mit seinen Stärken und Interessen in das Projekt mit einzubringen.
- handlungsorientiert – Nicht das Ergebnis eines Projektes oder eines Experimentes zählt, sondern der Weg dorthin und genau dadurch der Erwerb und die Anwendung der entsprechenden Kompetenzen.
Beobachtung
Das Projektthema entsteht zumeist aus dem Gruppenalltag heraus. Lehrpersonen ziehen aus ihren Beobachtungen in der Gruppe einzelne Themen heraus, die die Kinder beschäftigen. Schon kleine Alltagssituationen reichen oft aus, um eine Reihe von Fragen loszutreten, die dann gemeinsam bearbeitet werden. Schnell lassen sich aus dem gezeigten Interesse seitens der Kinder Projektvorschläge sammeln, die dann in einer Kinderkonferenz oder in einem anderen partizipatorischen Umfeld vorgestellt werden. Die Kinder sind nun an der Reihe, sich aktiv in die Materialsammlung für das Projekt mit einzubringen. Der Wissensstand der Kinder wird ebenso ermittelt, wie offene Fragen zu dem geplanten Projektthema.
Planung
Der Planungsumfang des Projektes hängt ganz von der Dauer und der Komplexität des Themas ab. Handelt es sich um eine kurze Wissensreise, die lediglich einige Tage umfasst, sind die entsprechenden Programmpunkte des Projektes selbst im Rahmen einer kurzfristigen Angebotsplanung möglich. Allerdings ist eine ausführliche Planung vorzuziehen, da die einzelnen Bildungs- und Entwicklungsziele hier durch mehrere in einander verzahnte Aktivitäten möglichst für alle Kinder eine Lernmöglichkeit darstellen können. Durch eine erste Lektüre zu dem ausgesuchten Thema und durch Gespräche im Morgenkreis können die Kinder ihre Ideen weiter mit einbringen und den Projektablauf auf diese Weise aktiv mitgestalten, also ko-konstruieren. In der Vorbereitung kann es außerdem Sinn machen, eine Gruppenliste für das Projekt zu führen. In dieser Liste werden die projektbezogenen Stärken und Fähigkeiten der Kinder festgehalten und ebenso mögliche Förderchancen, die sich im Verlauf der Projektarbeit für das einzelne Kind ergeben.
Elternarbeit
Je nach ausgewähltem Thema des Projektes kann auch die Mithilfe der Eltern notwendig werden. Als Begleitpersonen auf Ausflügen oder in der Vorbereitung eines Zirkus- oder Piratenfestes. Die Sorgeberechtigten können – wenn sie in den Projektablauf mit einbezogen werden – natürlich auch zu Hause weitere Sprechanlässe zu dem Projektthema bieten. Kurze Nachfragen zu dem im Kindergarten Erlebten, oder die passende Abendlektüre unterstützen die sprachliche Entwicklung der Kinder und verdeutlichen die Verbindung zwischen den beiden Lernorten – nämlich der Kindertageseinrichtung und dem Zuhause.
Aktivitäten/Ausflüge
Eine abwechslungsreiche Mischung gibt hier den Ausschlag für einen erfolgreichen Projektverlauf. Dies Mischung ist natürlich nicht bei jedem Projektthema gleich. Genauso vielfältig wie die Projekte in Kindergarten und Kita sind auch die möglichen Kombinationen der themenbezogenen Spiele, Bastelideen, Experimente, Ausflüge und Aktivitäten. Um möglichst viele Bildungsbereiche anzusprechen und die individuellen Fähigkeiten und Neigungen der Kinder zu unterstützen, bietet sich ein Mix aus feinmotorischen Tätigkeiten (Bastelarbeiten), Aktivitäten zur Sprachförderung (das Lesen thematisch passender Bücher), Bewegungsmöglichkeiten (Kreisspiele oder Mitmachlieder) und medial unterstützten Lernmöglichkeiten (einfache Apps oder das Aufnehmen eigener Bilder mit einer Kamera).
Tipp
Nicht jeder Tag der Projektphase sollte mit themenbezogenen Aktivitäten gefüllt sein. Neben der Projektarbeit ist ein geregelter und bekannter Ablauf weiterhin wichtig für die Kinder. Größere Aktivitäten bieten sich in der Mitte/gegen Ende der Projektlaufzeit an, bis dahin haben die Kinder die Grundkenntnisse bereits gesammelt und die Eindrücke aus größeren Festen oder Ausflügen können im Nachgang noch besprochen und bearbeitet werden.