Tafeln für das Stationenlernen
Unterrichtsmethoden
Aktualisiert: 19.12.2023

Unterrichtsmethoden: Das Stationenlernen

Was ist Stationenlernen? Wie integriere ich Stationenlernen in meinen Unterricht? Was sind eigentlich die Vorteile der Unterrichtsmethode? Diese und weitere Punkte beantworten wir in diesem Beitrag. Inklusive Checkliste.
Bettina Kroker
Bettina Kroker
Online-Redakteurin

Was ist Stationenlernen?

Das Stationenlernen, auch Stationenarbeit oder Lernzirkel,  ist eine Form des offenen Unterrichts. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten bei dieser Methode Teilaspekte eines Unterrichtsthemas selbstständig an mehreren Lernstationen. Durch unterschiedliche Arbeitsaufträge, Herangehensweisen und Materialien erschließen sich die Schüler das Thema oder vertiefen und wiederholen ihr Wissen.

Das Stationenlernen hat einige Gemeinsamkeiten mit der Unterrichtsmethode Lerntheke.

Das Lernen an Stationen kommt sowohl an Grundschulen wie auch an weiterführenden Schulen zum Einsatz: Eine von Betzold durchgeführte Umfrage ergab, dass 64% der teilnehmenden Grundschullehrkräfte und 44% der Lehrerinnen und Lehrer an weiterführenden Schulen Stationenlernen im Unterricht einsetzen.

Kurz gefasst: So funktioniert Stationenlernen

    • Für das Stationenlernen untergliedern Sie ein Unterrichtsthema in mehrere Teilaspekte. Abhängig von der Klassengröße und dem Thema werden häufig 6 bis 8 Stationen eingerichtet.
    • Zu jedem Aspekt oder Unterthema planen Sie eine Station.
    • Die Stationen sollten durch die gestellten Arbeitsaufträge, –anforderungen und Materialien abwechslungsreich sein.
      So kann der Fokus z.B. auf dem Lesen, dem Schreiben oder der Internetrecherche liegen. Auch kleine Experimente und deren Beobachtung und Beschreibung, Bastelarbeiten, Bewegungsanreize oder das Lösen eines Rätsels sind möglich. Eine weitere Idee, die wir auch hier im Blog vorstellen, sind Klettmappen.
    • Die Stationen bauen Sie am besten vor Beginn der Stunde im Unterrichtszimmer und evtl. auch im Schulflur auf. So entzerrt sich das Ganze: Sie können Stationen, an denen es voraussichtlich etwas lauter zugeht, von denen trennen, an denen mehr Konzentration gefordert ist.
    • Bevor es richtig losgeht, geben Sie den Schülerinnen und Schülern einen Einstieg in das Thema der Stunde und erläutern den Ablauf des Stationenlernens (z.B. an vereinbarte Regeln zum Stationenlernen erinnern, erläutern, wo Einzel-, Paar- oder Gruppenarbeit möglich ist, wieviel Zeit pro Station ungefähr zur Verfügung steht …). Auch ein Rundgang durch den Stationenzirkel bietet sich an, damit die Schülerinnen und Schüler gleich wissen, worauf es jeweils ankommt.
    • Dann verteilen Sie die Laufzettel. Auf ihnen sehen die Schülerinnen und Schüler eine Auflistung der Station, welche Stationen Pflicht sind und welche zur Wahl stehen und können ihre Häkchen hinter erledigte Aufgaben setzen :)
      Sie können den Schülerinnen und Schülern hier auch die Möglichkeit geben, gleich eine Selbsteinschätzung zur Schwierigkeit der Arbeitsaufträge zu notieren.
    • In der Zeit, in der die Schülerinnen und Schüler an den Stationen arbeiten, stehen Sie als Ansprechpartner/Ansprechpartnerin für Fragen zur Verfügung und helfen mit kleinen Impulsen, falls Schüler Hilfe benötigen.
    • Im Anschluss sollte noch Zeit für eine Gesprächsrunde sein. Die Schülerinnen und Schüler haben hier die Möglichkeit, eigene Eindrücke zu äußern: was fiel ihnen schwer, was machte besonders viel Spaß, wie haben sie Probleme gelöst oder was fanden sie nicht gut und warum.
      Möglicherweise gibt es auch Punkte, die Sie dann bei der nächsten Stationenarbeit verbessern können. Diese Abschlussrunde bietet den Lernenden die Möglichkeit, ihr Lernverhalten sowie Stärken und Schwächen zu reflektieren, wodurch auch Sie Ihre Schüler besser kennen und einschätzen lernen.
    • Bedenken Sie, dass im Anschluss an die Stationenarbeit auch alles wieder abgebaut und an seinen Platz muss!

