Für Lehrerinnen und Lehrer ist es wichtig, den Lernstand aller Schülerinnen und Schüler im Blick zu haben, um sie einer passenden Niveaugruppe zuordnen zu können. Diese Zuordnung ist nicht starr und kann sich von Fach zu Fach sowie von Unterrichtsthema zu Unterrichtsthema unterscheiden.
Dadurch eignet sich das Konzept gut zur Differenzierung im Unterricht.
In vielen jahrgangskombinierten Klassen unterstützt zur Differenzierung zumindest zeitweise eine zusätzliche Lehrkraft die Lehrerinnen und Lehrer.
Teilweise arbeiten die Kinder, eingeteilt in verschiedene Schwierigkeitslevel, an einem gemeinsamen Unterrichtsthema, teilweise an unterschiedlichen Themen.
Für das das Lernen in Kombiklassen eignen sich verschiedene Unterrichtsmethoden, wie z. B. Stationenlernen, Lerntheken, Werkstattunterricht, Projektarbeit, Freiarbeit oder Wochenplanarbeit.
Regeln und Rituale, die den Schultag strukturieren, wie ein Morgenkreis oder Klassenrat, Singen, Spiele, Bewegungspausen oder Reflektionsrunden, machen alle gemeinsam.
Jahrgangskombinierte Klassen: Pro und Contra
Pro
- Individuelles Lernangebot: Kombiklassen eignen sich gut für die Differenzierung im Unterricht, wobei auf die Materialien von mehreren Klassenstufen zurückgegriffen werden kann.
- Die Struktur ermöglicht Methoden, wie Lerntandems, Paten- oder Tutorensysteme, bei denen die Kinder abwechselnd in die Rollen der „Lehrenden“ und „Lernenden“ schlüpfen können.
- Die Kinder lernen voneinander: Die „Großen“ sind stolz, wenn sie den „Kleinen“ helfen können, und gewinnen Selbstbewusstsein. Die „Kleinen“ können sich an den „Großen“ orientieren, was ihnen Sicherheit gibt.
- Soziale Kompetenzen, wie Team- und Kommunikationsfähigkeit sowie die Fähigkeit, selbstständig zu arbeiten, werden gefördert.
- In Einzel-, Partner- und Gruppenarbeitsphasen haben Lehrkräfte die Möglichkeit zur intensiveren Betreuung einzelner Kinder und zur Schülerbeobachtung: Wie ist das Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten der einzelnen Schülerinnen und Schüler?
- Erleichtert die Eingewöhnung an der Schule, da die Kinder altersgemischte Gruppen aus dem Kindergarten gewohnt sind und Freunde aus Kindergartentagen wieder treffen.
- Das Überspringen einer Klassenstufe wird erleichtert.
Contra
- Höherer Zeitaufwand bei der Stundenvorbereitung
- Größerer Dokumentationsaufwand des Leistungsstands jedes Schülers, um die Kinder den passenden Niveaugruppen zuzuordnen
- Größerer Materialbedarf
- Für Lehrkräfte, die erst in den Lehrerberuf starten und noch nicht alle Klassenstufen unterrichtet haben, ist der Mehraufwand sehr groß.