Tipp
Startklar fürs Referendariat – mit Tipps, Praxisideen und Materialien von Betzold
Das Referendariat bringt jeden Tag neue Herausforderungen – von der Unterrichtsvorbereitung über Zeitmanagement bis hin zur Lehrprobe. Auf unserer Beratungsseite für Referendarinnen und Referendare finden Sie praxisnahe Tipps, hilfreiche Materialien, Videos mit Erklärungen und eine Sammlung cleverer Tools, die Ihnen den Einstieg in den Lehrerberuf erleichtern. Entdecken Sie alles für einen erfolgreichen Start in Ihre Zeit im Referendariat!
Methodische Analyse
Die methodische Analyse gewährleistet, dass die Methoden und Sozialformen sinnvoll auf die Ziele der Stunde und die Unterrichtsphasen abgestimmt sind und die Schülerinnen und Schüler aktiv und effektiv lernen können.
- Warum werden welche Methoden wann verwendet?
- Welche Sozialformen kommen wann zum Einsatz, und warum?
- Welche Materialien und Medien werden verwendet und wie unterstützen diese den Lernprozess?
- Welche Anpassungen können vorgenommen werden, falls etwas nicht wie geplant verläuft? Welche Alternativen gibt es?
Verlaufsplan
Meist wird der geplante Unterrichtsverlauf in einer tabellarischen Verlaufsplanung dargestellt. Sie zeigt, wie die einzelnen Phasen aufeinander aufbauen, welche Methoden, Sozialformen und Materialien eingesetzt werden und wie viel Zeit für jede Phase eingeplant ist. Ziel ist es, den Unterrichtsverlauf klar zu strukturieren und übersichtlich zu dokumentieren.
Typische Bestandteile einer Verlaufsplanung:
- Zeit: Wie viel Zeit wird eingeplant?
- Phase: Welche Phase der Stunde wird beschrieben?
- Aktivität der Lernenden: Was ist die Aufgabe der Schülerinnen und Schüler?
- Verhalten der Lehrenden: Was machen Sie in dieser Phase?
- Methode/Sozialform: Welche Methoden und Sozialformen werden eingesetzt?
- Materialien/Medien: Welche Materialien oder Medien kommen zum Einsatz?
Reflexion
Die Reflexion dient der Nachbereitung der Stunde. Sie hilft Ihnen, die Planung und Durchführung kritisch zu bewerten, Erkenntnisse zu gewinnen und die eigene Unterrichtspraxis weiterzuentwickeln.
- Ziele und Zielerreichung: Was wurde erreicht, was nicht?
- Vorlauf der Stunde: Welche Abweichungen gab es, und wie wurden sie bewältigt?
- Perspektive der Lernenden: Wie haben die Schülerinnen und Schüler reagiert und gearbeitet?
- Methoden und Materialien: Welche waren erfolgreich, welche weniger?
- Erkenntnisse und Ausblick: Welche Lehren und Konsequenzen ziehen Sie für die Zukunft?
Anhang
Der Anhang enthält alle verwendeten Materialien und die Ergebnissicherung:
- Sitzplan
- Arbeitsblätter und Musterlösungen
- Tafelbilder
- Folien
- Zusatzaufgaben
- Quellen
- Visualisierungen, Übersichten
Machen Sie es den Personen, die Ihren Unterricht beurteilen, leicht, und achten Sie auf eine sinnvolle Reihenfolge der Materialien.
Literaturverzeichnis
Hier geben Sie alle alphabetisch und nach den gelernten Zitierregelungen, die online wie offline verwendete Literatur, Quellen und Unterrichtsbücher an.
Tipps für einen erfolgreichen Unterrichtsentwurf
1. SMART_Formel zur Zielsetzung
Die Formulierung der Lernziele ist ein zentraler Punkt in der Unterrichtsplanung. Die SMART_Formel hilft dabei, klare und erreichbare Ziele zu formulieren:
- Spezifisch: Das Ziel sollte eindeutig und präzise definiert sein. Was wird zur Zielerreichung benötigt?
- Messbar: Formulieren Sie, wie Sie die Zielerreichung überprüfen können.
- Attraktiv: Die Zielsetzung sollte für die Schülerinnen und Schüler motivierend sein.
- Realistisch: Planen Sie Ziele, die in der verfügbaren Zeit und mit den vorhandenen Ressourcen erreichbar sind.
- Terminiert: Setzen Sie klare Zeitrahmen für das Erreichen des Ziels.
Nicht immer können alle Kriterien erfüllt werden, aber je mehr, desto besser.
2. Häufige Fehler vermeiden
Bei der Planung des Unterrichtsentwurfs gibt es ein paar Stolpersteine, die häufig eine gute Umsetzung in die Praxis behindern:
- Zu viele Inhalte: Konzentrieren Sie sich auf wenige, klar fokussierte Lernziele. Überladung führt oft zu Stress und Überforderung.
Das gilt auch für den Unterrichtsentwurf selbst: Klar und auf den Punkt formuliert kommt in der Regel gut an.
- Unrealistische Zeitplanung: Achten Sie darauf, dass die Aktivitäten in der verfügbaren Zeit machbar sind und planen Sie Pufferzeiten ein! Diese sind wichtig, denn es läuft selten alles nach Plan …
Auf der anderen Seite ist es v. a. bei einer Lehrprobe nicht verkehrt, eine Zusatzaufgabe bereit zu haben, falls die Schülerinnen und Schüler schneller arbeiten als gedacht.
- Fehlende Differenzierung: Berücksichtigen Sie unterschiedliche Lernvoraussetzungen und planen Sie Aufgaben für verschiedene Niveaus.
3. Zeit für Reflexion und Anpassung einplanen
Ist der Unterrichtsentwurf fertig, möchte man ihn ja gerne weglegen und erstmal nicht mehr sehen. Es ist aber sinnvoll, Zeit einzuplanen, um ihn kritisch zu überprüfen:
- Passen die Lernziele zur Zielgruppe?
- Sind die Methoden abwechslungsreich und zielführend?
- Gibt es einen roten Faden im Ablauf?
Überarbeiten Sie den Entwurf, falls Sie Schwachstellen finden. Hilfreich ist bei den ersten Entwürfen auch, sie mit Ihren Mentorinnen und Mentoren oder anderen Kolleginnen und Kollegen durchzugehen.
4. Tipps aus der Praxis
Hier einige erprobte Ansätze, die Ihnen die Arbeit erleichtern:
- Materialien testen: Überprüfen Sie Arbeitsblätter oder Experimente vorab, um sicherzugehen, dass sie verständlich und praktikabel sind.
- Flexibel planen: Halten Sie Alternativideen bereit, falls etwas nicht wie geplant funktioniert.
- Ablauf visualisieren: Erstellen Sie Skizzen von Tafelbildern oder Ablaufplänen, um eine klare Struktur vor Augen zu haben.
- Feedback sammeln: Fragen Sie nach dem Unterrichtsbesuch die Mentorinnen und Mentoren oder die Vertreterinnen und Vertreter des Seminars gezielt nach Verbesserungsvorschlägen.
Quellen