Die wichtigsten Punkte von Planung, Durchführung und Auswertung der Stationenarbeit haben wir nochmal in einer Checkliste zum Ausdrucken zusammengefasst:

Tipp

Der Tellimero EDU ist ideal für das Lernen an Stationen geeignet: Die Kinder können sich die Inhalte selbstständig und in ihrem individuellen Lerntempo erschließen und vertiefen. Durch den Einsatz des sprechenden Stifts ist es zudem möglich, an einer Station Aufgaben in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden anzubieten und so gezielt auf die verschiedenen Lernniveaus einzugehen. Auf diese Weise wird offener Unterricht noch abwechslungsreicher und differenzierter gestaltet.

Kinder arbeiten mit dem Tellimero EDU.

Regeln zum Stationenlernen

Damit das Stationenlernen auch in geregelten Bahnen verläuft, können Sie Ihren Schülerinnen und Schülern ein paar Regeln mit auf den Weg durch die Stationen geben :)

U.a. können diese Regeln sinnvoll sein:

    • Sorgsam mit den Materialien umgehen
    • Stationen aufgeräumt verlassen
    • Unterhaltungen leise führen
    • Aufgaben beenden – nicht zwischen den Stationen hin- und herspringen
    • Immer nur ein Arbeitsblatt nehmen

Für welche Themen eignet sich das Lernen an Stationen?

In der Grundschule wird die Methode gerne im Sachunterricht, in Deutsch und Mathematik eingesetzt. An weiterführenden Schulen in den naturwissenschaftlichen Fächern sowie Mathematik und Deutsch. 

Geeignet sind beispielsweise Themen, 

    • die nicht zu komplex sind, so dass sie die Kinder selbst erschließen können.
    • die gut aufzuteilen sind und bei denen die Teilaspekte in beliebiger Reihenfolge bearbeitet werden können
    • bei denen die Kinder selbstständig testen und experimentieren können.
    • die sich für Aufgaben zur Selbstkontrolle eignen.
    • die handlungsorientiert sind.
    • bei denen das Material nicht in Klassenstärke vorhanden ist.
    • bei denen die Schüler Wissen aneignen, vertiefen oder üben sollen - also eigentlich alle Themen :)

Vor- und Nachteile des Stationenlernens im Überblick

Vorteile

Nachteile

 Mehrere Lernzwecke können verfolgt werden  Planungsintensiv
 Differenzierter Unterricht  Materialintensiv
 Selbstständiges Arbeiten der Schüler  Lerndisziplin muss vorhanden sein
 Abwechslungsreichtum im Unterricht  Abschreiben wird vereinfacht
 Selbstgesteuertes Arbeiten seitens der Schüler  Unruhe im Klassenzimmer
 Selbstkontrolle der Schüler
 Förderung der Sozialkompetenz 

Vorteile des Stationenlernens:

    • Unterschiedliche Lernzwecke können verfolgt werden:

      Je nach Bedarf können mit der Methode Unterrichtsthemen wiederholt, vertieft oder neu erarbeitet werden.
    • Differenzierter Unterricht wird unterstützt:

      Durch eine Variation der Aufgabenstellung, z.B. durch zusätzliche Tipps oder Hilfsmittel, ist eine Differenzierung gut möglich. Dadurch können die Aufgaben von allen Schülerinnen und Schülern entsprechend ihres individuellen Lernstands gelöst werden. Zudem kann jeder in seinem eigenen Tempo arbeiten.
    • Selbständiges Arbeiten:

      Die Schülerinnen und Schüler lernen, sich Aufgabestellungen oder neue Themen selbstständig zu erarbeiten und dabei auf die Einteilung der Zeit zu achten.
    • Stationenlernen ist eine abwechslungsreiche Unterrichtsmethode:

      Durch die unterschiedlichen Arten der Arbeitsaufträge an den Stationen ist die Unterrichtsmethode sehr abwechslungsreich für die Schülerinnen und Schüler. Außerdem ist dadurch für jeden eine Methode dabei, die ihm liegt.
    • Selbstgesteuertes Arbeiten der Schüler:

      Die Kinder können die Reihenfolge der Stationen wählen, sich unter den Wahlaufgaben etwas aussuchen, sich die Zeit selbst einteilen oder entscheiden, ob sie eine Station allein oder mit Mitschülerinnen und -schülern bearbeiten möchten. Dieser Freiraum für eigene Entscheidungen lässt viele Schüler gleich viel motivierter lernen :)
    • Die Selbstkontrolle wird ermöglicht:

      Stationen mit Lehrmitteln wie LÜK, Klammerkarten oder dem Betzold Tellimero Vorlesestift erlauben es den Schülerinnen und Schülern, ihre Lösungen selbst zu überprüfen. Schauen Sie aber zur Sicherheit immer wieder mal nach, ob die Schüler die Aufgaben auch gewissenhaft kontrollieren.
    • Förderung der Sozialkompetenz unter den Schülern:

