Was ist Stationenlernen?
Das Stationenlernen, auch Stationenarbeit oder Lernzirkel, ist eine Form des offenen Unterrichts. Die Schülerinnen und Schüler bearbeiten bei dieser Methode Teilaspekte eines Unterrichtsthemas selbstständig an mehreren Lernstationen. Durch unterschiedliche Arbeitsaufträge, Herangehensweisen und Materialien erschließen sich die Schüler das Thema oder vertiefen und wiederholen ihr Wissen.
Das Stationenlernen hat einige Gemeinsamkeiten mit der Unterrichtsmethode Lerntheke.
Das Lernen an Stationen kommt sowohl an Grundschulen wie auch an weiterführenden Schulen zum Einsatz: Eine von Betzold durchgeführte Umfrage ergab, dass 64% der teilnehmenden Grundschullehrkräfte und 44% der Lehrerinnen und Lehrer an weiterführenden Schulen Stationenlernen im Unterricht einsetzen.
Kurz gefasst: So funktioniert Stationenlernen
- Für das Stationenlernen untergliedern Sie ein Unterrichtsthema in mehrere Teilaspekte. Abhängig von der Klassengröße und dem Thema werden häufig 6 bis 8 Stationen eingerichtet.
- Zu jedem Aspekt oder Unterthema planen Sie eine Station.
- Die Stationen sollten durch die gestellten Arbeitsaufträge, –anforderungen und Materialien abwechslungsreich sein.
So kann der Fokus z.B. auf dem Lesen, dem Schreiben oder der Internetrecherche liegen. Auch kleine Experimente und deren Beobachtung und Beschreibung, Bastelarbeiten, Bewegungsanreize oder das Lösen eines Rätsels sind möglich. Eine weitere Idee, die wir auch hier im Blog vorstellen, sind Klettmappen.
- Die Stationen bauen Sie am besten vor Beginn der Stunde im Unterrichtszimmer und evtl. auch im Schulflur auf. So entzerrt sich das Ganze: Sie können Stationen, an denen es voraussichtlich etwas lauter zugeht, von denen trennen, an denen mehr Konzentration gefordert ist.
- Bevor es richtig losgeht, geben Sie den Schülerinnen und Schülern einen Einstieg in das Thema der Stunde und erläutern den Ablauf des Stationenlernens (z.B. an vereinbarte Regeln zum Stationenlernen erinnern, erläutern, wo Einzel-, Paar- oder Gruppenarbeit möglich ist, wieviel Zeit pro Station ungefähr zur Verfügung steht …). Auch ein Rundgang durch den Stationenzirkel bietet sich an, damit die Schülerinnen und Schüler gleich wissen, worauf es jeweils ankommt.
- Dann verteilen Sie die Laufzettel. Auf ihnen sehen die Schülerinnen und Schüler eine Auflistung der Station, welche Stationen Pflicht sind und welche zur Wahl stehen und können ihre Häkchen hinter erledigte Aufgaben setzen :)
Sie können den Schülerinnen und Schülern hier auch die Möglichkeit geben, gleich eine Selbsteinschätzung zur Schwierigkeit der Arbeitsaufträge zu notieren.
- In der Zeit, in der die Schülerinnen und Schüler an den Stationen arbeiten, stehen Sie als Ansprechpartner/Ansprechpartnerin für Fragen zur Verfügung und helfen mit kleinen Impulsen, falls Schüler Hilfe benötigen.
- Im Anschluss sollte noch Zeit für eine Gesprächsrunde sein. Die Schülerinnen und Schüler haben hier die Möglichkeit, eigene Eindrücke zu äußern: was fiel ihnen schwer, was machte besonders viel Spaß, wie haben sie Probleme gelöst oder was fanden sie nicht gut und warum.
Möglicherweise gibt es auch Punkte, die Sie dann bei der nächsten Stationenarbeit verbessern können. Diese Abschlussrunde bietet den Lernenden die Möglichkeit, ihr Lernverhalten sowie Stärken und Schwächen zu reflektieren, wodurch auch Sie Ihre Schüler besser kennen und einschätzen lernen.
- Bedenken Sie, dass im Anschluss an die Stationenarbeit auch alles wieder abgebaut und an seinen Platz muss!
Die wichtigsten Punkte von Planung, Durchführung und Auswertung der Stationenarbeit haben wir nochmal in einer Checkliste zum Ausdrucken zusammengefasst: