Erfindungen durch Fehler – Tipp von Birgit Mersmann
Stellt man die Buchstaben des Wortes „Fehler“ um, entsteht daraus das Wort „Helfer“. Fehler helfen uns, uns weiterzuentwickeln. Kinder dürfen keine Angst haben, Fehler zu machen, und es ist wichtig für sie, dieses Gefühl, das ein Fehler in ihnen auslöst, auszuhalten und daran zu wachsen.
Einige großartige Dinge sind aus Fehlern entstanden:
- Radiergummi: Früher wurde mit Brotkrümeln radiert. Nur, weil ein Ingenieur 1770 nicht richtig hingeschaut und aus Versehen ein Stück Kautschuk erwischt hat, ist das Radiergummi entstanden.
- Cornflakes: Sie entstanden 1894 zufällig, da die Brüder Kellogg gekochten Weizen versehentlich stehen ließen, dieser austrocknete und bei der Weiterverarbeitung in Flocken zerbrach.
- Post-its: 1968 sollte ein Wissenschaftler einen neuen Klebstoff entwickeln. Dieser war aber zu schwach und ließ sich zu leicht ablösen. Erst Jahre später erkannte jemand den Vorteil dieses Klebers und so entstanden die Post-its.
Fehlerdetektivinnen und -detektive – Tipp von Bettina Häntsch
Gerade für Schülerinnen und Schüler, die oft und viele Fehler machen, kann die Auseinandersetzung mit den eigenen Fehlern entmutigend sein. Um diesen Frust zu vermeiden, könnten Lernende mit ähnlichen Fehlerschwerpunkten in Kleingruppen als Fehlerdetektive und -detektivinnen ermitteln: Aus anonymisiertem Material früherer Übungen decken sie Fehler anderer auf und besprechen diese. So ist die Auseinandersetzung mit dem eigenen Fehlertyp motivierender, wenn man sich nicht mit den selbst gemachten Fehlern beschäftigen muss.
Erwischen lassen – Tipp von Stefanie Schmidt
Ich greife gerne Fehler, die ein Kind macht, auf und mache diese in einer Übung selbst. Die Kinder lieben es, mich zu erwischen. Wir sprechen dann über „meinen“ Fehler und das Kind gibt mir Tipps, wie ich ihn vermeiden könnte oder welchen Rechtschreib-Trick ich anwenden kann.
Wertschätzendes Feedback – Tipp von Silke Hübner
Um den konstruktiven Umgang mit Fehlern oder Kritik zu schulen, ist ein respektvolles und wertschätzendes Feedback auch von Mitschülerinnen und Mitschülern wichtig. So macht es z. B. Sinn, die Kinder nach einem Referat o. Ä. zunächst selbst ein Feedback geben zu lassen – allerdings unter folgender Voraussetzung: Wir starten immer erst mit einem positiven Punkt („Mir hat gut gefallen, …“/ „Ich fand gut, dass …“ – hier können auch Formulierungskärtchen helfen!). Erst danach folgen selbst formulierte Tipps für das nächste Mal. Dies schult nicht nur die Selbstreflexion der Kinder, sondern hilft auch, im Klassenzimmer von Anfang an eine positive Fehlerkultur zu vermitteln.
Fehler-Memo – Tipp von Michaela Zieglmeier
Bei diesem Spiel liegt der Fokus auf dem Erkennen und Korrigieren von Fehlern. So geht’s:
Es werden Kartenpaare erstellt, bei denen auf einer Karte eine Aufgabe oder ein Satz mit einem Fehler steht und auf der anderen Karte die korrekte Lösung. Die Kinder müssen das richtige Paar finden, indem sie die fehlerhafte Karte identifizieren und sie mit der korrekten Karte verbinden. Wenn ein Kind ein Paar aufdeckt, muss es erklären, warum die Lösung korrekt ist und was der Fehler war. Wer die meisten Karten hat, gewinnt.
Ein, wie ich finde, großartiges Spiel, da es gut differenzierbar ist und den Kindern ganz viel Spaß macht.
Fehler des Tages – Tipp von Silke Heere-Lehmann
Jeden Tag oder an einem bestimmten Tag in der Woche wird im Unterricht ein „Fehler des Tages“ angeschaut – dies könnte ein Beispiel aus einer echten Aufgabe sein (anonymisiert) oder ein typischer Fehler, den viele Schülerinnen und Schüler machen. Die Klasse diskutiert gemeinsam, warum dieser Fehler passiert und wie man ihn vermeiden kann.
Von Clowns lernen – Tipp von Barbara Wenning
Clowns, die Fehler machen, sind lustig und machen sie sympathisch. Wir im richtigen Leben können uns die Clowns zum Vorbild nehmen und ausprobieren, mit welcher Haltung wir Fehler betrachten.
Mehr dazu im Blogbeitrag: Was kann ich im Umgang mit Fehlern von Clowns lernen?
Die Fehlerwörter-Sammelkiste – Tipp von Sabine Walker
Hier arbeiten wir mit den eigenen Fehlerwörtern: In der ersten Kiste werden Fehlerwörter des Kindes gesammelt. Daraus gestalte ich verschiedene Spiele wie ein Vor- und Zurückspiel, Memo, „Welches Wort fehlt?“ und spiele sie mit dem Kind. Nach einigen Wochen überprüfen wir, wie viele der Wörter richtig geschrieben werden können. Diese richtig geschriebenen Wörter kommen dann in eine zweite Fehlerwörter-Sammelkiste. Wie toll, wenn immer mehr Wörter in der zweiten Kiste zu finden sind.
Mehr dazu im Blogbeitrag: Positive Fehlerkultur
Gastbeitrag von Sabine Landua und Susanne Seyfried