      Beim Arbeiten in der Gruppe oder zu zweit ist Teamfähigkeit gefragt. Auch lernen die Kinder auf andere zuzugehen, um sich einer Gruppe anzuschließen oder sich zu einem Zweierteam zusammenzutun.
Kinder arbeiten mit TimeTimer
Stationenarbeit ist in Einzel-, Paar- und Gruppenareit möglich, Quelle: Betzold

Stationenarbeits-Materialien kaufen:

Im Betzold Online-Shop finden Sie zahlreiche Materialien fürs Stationenlernen wie Experimentierkoffer.

Natürlich haben wir auch die unverzichtbaren Countdown-Uhren.

Wenn’s gleich losgehen soll:

Die Stationen-Kisten zu den Themen Magnetismus und Kompass, Nahrungsmittel untersuchen und Elektrizität und Stromkreise enthalten Material für mehrere Stationen und verschiedene Experimente. Die Kisten beinhalten neben dem Experimentiermaterial, Kopiervorlagen für Arbeitsblätter, Anleitungen für die Experimente und verschiedene Arbeitsaufträge. So können Sie gleich loslegen :)

Auch die neuen Becherquizzer von Betzold eignen sich für Zuordnungsaufgaben mit Selbstkontrolle. Mithilfe von Karteikarten können Sie Ihre eigenen Aufgaben entwerfen oder Sie greifen auf die Sortierspiele in unserem Shop zurück:

Nachteile des Lernens an Stationen

    • Planungsintensiv:

      Die Vorbereitung des Lernens an Stationen ist planungsintensiv! Materialien, Aufgaben, die Raum- und Zeitplanung müssen gut durchdacht werden.

    • Materialintensiv:

      Sie müssen für die Stationen eine Fülle unterschiedlicher, aufeinander abgestimmter Materialien vorbereiten und bereitstellen. Das kann sich schnell zu einer Materialschlacht auswachsen.

    • Lerndisziplin:

      Die Methode fordert von den Schülerinnen und Schülern Arbeitsdisziplin. Gerade wenn die Kinder diese Art zu Lernen noch nicht gewohnt sind, können sie die Freiheiten und die verlangte Selbstständigkeit leicht überfordern. Es ist deshalb wichtig, die Schüler besonders in den ersten Stunden mit der Stationenarbeit durch eine klare Anleitung und Hilfestellungen an die Hand zu nehmen.

    • Abschreiben:

      Schülerinnen und Schüler, die Aufgaben nicht selbst bearbeiten können oder wollen, haben es vergleichsweise leicht, die Ergebnisse von anderen abzuschreiben oder sich passiv an andere anzuhängen.

    • Unruhe:

      Es fällt den Schülerinnen und Schülern oftmals schwer, leise zu arbeiten. Selbst wenn alle in gedämpftem Ton reden, ist eine gewisse Grundlautstärke meist vorhanden.

Tipp

Ideal für das Lernen an Stationen: MAX-Lernsystem

Max-Lerngerät

Mit dem MAX-Lernsystem können Sie Ihre Arbeitsstationen abwechslungsreich und motivierend gestalten! Für den Primabereich stehen Ihnen Lernkarten für Deutsch, Mathematik, DaZ und Gedächtnistraining zur Auswahl.

Durch die Möglichkeit der sofortigen Selbstkontrolle können Ihre Schüler mit dem MAX-Lernsystem eigenständig arbeiten. Die gesuchten Lösungen gehen über Multiple Choice-Antworten hinaus und erfordern ein Verständnis für die Lerninhalte. Bloßes Raten ist so nicht möglich.

Die Antworten schreiben die Schülerinnen und Schüler mit einem Folienstift in dafür vorgesehene Felder. Die korrekten Lösungen sind mit Klappen verdeckt, die die Schüler nach dem Eintragen ihrer Antwort sofort aufdecken können, um zu schauen, ob sie richtig geantwortet haben. Diese umgehende Rückmeldung motiviert die Kinder und spornt zum Weiterüben an :)

Im Betzold Online-Shop können Sie das Lerngerät sowie Lernkarten bestellen:

MAX-Lernsystem bestellen

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Bettina Kroker
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Seit 2014 arbeite ich bei Betzold in Ellwangen als Online-Redakteurin. Im Betzold-Blog möchte ich Lehrerinnen und Lehrern den ein oder anderen Tipp weitergeben, der den Schulalltag erleichtert und Zeit spart. Da ich stets auf der Suche nach neuen, interessanten Blog-Themen bin, freue ich mich immer über Ihre Anregungen: