Kamishibai im Betzold Online-Shop
Tipps für das Erzählen mit dem Kamishibai und Ideen, wie sie noch mehr Abwechslung in das Erzählen mit Bildern bringen können, erhalten Sie im Beitrag: „Tipps für Kamishibai-Aufführungen in der Grundschule“.
Noch mehr Tipps verriet uns der Erzählkünstler und Erzählpädagoge Norbert Kobler auf dem von Betzold veranstalteten digitalen Bildungskongress:
Wichtig ist auch, die Kinder in die Geschichte einzubinden: Stellen Sie Fragen und kleine Aufgaben oder geben Sie Dialoganregungen.
Norbert Kobler empfiehlt, zu vereinbaren, dass die Kinder nicht dazwischenrufen, sondern sich bei Fragen und Anmerkungen melden sollten. So werden die ruhigeren und weniger sprachfertigen Kinder nicht benachteiligt.
Erzählkreis
Der Erzählkreis kann z. B. Teil des Morgenkreises sein oder als Ritual am Wochenanfang stattfinden. Ein oder mehrere Schülerinnen und Schüler dürfen dabei, meist innerhalb eines vorgegebenen zeitlichen Rahmens, von einem ihrer Erlebnisse erzählen.
Damit es den Kindern nicht langweilig wird, können Sie den Erzählkreis etwas abwechslungsreicher gestalten:
- Wahrheit oder Schwindelei?
Bei dieser Erzählvariante erzählen die Kinder neben einem wahren Erlebnis zwei Schwindelgeschichten. Die anderen Schülerinnen und Schüler dürfen danach per Handzeichen raten, welche Geschichte sie für die wahre halten. Um möglichst viele auf die falsche Fährte zu führen, sind noch mehr Kreativität und Fantasie gefragt!
- Begriffe ausschließen
Besonders konzentrieren müssen sich die Kinder, wenn sie bestimmte Begriffe in ihrer Erzählung nicht verwenden dürfen. Die anderen Kinder müssen genau zuhören, denn wird eines der Wörter gesagt, dürfen sie z. B. einen Buzzer drücken.
- Pflichtbegriffe
Statt Begriffe auszuschließen, können Sie auch Begriffe fordern: Schreiben Sie einige Wörter an die Tafel, die die Kinder in ihre Geschichten einbauen müssen, beispielsweise Sonne, spielen, plötzlich und groß.
Erzählen mit der Kugellager-Methode
Die Kugellager-Methode ist ideal, wenn die Kinder nach den Ferien oder dem Wochenende viel zu erzählen haben.
Teilen Sie die Klasse in zwei Gruppen, die sich in einem inneren und einem äußeren Kreis gegenüber aufstellen oder einen doppelten Stuhlkreis bilden sollen.
Nun legen Sie fest, wie lange die Kinder pro Erzählpartner sprechen dürfen. Um die verbleibende Erzählzeit für alle sichtbar zu machen, können Sie eine Countdown-Uhr aufstellen.
Dann kann es losgehen: Die Kinder, die sich gegenüberstehen, erzählen sich abwechselnd ihre Geschichte. Ist die Erzählzeit zu Ende, können Sie das durch ein Signal, wie einem Glocken- oder Gongschlag oder einer kurzen Melodie, bekanntgeben. Der äußere Kreis dreht sich nach dem Signal eine Person weiter, und nun erzählen sich diese Kinder ihre Geschichten.
Für Grundschulkinder ist es schwer, lange aufmerksam zuzuhören. Eine ganze Umdrehung des Kreises kann deshalb für die Klasse evtl. zu lang sein. Lassen Sie sich den Kreis vielleicht nur drei- bis fünfmal drehen. Im Anschluss können Sie die Kinder fragen, wer noch weiß, was ein bestimmtes Kind erlebt hat. Antworten dürfen die Schülerinnen und Schüler, denen dieses Kind seine Geschichte erzählt hat.
- Im Vergleich zu einem großen Erzählkreis, in dem alle Kinder einer Person zuhören, fällt es vielen Kindern hier leichter, konzentriert zuzuhören.
- Durch die wiederholte Möglichkeit, die eigene Geschichte zu erzählen, bekommen sie mehr Übung, können die Erzählung etwas variieren und testen, wie das bei den Zuhörenden ankommt.
- Für ruhige und schüchterne Kinder ist diese Gesprächssituation angenehmer, als vor der gesamten Klasse zu sprechen. Sie können das freie Sprechen so ungezwungener üben.
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