Eventuell ist es nötig, die Kinder auf Rechte und Pflichten anzusprechen, auf die sie nicht von selbst gekommen sind, um auch für diese Regelvorschläge zu entwerfen.
Tipp
Mit älteren Schülerinnen und Schülern können Sie statt eines normalen Brainstormings auch das „Schneeballverfahren“ ausprobieren. Dabei arbeiten die Kinder erst allein, dann in Paaren und schließlich in Gruppen zusammen und filtern die besten Vorschläge heraus, die im Anschluss der gesamten Klasse präsentiert werden. Wie es genau funktioniert, erfahren Sie im Beitrag „Unterrichtsmethoden: Schneeballverfahren“.
3. Warum gerade diese Regeln?
Nach dem Brainstorming besprechen Sie gemeinsam, welche Regeln am meisten helfen könnten, damit sich alle wohlfühlen und gut lernen können. Alle müssen verstehen, warum die ausgewählten Regeln wichtig für das Zusammenleben und Arbeiten in der Klasse sind.
4. Begrenzte Anzahl auswählen
Damit es für die Kinder nicht zu unübersichtlich wird, sollten Sie sich auf etwa drei bis sechs Regeln konzentrieren.
5. Klar und präzise formulieren
Formulieren Sie die Regeln in kurzen, präzisen Sätzen, die für alle verständlich sind und keinen Platz für Interpretationen lassen.
6. Regeln positiv und in Ich- oder Wir-Form formulieren
Formulieren Sie die Regeln positiv, indem Sie erklären, was erwartet wird, anstatt zu sagen, was nicht erlaubt ist. Zum Beispiel: „Wir achten darauf, leise zu sprechen“ und nicht: „Kein lautes Sprechen“. Also eher Gebote statt Verbote.
Um die Schülerinnen und Schüler direkt anzusprechen, eignet sich die Ich- oder Wir-Form am besten.
7. Konsequenzen besprechen
Besprechen Sie mit der Klasse, was passiert, wenn eine Klassenregel nicht eingehalten wird. Die Kinder sollten wissen, wie sie in solchen Situationen reagieren können und welche nachvollziehbaren Konsequenzen sich aus einem Regelverstoß ergeben. Dabei können auch Möglichkeiten zur Wiedergutmachung und zur gemeinsamen Konfliktlösung thematisiert werden. Wichtig ist, dass die Reaktionen auf Regelverstöße klar, nachvollziehbar und verlässlich sind.
8. Regeln sichtbar machen
Damit die Klassenregeln für die Kinder dauerhaft präsent bleiben, können Sie sie als Plakat an einer für alle gut sichtbaren Stelle im Klassenzimmer aufhängen. Kindern, die noch nicht so gut Deutsch sprechen, helfen visualisierte Darstellungen der Regeln.