WhatsApp-Klassenchatregeln aufstellen
Die meisten Klassen gründen ihren Klassenchat in Eigenregie. Die wenigsten machen sich aber vorab Gedanken, dass es unterschiedliche Vorstellungen darüber gibt, welche Inhalte in die Klassengruppe gehören. Oder legen fest, was auf keinen Fall gepostet werden soll.
Bei der Formulierung von Klassenchat-Regeln hilft den Schülerinnen und Schülern Ihre Unterstützung ungemein. Der Zeitaufwand lohnt sich: Viele Streitereien und Unmut können durch klare Regeln verhindert werden und müssen nicht in der Unterrichtszeit geschlichtet werden.
- Klassenregeln gelten auch im Klassenchat: Gibt es in Ihrer Klasse bereits Klassenregeln, müssen diese natürlich auch in der WhatsApp-Gruppe beachtet werden.
- Zweck des Klassenchats festlegen: Um Unstimmigkeiten zu verhindern, müssen sich die Schülerinnen und Schüler einigermaßen einig werden, was im Chat gepostet werden soll und was nicht. Soll z. B. nur Schulisches im Fokus stehen, kann ein zweiter Chat für private Themen oder den Austausch von witzigen Videos gegründet werden. Alle, die darauf verzichten können, werden nur in der Klassengruppe Mitglied.
- Niemanden ausschließen: Es sollten alle Schülerinnen und Schüler der Klasse die Möglichkeit haben, in der Klassengruppe aufgenommen zu werden – sofern sie WhatsApp nutzen. Als Konsequenz auf einen Verstoß gegen die Regeln können sich die Schülerinnen und Schüler aber darauf einigen, den zeitweisen Ausschluss aus der Klassengruppe festzulegen.
- Niemanden beleidigen: Lästereien, gemeine und herabwürdigende Kommentare, Bilder oder Videos haben im Klassenchat (und auch sonst wo) nichts verloren.
- Fotos nur mit Einwilligung der abgebildeten Personen posten: Das „Recht am eigenen Bild“ (§ 22 des Kunsturheberrechtsgesetz) gilt natürlich auch auf WhatsApp. Mehr zu den Regelungen in Deutschland finden Sie im Beitrag "Abbildung und Veröffentlichung von Fotos mit Schülerinnen und Schülern".
- Nachrichtenflut vermeiden: Infos, die nur bestimmte Personen im Chat betreffen, lieber direkt an diese schicken. Und auf Spammen mit Nonsens-Posts wie „Hi“ verzichten.
- Kettenbriefe: Mitteilungen mit der Aufforderung, sie an mehrere eigene Kontakte weiterzuleiten, fallen vielen auf die Nerven, verbreiten Stress und machen in manchen Fällen sogar Angst. Um das zu vermeiden, kann in den Klassenchat-Regeln vereinbart werden, dass dort Kettennachrichten nicht geteilt werden dürfen.
- Klassenchat-Zeiten vereinbaren: Für Schultage und Wochenende können die Schülerinnen und Schüler Zeiten festlegen, während der der Klassenchat nicht genutzt werden sollte.
- Streit offline klären: Streitigkeiten oder andere ernste Themen können besser in der realen Welt geklärt werden.
- Erst denken, dann posten: Inhalte, v.a. weitergeleitete Nachrichten, von denen die Schülerinnen und Schüler nicht wissen, ob sie wahr sind, sollten nicht weiterverbreitet werden. Wie die Kinder Fake News erkennen, ist ein weiteres wichtiges Thema, das auch im Zusammenhang mit dem Klassenchat angesprochen werden sollte. Weitere Infos erhalten Sie im Beitrag "Medienkompetenz: Fake News erkennen".
Hier haben wir einige wichtige Klassenchatregeln für Sie zum Ausdrucken vorbereitet: